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Analekzem

Unter einem Analekzem versteht man eine chronische Erkrankung der Haut im Afterbereich, die nicht aus sich heraus entsteht, sondern immer die Begleiterscheinung einer anderen Krankheit ist. Es tritt bei jedem zehnten proktologischen Patienten auf. Die besonderen Bedingung der Umgebung, die zu einem feuchten Milieu in der Analfalte führen, sind mit dafür verantwortlich. Das Analekzem bildet sich um den After herum und zieht bis in den Analkanal hinein. Dabei finden sich sehr unterschiedliche Erscheinungsformen wie Rötung, Bläschen, Knötchen, Hautvergröberung, oberflächlicher Substanzverlust, aber keine Hautschuppen.

Symptome des Analekzems
Das Hauptsymptom des Analekzems ist der Juckreiz (Pruritus ani), der ständig vorhanden ist und sich besonders nachts verstärkt. Hierbei ist die Analhygiene besonders wichtig. Die Reinigung sollte nur mit Wasser erfolgen, ohne reizende Substanzen.

Analekzem und Hämorrhoiden
Das gewöhnliche (vulgäre) Ekzem steht meistens mit einem Hämorrhoidalleiden in Verbindung. Der genaue Zusammenhang ist nicht bekannt, es wird aber vermutet, dass der nicht vollständige Verschluss des Schließapparats zu einer vermehrten Feuchtigkeitsbildung in der Analfalte führt und so eine Hautentzündung ausgelöst wird. Die Behandlung besteht in der Therapie des Hämorrhoidalleidens.

Analekzem durch mechanische Reizung
Ein durch mechanische Reizung entstandenes Ekzem wird in einem Drittel der Fälle gefunden. Dabei spielt die häufige Reinigung mit hartem Klopapier und metallhaltigen Salben eine Rolle. Grund für die häufige Reinigung sind Analfisteln, Stuhlinkontinenz, ein Analprolaps, übergroße Marisken, chronische entzündliche Darmerkrankungen oder Feigwarzen, die zu einem anhaltenden Nässen führen und eine häufige Reinigung erfordern. Durch die Behandlung der auslösenden Ursache kann die Analregion trocken gelegt werden und die Hautreizung abheilen.

Allergisches Kontaktekzem
Ein allergisches Kontaktekzem wird durch bestimmte Substanzen ausgelöst, die in Toilettenpapier, Seifen, Intimsprays und in Zäpfchen enthalten sind. Durch jahrelange Anwendung entwickelt sich eine immunologische Antwort als Allergie auf die Inhaltsstoffe, die zu einer Entzündung der Haut führen. Dabei stehen die am meisten gebräuchlichen Konservierungsstoffe für Kosmetika, Kathon CG und Euxyl K 400, im Vordergrund, die auch in recyceltem, gefärbtem und feuchtem Toilettenpapier enthalten sind. Weißes Zellulosepapier wäre hier zu empfehlen, da das so gut wie keine allergische Wirkung hat. Ansonsten wird üblicherweise eine Hauttestung mit den Salbengrundlagen und Standardtestsubstanzen durchgeführt, um den Allergie bewirkenden Stoff zu bestimmen. Bis dahin sollte jeglicher Kontakt mit den auslösenden Stoffen vermieden werden.

Neurodermitis und Schuppenflechte in der Analfalte
Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Schuppenflechte (Psoriasis) können ebenfalls in der Analfalte auftreten. Die Erkrankungen entstehen durch bestimmte Reize auf die Haut in der Analregion und werden entsprechend behandelt. Häufig werden kurzfristig Kortikoide eingesetzt.

Pilzbefall
Pilzbefall (anale Kandidose) mit dem Hefepilz Candida albicans oder Bakterienbesiedlung mit Eitererregern (perianale Streptokokkendermatitis) kann ebenfalls das Bild eines Analekzems machen. Beim Pilzbefall muss eine Beteiligung des Darms ausgeschlossen werden, da nur dann medikamentös behandelt wird. Bei nur äußerlichem Befall kann eine zuckerfreie Diät und Ernährungsumstellung genauso erfolgreich sein. Die Bakterien werden mit einem entsprechenden Antibiotikum therapiert.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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