Tipp

Zähneknirschen (Bruxismus)

Camlog LogoDas Zähneknirschen gehört zu denjenigen Zahnbeschwerden, die gar nicht so selten, aber dennoch relativ unbekannt sind. Zähneknirschen oder Zähnepressen entsteht vor allem dann, wenn der Mensch in Stress-Situationen kommt. Der tägliche Zahnkontakt erhöht sich durch dieses Zähneknirschen oder -pressen ganz erheblich. Oft geschieht dies unbewusst oder auch nachts.

Dazu muss man folgendes wissen:
das Kausystem eines Menschen stellt ein Zusammenspiel von Kiefergelenken, Zähnen, Nerven und Muskeln dar.
Diese Funktionseinheit reagiert empfindlich auf Veränderungen einzelner Faktoren, welche wiederum Auslöser für andere Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen sein können.
Ein "entspannter" Mensch hat täglich normalerweise maximal 10 Minuten pro Tag Zahnkontakt. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob der "Biss" des Patienten optimal ist.
Ist der Mensch jedoch im Stress, erhöht sich der Zahnkontakt. Dadurch können sowohl Abradierungen der eigenen Zähne (bekannt als Schliff-Facetten) als auch Verspannungen der Kaumuskulatur entstehen.

Folgen von Bruxismus

  • Kiefergelenkbeschwerden

  • Muskelschmerzen

  • Kopfschmerzen

Helfen kann in solchen Fällen meist eine entsprechende Schienen-Behandlung mit einer Relaxierungs- oder Aufbiss-Schiene.


Kunststoffschienen

Camlog LogoPatienten, die unter Zähneknirschen (Bruxismus) oder Zähnepressen leiden, kann durch eine sog. Relaxierungs- oder auch Aufbiss-Schiene geholfen werden.

Diese wird aus durchsichtigem Kunststoff meist im Oberkiefer angefertigt, nachdem zuvor ein Abdruck von Ober- und Unterkiefer sowie eine Bissnahme genommen wurde. Die Schiene selbst wird dann im Labor hergestellt.

Der Sinn einer Relaxierungsschiene ist die natürliche Abstandhaltung von Ober- und Unterkieferzähnen, eine so genannte Ruheschwebe, die vorhanden sein sollte, um die Kiefergelenke zu entlasten und die Muskulatur zu entspannen.

Zusätzlich schont die Schiene die eigene Zahn-Hartsubstanz der Knirscher vor Abrieb.

Worauf sollte man achten?
Häufig reicht es, die Schiene nachts zu tragen, da dann der Patient am meisten knirscht oder presst.

Weiterhin muss das Bewusstsein des Patienten tagsüber darauf geschärft werden, sich selbst zu beobachten und den "Kiefer zu entspannen".

Wichtig ist selbstverständlich, die Stressursachen heraus zu finden und, soweit möglich, zu beseitigen.

Weitere Schienen-Formen
Natürlich gibt es weitere Schienenformen, die in komplexen Situationen Anwendung finden, wie z.B. bei:

  • Kiefergelenkknacken,

  • Gelenkkompression oder

  • Störungen des Zusammenbisses.

Eine Behandlung mit diesen Schienen, die Repositions- oder Dekompressionsschienen genannt werden, sollte je nach Ursache eine Bisskorrektur nach sich ziehen.

Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Zahnarzt.

In bestimmten Fällen (z.B. Deformationen der Kiefergelenke) sind komplexere Therapien nötig, die teils auch Krankengymnastik oder chirurgische Eingriffe erfordern.

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg http://www.dr-dr-stefan-berg.de

 

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg 
Letzte Änderung am: 10.12.2007
 
Tipp