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Asthma bronchiale

Bei einem Asthmaanfall erleichtert ein Spray die Atmung

Ein Asthmaspray lindert akute Asthmaanfälle und sollte daher stets mitgeführt werden
(Quelle: BananaStock)

Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegserkrankung, die durch eine Überempfindlichkeit der Atemwege (Hyperreagibilität) verursacht wird. Sie tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf: Etwa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter Asthma bronchiale. In nahezu drei Vierteln aller Fälle manifestiert sich die Krankheit bereits vor dem fünften Lebensjahr. Asthma bronchiale ist damit in Deutschland die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Unter Erwachsenen ist Asthma bronchiale mit einem Anteil von vier bis fünf Prozent weniger verbreitet. Allgemein steigt die Zahl der Betroffenen in den Industrieländern jedoch an. Welche Ursachen die zunehmende Verbreitung hat, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Weil die Ursache für Asthma bronchiale in einer erhöhten Reizbarkeit der Bronchien liegt, wird oft synonym die Bezeichnung Bronchialasthma verwendet. Im Gegensatz zu einer Bronchitis treten die Beschwerden bei Asthma bronchiale jedoch anfallsartig auf. Die Atemnot während der Anfälle lässt sich bei entsprechender Behandlung schnell wieder lindern, kommt jedoch immer wieder vor.


Was sind die Ursachen von Asthma bronchiale?

Ursache von Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Bronchien. Bei eigentlich harmlosen Reizen kommt es durch diese zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Die Schleimhäute der Bronchien schwellen an und verursachen eine Verengung der Atemwege. Zudem kommt es zu vermehrter Schleimproduktion.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen allergisch bedingtem (extrinsischem) und nicht allergisch bedingtem Asthma bronchiale. Außerdem geht man davon aus, dass die Neigung zu überhöhter Reizbarkeit der Bronchien angeboren ist.

Beim allergisch bedingten Asthma bronchiale handelt es sich um eine allergische Reaktion auf bestimmte Reize. Typische Allergene, die einen Asthmaanfall auslösen können, sind:


  • Tierhaare und -schuppen
  • Hausstaubmilben
  • Pollen
  • Schimmelpilze
  • Federbetten

Die Ursachen von nicht allergisch bedingtem Asthma bronchiale sind vielfältig. Infektionen der Atemwege (Infektasthma oder intrinsische Asthma bronchiale) sowie die Einnahme von Analgetika (z.B. Acetylsalicylsäure) können die Erkrankung auslösen. Auch körperliche Überanstrengung kann zu ihrer Entstehung beitragen.

Verschiedene Umweltreize sind unter Umständen ebenfalls verantwortlich für Asthma bronchiale. Dazu gehören beispielsweise kalte Luft, Zigarettenrauch oder Abgase. In einigen Berufsgruppen ist Asthma bronchiale besonders verbreitet. Dies ist auf physikalische Reize zurückzuführen, so etwa das durch Mehlstaub verursachte so genannte Bäckerasthma.

Bei Erwachsenen ist das gemischtförmige Asthma bronchiale am weitesten verbreitet. Dabei sind sowohl allergisch bedingte als auch nicht allergisch bedingte Faktoren für dessen Entstehung verantwortlich.


Atemnot ist das Hauptsymptom von Asthma bronchiale

Die Stärke der Symptome bei Asthma bronchiale ist sehr unterschiedlich und hängt von der Schwere der Erkrankung ab. In erster Linie äußert sich Asthma bronchiale durch akute, anfallsweise auftretende Atemnot (Dyspnoe). Sie kann auch nachts auftreten. Besonders das Ausatmen fällt dabei schwer. Es tritt zudem häufig ein Pfeifton beim Ausatmen auf. Zusätzlich kommt es zu einem Engegefühl in der Brust. Die Atmung ist nicht nur erschwert, sondern wird auch von Rasselgeräuschen begleitet.

Weil die Bronchien bei einem Asthmaanfall zähen Schleim produzieren, ist vermehrtes Husten ein weiteres Anzeichen für Asthma bronchiale. Es tritt allerdings nur bei einem Anfall auf. Dabei wird Schleim ausgeworfen.

Wird der Asthmaanfall nicht behandelt, tritt nach einiger Zeit Sauerstoffmangel auf. Den Sauerstoffmangel erkennt man an blau gefärbten Lippen und Fingernägeln.

Vor allem wegen der Atemnot wird ein Asthmaanfall meist von erhöhter Pulsfrequenz begleitet. Dadurch beschleunigt sich die Atmung, was wiederum die Atemnot vergrößert. Erstickungsangst und Panik treten auf.


Wie wird Asthma bronchiale diagnostiziert?

Nach einem Gespräch über die Beschwerden mit dem Arzt (Anamnese) folgt eine körperliche Untersuchung. Insbesondere Lungenfunktionstests stehen bei der Diagnose im Mittelpunkt. Mithilfe von Lungenfunktionstests lassen sich beispielsweise Aussagen über maximales Luftvolumen der Lunge (Vitalkapazität) treffen. Bei Asthma bronchiale ist ebenfalls von Bedeutung, wie viel Atemluft nach dem Ausatmen in der Lunge verbleibt. Mindern sich die Beschwerden nach Anwendung eines Asthmasprays (Bronchialspasmolytikum), deutet dies auf Asthma bronchiale hin.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs dienen dazu, andere Erkrankungen der Atemwege auszuschließen (Ausschlussdiagnose). Bei Asthma bronchiale ist das Röntgenbild in der Regel unauffällig. Die Blutgasanalyse dient vor allem der Verlaufskontrolle. Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt des Bluts lassen sich bei dieser Untersuchung bestimmen.


