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Chrom

 Pfeffer ist ein guter Chromlieferant

Pfeffer ist ein guter Chromlieferant
(Quelle: BananaStock)

Chrom ist ein Spurenelement, das von dem französischen Chemiker Louis Nicolas Vauquelin 1797 entdeckt wurde. Es kommt in der Erde je nach Gebiet in einer Konzentration von zehn bis 90 mg pro Kilogramm vor. In der Industrie wird Chrom vor allem als Legierungsmetall zur Herstellung von nichtrostenden Chromstählen und auch zur Herstellung von Farbstoffen verwendet.Für den Menschen ist Chrom für verschiedene Stoffwechselschritte im Körper wichtig. Schon 1929 wurde der chromreiche Hefepresssaft bei einem durch Insulinmangel bedingten Diabetes mellitus verabreicht. Der Chrombedarf beträgt etwa 50 bis 200 µg pro Tag und ist je nach Alter, Geschlecht, Belastungssituation und Grunderkrankungen unterschiedlich. Die Aufnahme von Chrom aus der Nahrung hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Aufgaben von Chrom

Chrom spielt eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel und zwar bei der Bildung des Glucosetoleranzfaktors (GTF), der die Insulinwirkung steuert. Bei einer Diät kann die Einnahme von Chrom als Nahrungsergänzung den Heißhunger lindern. Durch einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel kann eine ausreichende Chromzufuhr den Triglyzeridspiegel und Gesamt-Cholesterinspiegel senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen. Im Proteinstoffwechsel ermöglicht Chrom den Einbau bestimmter Aminosäuren in das Herzgewebe und hat außerdem Einfluss auf die Zellteilung.

Ursachen für einen Chrommangel

Ursache eines Chrommangels ist häufig eine zu geringe Aufnahme von Chrom durch falsche Ernährung, vor allem durch den vermehrten Genuss industriell verarbeiteter Nahrungsmittel, die häufig wenig Chrom, dafür aber mehr Fette und Eiweiß enthalten. Außerdem können folgende Faktoren bei einem Chrommangel eine ursächliche Rolle spielen:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter sinkt die Chromkonzentration im Gewebe ab und das aufgenommene Chrom wird schlechter verwertet. Gleichzeitig nimmt die Erkrankungsrate an Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Fettstoffwechselstörungen zu.
  • Körperliche Belastung: Infektionen, Stress und auch intensive sportliche Betätigung können die Chromausscheidung über Schweiß und Urin erhöhen. Andauernder Stress verbraucht mehr Chrom und kann auf Dauer zu einer Insulinresistenz und Chrommangel führen.
  • Diabetes mellitus: Eine erhöhte Ausscheidung von Chrom über die Niere bei diabetischer Nephropathie führt zu einem Chrommangel, der wiederum die Glukosetoleranz negativ beeinflusst.
  • Ernährung: Fettreiche Nahrung und Phytate (z.B. in Soja) hemmen die Chromaufnahme, ein hoher Konsum an einfachen Kohlenhydraten erhöht die Chromausscheidung.
  • Arzneimittel: Einige Medikamente wie Säurehemmer (Antazida), Vanadium oder Calciumcarbonat und auch Mineralstoffe wie Zink erhöhen den Chrombedarf.

Symptome eines Chrommangels

Ein Mangel an Chrom kann zu einer gestörten Glukosetoleranz führen, das bedeutet eine verminderte Insulinwirkung auf den Blutzucker mit erhöhten Blutzuckerwerten nach dem Essen und einer Verschlechterung eines bestehenden Diabetes mellitus. Andererseits kann die Neigung zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit geringen Blutzuckerwerten und den Symptomen von Kopfschmerzen, Heißhunger oder Antriebslosigkeit infolge einer vorausgegangenen überschießenden Insulinausschüttung auch mit einem Chrommangel zusammenhängen. Des Weiteren beobachtet man bei Chrommangel einen Anstieg des Gesamt-Cholesterins und der Triglyzeride im Blut, Nervosität, Gereiztheit, Verwirrtheit, Depression und Lernschwierigkeiten sowie eine Änderung in der Körperzusammensetzung mit Abnahme der muskelfreien Körpermasse. Diagnostisch kann ein Chrommangel mithilfe einer Haaranalyse festgestellt werden.

