Zähne: Amalgam
Amalgam - Füllstoff aus Quecksilber
Amalgam ist der am weitesten verbreitete Füllstoff für
Karies-geschädigte Zähne.
Amalgam besteht etwa zur Hälfte aus Quecksilber und aus einer
Mischung von Silber, Zinn und Kupfer. Quecksilber ist übrigens
das einzige Metall, das bei normaler Temperatur flüssig ist.
Es kommt in der Natur in geringen Mengen vor. Quecksilber wirkt
schon in geringen Mengen giftig.
Geschichtliches zu Amalgam
Schon vor mehr als 1300 Jahren wurde Amalgam in China verwendet. In
Europa ist es seit mehr als hundert Jahren weit verbreitet. Denn:
Füllungen aus Amalgam sind
verhältnismäßig leicht zu verarbeiten,
preisgünstig und lange haltbar.
Ist
Amalgam schädlich?
Seitdem Amalgam in großem
Umfang verwendet wird, gibt es Vermutungen, dass das darin
enthaltene Quecksilber Gesundheitsschäden hervorrufen
könnte. Während die meisten Fachleute Amalgam für
unbedenklich halten, plädieren andere dafür, es nicht
mehr zu verwenden.
Viele Menschen sind deshalb verunsichert. Bei Amalgamträgern lassen sich nämlich tatsächlich erhöhte Quecksilberkonzentrationen im Körper nachweisen. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass diese erhöhte Belastung gesundheitsschädlich ist.
Es lässt sich auch nachweisen, dass ungeborene Babys von Müttern mit Amalgamfüllungen einer erhöhten Quecksilberbelastung ausgesetzt sind. Gesundheitsschäden bei Neugeborenen sind allerdings bisher ebenfalls nicht beobachtet worden.
Amalgam und Allergien
Wie gegen alle Materialien können Allergien gegen Amalgam
beziehungsweise seine Bestandteile auftreten. Dies ist jedoch sehr
selten: andere Füllstoffe lösen häufiger allergische
Reaktionen aus. Nach dem Legen einer Füllung, die aus einem
anderen Metall besteht, haben einige Patienten manchmal allerdings
einen unangenehmen Metallgeschmack im Mund. Meist lässt dies
jedoch nach wenigen Wochen nach, da sich auf der Oberfläche
von Amalgamfüllungen eine isolierende Schicht (aus Zinnoxid
und -sulfit) bildet.
Amalgam-Ersatz
Bis heute konnte kein Füllstoff entwickelt werden, der Amalgam
vollständig ersetzen kann. Frontzähne kann man schon
heute mit Kunststoff statt
mit Amalgam versorgen. Wegen der hohen Belastung sind im
Backenzahnbereich bisher nur teure Gold- und Keramikfüllungen ein
adäquater Ersatz. Goldlegierungen und Keramik werden beide
nach der Inlay-Technik verwandt. Dabei werden sog.
Einlagefüllungen außerhalb des Mundes angefertigt und
dann einzementiert (Gold) oder eingeklebt (Keramik).
Austausch von Amalgam-Füllungen
Ob ein Austausch alter Amalgamfüllungen im Einzelfall sinnvoll
ist, sollten Sie zusammen mit dem Zahnarzt Ihres Vertrauens
klären. Skeptisch sollten Sie sein, wenn Ihr Zahnarzt
einseitig argumentiert und nicht Vor- und Nachteile der jeweiligen
Füllstoffe gegeneinander abwägt. Übrigens: nur, wenn
eine (sehr seltene) Allergie gegen Amalgam nachgewiesen ist,
übernehmen Krankenkassen die Kosten. Bei privaten
Krankenversicherungen hängt die Höhe der Zuzahlungen vom
Vertrag ab.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