Diagnose von allergisch bedingtem Asthma bronchiale

Ob Allergene die Auslöser der Beschwerden sind, lässt sich mit Allergietests feststellen. Die gängigste Form ist der Prick-Test. Dabei werden die häufigsten Allergene auf die Haut gegeben. Anschließend wird die Haut an den entsprechenden Stellen leicht aufgeritzt. Zeigen sich nach einiger Zeit Rötungen und Quaddeln, handelt es sich um eine Allergie auf den jeweiligen Stoff.

Im Blut lassen sich bei allergisch bedingtem Asthma bronchiale außerdem bestimmte Antikörper feststellen. Die Blutanalyse eignet sich vor allem für Kinder oder bei Hauterkrankungen, die den Prick-Test verfälschen können.


Wie lässt sich Asthma bronchiale therapieren?

Die Therapie von Asthma bronchiale richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Medikamentöse und nicht medikamentöse Behandlung werden dabei kombiniert.

Karenz

Hauptsächlich sollten Faktoren, die Asthmaanfälle auslösen, gemieden werden. Bei allergisch bedingtem Asthma bronchiale ist es ratsam, die auslösenden Allergene zu meiden. Liegen die Ursachen in bestimmten Reizstoffen wie Zigarettenrauch, ist es empfehlenswert auch diese Faktoren möglichst zu umgehen.

Hyposensibilisierung

Bei allergisch bedingtem Asthma bronchiale kann die Sensibilität gegenüber Allergenen durch Hyposensibilisierung herabgesetzt werden. Sehr kleine Mengen des Allergens werden dabei über einen längeren Zeitraum verabreicht. In sehr seltenen Fällen können während der Behandlung allergische Schockreaktionen auftreten, die einer sofortigen ärztlichen Behandlung bedürfen.

Medikamente: Je nach Schweregrad

Die Auswahl der Medikamente ist abhängig vom Schweregrad. Bei leichtem Asthma (Schweregrad 1) ist es völlig ausreichend, ein krampflösendes Asthmaspray (Bronchialspasmolytikum) mit sich zu führen. Dieses wird nur bei einem Asthmaanfall angewendet.

Anhaltendes leichtes Asthma (Schweregrad 2) bedarf zusätzlich zum Asthmaspray Kortison, das in niedriger Dosierung auch in der anfallsfreien Zeit inhaliert wird. Kortison wirkt entzündungshemmend und lässt dadurch die Bronchien abschwellen. Die Schleimproduktion wird zusätzlich reduziert.

Bei mittelschwerem, anhaltendem Asthma (Schweregrad 3) mit Asthmaanfällen, die vor allem nachts auftreten, wird die Dosis der Medikamente erhöht. Ein stärker wirkendes Asthmaspray sowie eine höhere Dosis Kortison soll die Verschlimmerung des Asthma bronchiales verhindern und Asthmaanfälle vermindern.

Hohe Dosen Kortison sowie länger wirksames Asthmaspray werden bei schwerem Asthma (Schweregrad 4) angewendet. Zusätzlich kann Kortison auch oral eingenommen werden.

Patientenschulung

Der persönliche Umgang mit einer chronischen Erkrankung ist für einen positiven Verlauf ganz entscheidend. Richtiges Deuten von Anzeichen sowie das Verhalten bei einem Asthmaanfall werden ebenso erlernt wie die Vermeidung von auslösenden Reizstoffen und Allergenen. Mithilfe des Peak-Flow-Meters lässt sich ein drohender Asthmaanfall frühzeitig erkennen, deshalb ist der richtige Umgang damit ebenfalls Teil der Patientenschulung. Mit dem Peak-Flow-Meter wird die Flussgeschwindigkeit des Atemstoßes gemessen. Bei einem Asthmaanfall ist dieser Wert erniedrigt.

Zusätzlich können Betroffene in Selbsthilfegruppen Unterstützung bekommen und sich mit anderen Betroffenen austauschen.

Wie verläuft Asthma bronchiale?

Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen heilt in vielen Fällen im Erwachsenenalter von allein ab. Aber auch ein Anhalten der Krankheit schränkt die Lebensqualität nicht unbedingt ein. Um Asthmaanfälle zu vermeiden oder deren Schwere zu mindern, ist es wichtig, die in der Patientenschulung erlernten Praktiken anzuwenden.

Nichtrauchen wirkt sich ebenfalls positiv auf die Prognose von Asthma bronchiale aus. Regelmäßige körperliche Bewegung sowie ein geregelter, stressarmer Tagesablauf unterstützen den positiven Verlauf zusätzlich.


Kann man Asthma bronchiale vorbeugen?

Bei Asthma bronchiale lässt sich lediglich dem Asthmaanfall vorbeugen. Folgende Verhaltensregeln sind dabei hilfreich:

  • Vermeidung der bekannten Allergene und Reizstoffe
  • Kontinuierliche Einnahme der verordneten Medikamente
  • Ständiges Mitführen des Asthmasprays
  • Regelmäßige Messung des Peak-Flows
  • Verzicht auf Zigaretten beziehungsweise Vermeiden von Passivrauchen
  • Gemäßigte körperliche Bewegung

Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie sich an den Experten der Expertenrat zu Allergie und Asthma auf der Gesundheitsberatung wenden.


Weitere Informationen erhalten Sie bei dem Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V.

Quellen:
Baur, X., Preisser, A.: Asthma bronchiale und COPD. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft,
Stuttgart 2005
Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K.: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2004
Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie: Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 026/010 (Stand: Februar 2006)

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 09.10.2008
 
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