Tagesbedarf und Therapie des Chrommangels

Der Bedarf an Chrom liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei einem Erwachsenen zwischen 30-100 µg pro Tag. Kinder bis zum siebten Lebensjahr benötigen 20-80 µg Chrom pro Tag. Die Bioverfügbarkeit von Chrom aus den Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei 0,2-10 Prozent und ist somit sehr wenig. Untersuchungen zur Folge wird die tägliche Chromaufnahme auf 25-40 µg geschätzt, was gemessen am Tagesbedarf zu wenig ist und oben genannte Erkrankungen begünstigen kann. Bei einem Chrommangel und Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Glukosetoleranzstörungen, Arteriosklerose, erhöhte Blutfette sowie in der Schwangerschaft und bei regelmäßiger intensiver sportlicher Betätigung sollte versucht werden, den Bedarf über eine ausgewogene Ernährung zu decken. Die Einnahme von einem Chrompräparat von 50- 200 µg ist nur in Absprache mit dem betreuenden Arzt empfehlenswert.

Chromreiche Nahrungsmittel

Reich an Chrom sind zum Beispiel Fleisch wie Schweinefleisch, Innereien und Muskelfleisch, Vollkornbrot, Melasse, Hühnerfleisch, Bierhefe, Eier und Nüsse. Pfeffer und brauner Rohrzucker sind gute Chromlieferanten. Raffinierter (weißer) Zucker und Weißmehl enthalten kaum Chrom.

Überdosierung und Vergiftung

Eine Überdosierung oder Vergiftung mit Chrom ist selten und findet man meist nur bei beruflicher Exposition (zum Beispiel in der metallverarbeitenden Industrie, Ledergerberei und Zahntechnik). Metallische Implantate wie Hüftgelenksprothesen können auch eine Chrombelastung begünstigen. Das dreiwertige Chrom wird kaum vom Körper aufgenommen und ist in physiologischen Dosen nicht giftig. Sechswertige Chromverbindungen, die in der Medizin keine Verwendung finden, sondern in Zement, Holzschutzmitteln oder Insektiziden, werden vom Körper besser aufgenommen und können giftig sein. Eine chronische Chromüberdosierung kann zu Wundheilungsstörungen, chronischem Schnupfen mit Nasenbluten durch den eingeatmeten Chromstaub und zu Bindehautentzündungen führen. Außerdem beobachtet man bei exponierten Personen vermehrt das Auftreten von Allergien und Krebserkrankungen. Eine akute Chromvergiftung äußert sich durch starke Magen-Darm-Beschwerden mit bis zu blutigem Erbrechen, Durchfall, Schock, Nieren- und Leberschäden. Bei Verdacht auf eine akute Vergiftung sollte schnell ein großes Glas Wasser getrunken werden, um die Chromkonzentration im Magen-Darm-Trakt zu verdünnen. Die Einnahme von Vitamin C kann die Aufnahme von Chrom in den Blutkreislauf reduzieren. Die weitere Therapie sollte bei einem Arzt erfolgen.

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Chrom? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Quellen:
Burgerstein, L., Schurgast, H., Zimmermann, M.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. HAUG, Heidelberg 2007
Deutsche Gesellschaft für gesunde Ernährung, Österreichische Gesellschaft für gesunde Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau Brauns GmbH. Frankfurt am Main, 2000
Kasper, H., Wild, M., Burghard, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2004

 

Autor: Dr. med. Jessica Männel 
Letzte Änderung am: 06.10.2008
 
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