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Brusterkrankungen

Gutartige Erkrankungen der Brust können sich durch Veränderungen des Brustdrüsengewebes, Knoten, Entzündungen der Haut und der Brustwarze, Schmerzen oder durch verstärkte Milchsekretion aus der Brustwarze bemerkbar machen. Zyklusabhängige Beschwerden der Brust, wie z.B. Spannungsgefühl in den Brüsten oder Schmerzen treten bei bestimmten gutartigen Erkrankungen verstärkt auf.
Wenn Sie Veränderungen in oder an ihrer Brust bemerken, ist eine Untersuchung bei Ihrem Frauenarzt zur Abklärung der Ursache und Ausschluss einer bösartigen Erkrankung sehr wichtig. Außer der Tastuntersuchung gibt verschiedenen diagnostische Möglichkeiten, manchmal ist es auch erforderlich eine Gewebeprobe zu entnehmen. Die Therapien richten sich nach Art und Ausmaß der Erkrankung.

Häufige gutartige Erkrankungen der Brust


Tamoxifen als Prophylaxe

Tamoxifen als Prophylaxe kann das Risiko von gutartigen Brusterkrankungen senken. Bei einer Untersuchung über die prophylaktischen Gabe von Tamoxifen bei 13.388 Frauen, die einen oder mehrere hohe Risikofaktoren für die Entwicklung von Brustkrebs aufwiesen, konnten Wissenschaftler des National Surgical Adjuvant Breast and Bowel Project nachweisen, dass die Einnahme von Tamoxifen nicht nur das Risiko, Brustkrebs zu bekommen um 50 Prozent reduzieren kann, sondern auch die Entwicklung von gutartigen Brusterkrankungen.

Weniger gutartige Brusterkrankungen unter Tamoxifen
Die Einnahme von Tamoxifen konnte im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die Placebos erhielt, insgesamt bei über 48 Prozent der Patientinnen die Entwicklung von Adenomen, Zysten, Veränderungen der Milchgänge, Metaplasie des Brustgewebes und andere gutartigen Brusterkrankungen reduzieren. Innerhalb des Untersuchungszeitraum von 56 Monaten traten in der behandelten Gruppe 41 Prozent weniger Adenome der Brust auf, 29 Prozent weniger Veränderungen der Milchgänge, 33 Prozent weniger Zysten, 48 Prozent weniger Metaplasien und 38 Prozent weniger Hyperplasien als in der Kontrollgruppe. Auch traten weniger Fibrosen, Mastopathien und Fibroadenome bei den mit Tamoxifen behandelten Frauen auf, wenn auch nicht statistisch signifikant. Die Rate an Biopsien von auffälligen Knoten oder anderen Brustveränderungen lag um 22 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe.

Mögliche Risikoreduktion von Brustkrebs bei Frauen mit positivem BRCA1 und BRCA2
Die prophylaktische Einnahme von Tamoxifen kann auch bei Patientinnen mit spezifischen Risikofaktoren eine Reduktion des Brustkrebsrisikos bewirken. So zeigte eine statistische Auswertung von vorhandenen Daten in Bezug auf den Östrogenrezeptorstatus, dass die Gabe von Tamoxifen bei Patientinnen mit positivem BRCA1-Status eine Risikoreduktion von 13 Prozent und bei positivem BRCA2-Status von 27 Prozent erreichen könnte.

Die Gabe von Tamoxifen zur Prophylaxe von gutartigen und bösartigen Brusterkrankungen ist bislang noch keine Standardtherapie in Deutschland. Es müssen diesbezüglich noch weitere Untersuchungen über den Nutzen und die möglichen Nebenwirkungen sowie Risiken der prophylaktischen Einnahme erfolgen, bevor einheitliche Therapieempfehlungen gegeben werden können.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 02.09.2008
 
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