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Arthroskopie des Sprunggelenks

Die Spiegelung des Sprunggelenks (Arthroskopie) hat lange Zeit große Probleme bereitet, weil das Gelenk sehr eng und durch den Kapsel-Band-Apparat sehr straff ist. Auch waren die therapeutischen Möglichkeiten stark begrenzt. Musste am oberen Sprunggelenk operiert werden, so war es bislang erforderlich, die Patienten mit zusätzlichen Operationen zu belasten. Um genügend Platz für eine Operation zu haben, musste man größere Hautschnitte machen und den Außenknöchel absägen. Der Außenknöchel wurde dann nach der eigentlichen Operation am Sprunggelenk wie bei einem Bruch mit einer Platte oder Schrauben versorgt und die Patienten mussten später auch das Metall wieder entfernt bekommen.

Durch die technischen Errungenschaften der letzten Jahre sind die Arthroskope und die Arbeitsgeräte für die Gelenk-Endoskopie sehr klein geworden und haben nur noch einen Durchmesser von wenigen Millimetern, wie das 4,0-mm-30-Grad-Weitwinkelarthroskop der Firma Storz, das auch ein großes Monitorbild hat. Dazu kommt die sogenannte Distraktionstechnik, bei der das Sprunggelenk mit einem äußeren Spanner (Fixateur extern, Distraktor) auseinandergezogen wird, und so genügend Platz für die kleinen Geräte geschaffen wird, dass alle Anteile des oberen und unteren Sprunggelenks eingesehen werden können. In der Regel erfolgt der arthroskopische Eingriff über 3 Standardzugänge mit höchstens 5 mm langen Hautschnitten.

Wegen der weitgehenden Schonung der Weichteile im Fesselbereich kommt der arthroskopischen Gelenkversteifung (Arthrodese) bei Durchblutungsstörungen und Hautproblemen eine besondere Bedeutung zu.

Inzwischen steht die Arthroskopie des Sprunggelenks der Arthroskopie an anderen Gelenken wie Knie, Schulter und Ellenbogen in nichts mehr nach.


Arthroskopische Eingriffe am Sprunggelenk

Am oberen Sprunggelenk gibt es mehrere Krankheitsbilder, die arthroskopisch behandelt werden können.
Die häufigsten Gründe für eine Arthroskopie des Sprunggelenks sind Schmerzen, Schwellungen, Instabilität, Gelenkeinblutungen und Gelenkblockaden.

Operative Eingriffe am oberen Sprunggelenk:

  • Gelenkspülung (Gelenkdebridement) bei degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose), Gelenkeinblutungen oder Gelenkfibrose

  • Operationen am Gelenkknorpel (Chondroplastik) der Sprungbeinrolle

  • Entfernung von knöchernen Randwulstbildungen (Exophyten)

  • Entfernung von freien Gelenkkörpern

  • Beseitigung von knöchernen oder weichteilbedingten Einklemmungserscheinungen (Impingementsyndrom)

  • Behandlung der Osteochondrosis dissecans (OD), einer krankhaften Knorpelablösung

  • Entfernung der Gelenkschleimhaut (Synovektomie) bei Erkrankungen der Synovialmembran

  • Versteifung des oberen Sprunggelenks (in einigen Zentren wird die Sprunggelenk-Prothese bevorzugt)

Arthroskopie des unteren Sprunggelenkes
Der Hauptgrund einer Arthroskopie des unteren Sprunggelenkes ist eine Versteifung (Arthrodese), die z. B. wegen einer Gelenkarthrose

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 02.01.2008
 
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