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Fibrinolyse

 Verschiedene Gerinnungshemmer können bei der therapeutischen Fibrinolyse eingesetzt werden

Verschiedene Gerinnungshemmer können bei der therapeutischen Fibrinolyse eingesetzt werden
(Quelle: BananaStock)

Die Fibrinolyse ist neben der Blutgerinnung ein weiterer lebenswichtiger Mechanismus bei Blutungen. Bei der Blutgerinnung kommt es zur Fibrinbildung, welches das Blut an der Verletzungsstelle "verklumpt", um die Wunde abzudichten. Damit aber das nicht benötigte Fibrin nicht zu Thrombosen führen kann, muss das überschüssige Fibrin aufgelöst und der weiteren Fibrinbildung entgegengewirkt werden. Dies bezeichnet man als Fibrinolyse (=Auflösung des Fibrins).

Im Blutplasma befindet sich ein Enzym, Plasminogen, welches eine Vorstufe von Plasmin ist. Dieses kann vom Körper selbst, aber auch therapeutisch aktiviert werden. Plasmin kann Fibrinogen angreifen und spalten, sodass die weitere Fibrinbildung unterbunden wird. Um Fibringerinnsel aufzulösen, beispielsweise nach frischen Thrombosen oder Embolien, wird Streptokinase, ein Fibrinolyseaktivator, eingesetzt. Weitere Hemmstoffe für die Blutgerinnung, die auch Inhibitoren genannt werden, sind zum Beispiel das Antithrombin III, Protein C und Protein S. Ein Mangel an Inhibitoren kann zu Thrombosen führen.


Therapeutische Fibrinolyse

Unter therapeutischer Fibrinolyse versteht man die Auflösung eines Fibringerinnsels im Blut (Thrombose) mithilfe von Medikamenten. Diese gerinnungshemmenden Medikamente bezeichnet man als Antikoagulanzien. Zu den Gerinnungshemmern gehören Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine) und Heparin:

Cumarine

Die Bildung von Gerinnungsfaktoren ist abhängig von Vitamin K. Cumarine besitzen eine ähnliche Struktur wie Vitamin K und können es so verdrängen bzw. die Vitamin K-Rezeptoren blockieren. So wird dem Körper ein Vitamin K-Mangel vorgetäuscht. Die gerinnungshemmende Wirkung setzt nach ein bis zwei Tagen ein. Bei Einnahme von Cumarinen besteht eine erhöhte Blutungsgefahr, weshalb sie nicht mit anderen blutverdünnenden Medikamenten zusammen eingenommen werden dürfen. Wer Cumarine einimmt, sollte immer einen sogenannten Antikoagulanzien-Ausweis mit sich führen. Die Einnahme anderer Medikamente muss immer mit dem Arzt bzw. Apotheker abgesprochen werden. Cumarine dürfen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Heparin

Heparin ist körpereigener Stoff, der in Lunge, Leber, Thymusdrüse und Milz vorkommt. Heparin existiert in mehreren Formen. Standard-Heparin setzt rasch ein, ist aber nur kurz wirksam und muss deshalb mehrfach täglich gegeben werden. Niedermolekulare Heparine dagegen werden nur einmal täglich eingenommen. Bei ihnen besteht deshalb geringere Blutungsgefahr. Zur Auflösung eines Blutgerinnsels bei Herzinfarkt, Venenthrombose oder Lungenembolie wird Heparin mittels einer Infusionspumpe verabreicht, um eine gleichmäßige Dosierung zu gewährleisten.


Kontraindikationen von Gerinnungshemmern

Gerinnungshemmer sollten nicht eingesetzt werden, wenn man einen Beruf ausübt, der ein hohes Verletzungsrisiko birgt, wie beispielsweise Metzger. Zudem muss natürlich auch in der Freizeit darauf geachtet werden, sich keinen hohen Verletzungsrisiken auszusetzen. Gerinnungshemmer sollten zudem nicht bei Epilepsie, bei Blutungsneigungen im Bereich des Darms und der Nieren, bei Nieren- oder Gallensteinen sowie bei bestehendem Kopfgefäß-Aneurysma eingenommen werden.


Bei weiteren Fragen zur Fibrinolyse können Sie sich gerne an unsere Expertenrat wenden.


Leiden Sie auch an einer chronischen Erkrankung? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Quellen:
Bartels, H., Bartels, R.: Physiologie - Lehrbuch und Atlas. Urban und Schwarzenberg. München 1995
Online-Information von Dr. Jürgen Hüting: www.angiologie.de (Stand: 25.02.2008)
Online-Ausgabe des Journals für Labormedizin: www.laborlexikon.de (Stand: 25.02.2008)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 06.06.2012
 
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