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Nichtoperative Therapieverfahren bei Benigner Prostatahyperplasie

Nichtoperative Verfahren im Hinblick auf die Benigne Prostatahyperplasie (BPH) hängen in erster Linie vom Ausmaß der Beschwerden ab und werden dann empfohlen, wenn die Lebensqualität durch die Symptome eingeschränkt wird und die Selbstmedikation mit pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln nicht mehr ausreicht. Als einfachste Maßnahme bei ärztlicher Versorgung ist das kontrollierte Zuwarten und die Gabe oraler Medikamente.

Kontrolliertes Zuwarten
Bei nur geringen Symptomen und wenn Komplikationen durch entsprechende ärztliche Untersuchungen ausgeschlossen wurden, kann der Arzt/die Ärztin entscheiden, die weitere Entwicklung der Symptome zu beobachten. Zu diesem "kontrollierten Zuwarten" gehört die sorgfältige Nachsorge und Erfassung sowie Dokumentation der Symptome, ohne dass eine Therapie eingeleitet wird. Dies ist das für die Mehrzahl der Patienten mit geringfügigen Symptomen empfohlene Vorgehen.
Die Symptomschwere kann anhand eines Fragebogens als IPSS ("International Prostate Symptom Score Index") ermittelt werden und wird in 3 Kategorien eingeteilt: mild, mäßig und schwer.

Orale Medikamente
Für die Einnahme von Tabletten kommen mehrere Gruppen von Medikamenten in Frage:

Phytotherapeutika (pflanzliche Mittel) können in ihrer Wirksamkeit zur Behandlung der BHP nicht immer einheitlich beurteilt werden, weil die Inhaltsstoffe, Zusammensetzung und Herstellungsverfahren von einander abweichen. Nachgewiesen ist die Wirkung von einigen Pflanzenstoffen mit antiandrogenen, entzündungshemmenden und abschwellenden Effekten. Die aus Pflanzen extrahierten Wirkstoffe sind meist apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtig. Die beliebtesten Mittel sind Extrakte der Sägepalme (Serenoa repens), der Pflanze Pygeum africanum (afrikanischer Zwetschgenbaum) und Beta-Sitosterol. Unter Einnahme von Phytotherapeutika sind innerhalb gewisser Grenzen subjektive und objektive Symptomverbesserungen zu erwarten.

Chemisch-synthetische Arzneistoffe sind seit den 1990-er Jahren entwickelt worden. Die verschriebenen Medikamente müssen gewöhnlich eine Zeit lang täglich eingenommen werden - dabei kann es sich um einen Zeitraum von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren handeln - , um die Besserung der Symptome stabil zu halten. Die orale medikamentöse Therapie führt bei 70 bis 80% der Patienten zur Besserung der Symptome, die Verengung der Harnröhre wird dabei nicht beeinflusst.

  • alpha-adrenerge Blocker (Tamsulosin®, Alfuzosin® und Terazosin®)
    Ein Teil der Prostata ist aus glatter Muskulatur aufgebaut, die von alpha-adrenergen Rezeptoren (Nerven) gesteuert wird. Alpha-Blocker können das Wasserlassen erleichtern, indem sie dieses glatte Muskelgewebe entspannen

  • 5-alpha-Reductase-Hemmer (Finasterid®)
    Diese Substanz führt zur Schrumpfung der Prostata, indem sie die Wirkung der Hormone hemmt, die das Wachstum der Prostata stimulieren. Finasterid, die Wirksubstanz, hemmt die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron und führt innerhalb von 6 Monaten gewöhnlich zu einer Verkleinerung der Prostata um 20 bis 25%. Die Symptome werden dadurch nicht sofort verbessert, sondern meist erst nach 4 bis 6 Monaten

Quelle: Medtronic

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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