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Analprolaps

Der Analprolaps ist eine häufige Begleit- bzw. Folgeerscheinung ausgeprägter Hämorrhoiden und bezeichnet das Herausgleiten der Analschleimhaut vor den Schließmuskel, meistens beim Stuhlgang oder beim Anheben schwerer Gegenstände, Bücken, Niesen oder Husten.
Prolaps ist die allgemeine medizinische Bezeichnung für den Vorfall eines inneren Organs bzw. Organanteils oder von Gewebe durch vorgegebene oder künstlich entstandene Öffnungen und ist am gebräuchlichsten für die Begriffe Analprolaps, Rektumprolaps, Uterusprolaps und Bandscheibenprolaps.
Bei einem Analprolaps bestehen nur geringe Schmerzen, aber oft ein quälender Juckreiz. Ursache des Aftervorfalls ist eine Schwäche des Schließmuskels und lockeres Bindegewebe im Analkanal. Durch nachlassende Muskelspannung im Schließapparat kann der Vorfall sich vergrößern. Die Situation entspricht der bei Hämorrhoiden 3. und 4. Grades. Die Stuhlentleerung ist nicht gestört, aber meistens ist die Kontrolle über den Stuhlgang erschwert und es besteht eine Stuhlinkontinenz. Die betroffenen Patienten beheben die Situation oft selbst durch Zurückschieben der Schleimhaut hinter den Schließmuskel. Klemmt der Vorfall aber ein, dann besteht eine Notfallsituation, da es zu Schmerzen, Blutungen und Gefäßverschlüssen kommen kann, die zu einer ernsthaften Schädigung am Schließapparat führen kann.

Therapie des Analprolapses
Die Therapie entspricht der von Hämorrhoiden 3. und 4. Grades. Die Hämorrhoiden werden entfernt und die Schleimhaut wieder nach innen verlagert. Entsteht der Analprolaps ohne Hämorrhoidalleiden, dann wird durch Einspritzen von Medikamenten (Sklerosierung) die Schleimhaut durch Schrumpfung und Narbenbildung befestigt.

Der Rektumprolaps
Der Rektumprolaps ist im Gegensatz zum Analprolaps ein Vorfall des Mastdarms mit allen Wandschichten. Dabei ist die Aufhängung des Dickdarms, die seine Beweglichkeit ermöglicht, soweit gelockert, dass der letzte Darmabschnitt beim Stuhlgang durch den After nach außen gepresst wird und sich ausstülpt. Der Schließapparat selbst bleibt aber an Ort und Stelle. Die offen liegende Schleimhaut kann austrocknen, bluten und Geschwüre bilden. Anfangs gleitet der Darmabschnitt wieder zurück. Bleibt er aber ausgestülpt, dann ist eine Operation notwendig. Es genügen manchmal normale körperliche Tätigkeiten, damit der Darm vorfällt. Betroffen sind häufig Frauen mit einer Beckenbodenschwäche nach mehreren Geburten. Bei jungen Kindern kann ein Darmvorfall eine Komplikation der Erbkrankheit Mukoviszidose (Cystische Fibrose) sein.

Therapie des Rektumprolapses
Zur Therapie des Rektumprolapses gibt es keine Standardoperation, weil unter mehr als 100 beschriebener Operationsmöglichkeiten noch keine "beste Lösung" gefunden wurde. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit von außen oder von innen durch den Bauch zu operieren. Ziel ist dabei, den Mastdarm um den vorgefallenen Anteil zu kürzen und ein Wiederauftreten eines Darmvorfalls zu verhindern. Der Zugang von außen wird allgemein bei älteren Patienten angewendet, für die eine Bauchoperation zu viele Risiken birgt. Wird von innen operiert, dann wird der Mastdarm im kleinen Becken festgenäht. Weil er dadurch nicht mehr beweglich ist, muss auch ein Stück vom Dickdarm entfernt werden, damit er nicht abknickt, der Stuhltransport nicht gestört ist und sich keine Verstopfung einstellt.
Die Operation von innen wird zunehmend minimal invasiv mit einer Bauchspiegelung durchgeführt.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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