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Cannabis

Kiffer beim Bröseln des Haschischs in eine Zigarette
(Quelle: Henning Hraban Ramm/PIXELIO)

Cannabis gehört zur Gattung der Hanfgewächse mit psychoaktiven Wirkstoffen. Das bedeutet, dass sie die Psyche und das Bewusstsein eines Menschen beeinflussen. Bedeutendster Wirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (kurz THC). Der Wirkstoffgehalt schwankt je nach Pflanzensorte. Cannabis wird in Form von Marihuana (zerkleinerte Pflanzenteile) oder Haschisch (Harz der Blütenstände) meist zusammen mit Tabak geraucht und gilt nach dem Betäubungsmittelgesetz als illegale Droge. Bei uns ist Haschisch nach Alkohol und Nikotin das am weitesten verbreitete Rauschmittel.


Wie wirkt das in Cannabis enthaltene THC?

THC gelangt über das Blut in den gesamten Körper und kann dort eine Reihe von Reaktionen hervorrufen. Der Blutdruck wird erhöht, die Herzfrequenz steigt an, der Appetit nimmt zu und die Augen können sich röten. Mögliche psychische Wirkungen reichen von einer ausgelassenen, euphorischen Stimmung bis hin zu Halluzinationen.

Unerwünschte Begleiterscheinungen des Cannabiskonsums sind dagegen Denkstörungen, eine verringerte Aufmerksamkeit und eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit. Kiffer können sich weniger merken. Sie haben Probleme beim Lernen. Der Konsum von Cannabis kann die Wahrnehmung „verschieben“. Nebenreize können in den Vordergrund treten. Das bedeutet, dass beispielsweise leise Geräusche plötzlich besonders laut wahrgenommen werden. Im Rausch kann es gelegentlich auch zu Angstzuständen, Panik, Unruhe und alptraumartigen Erlebnissen kommen.

Wie THC auf jeden einzelnen wirkt ist unter anderem davon abhängig,

  • wie viel Cannabis eingenommen wird,
  • welchen THC-Gehalt das Cannabis hat,
  • ob der Konsument bereits an THC-haltige Cannabisprodukte gewöhnt ist,
  • in welcher Stimmung und Gefühlslage sich der Konsument befindet und
  • welche Einflüsse aus der Umgebung auf den Konsumenten einwirken.

Das Rauchen von Marihuana oder Haschisch kann sich auf verschiedene Personen also sehr unterschiedlich auswirken.


Typisches Blatt einer Cannabispflanze
(Quelle: Manwalk/PIXELIO)

Gesundheitliche Folgen des Cannabiskonsums

Risiken für die Gesundheit entstehen vor allem durch das verringerte Konzentrations- und Reaktionsvermögen sowie die verringerte Leistungsfähigkeit während des Drogenrausches. Cannabiskonsumenten stellen dann vor allem im Straßenverkehr eine Gefahr für sich und andere, unbeteiligte Menschen dar. Selten können durch Cannabis auch Halluzinationen oder Psychosen ausgelöst werden, die einer Schizophrenie ähnlich sind.

Auf lange Sicht können die im Cannabis und Tabak enthaltenen Stoffe Lungen- und Bronchialerkrankungen verursachen oder zu Herz-Kreislauf-Problemen und hormonellen Störungen führen. Die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit nehmen ab. Schwerwiegender werden allerdings die möglichen psychischen Folgen eingeschätzt. Das Denken und Urteilen wird eingeschränkt. Antriebslosigkeit und Motivationsmangel nehmen zu. So kann es sein, dass Schüler beispielsweise keine Lust mehr haben, den Unterricht zu besuchen, oder ihm nicht mehr folgen können und so ihre spätere berufliche Laufbahn negativ beeinflussen.

Auch wenn Cannabis nicht körperlich abhängig macht, kann regelmäßiger und starker Konsum zur psychischen Abhängigkeit führen. Betroffene haben das Gefühl, ohne die Droge nicht mehr „klar“ zu kommen. Sobald sie in eine unangenehme Situation geraten, versuchen sie, ihre Gefühle durch das Kiffen auszublenden. Wenn sie versuchen, das Kiffen einzuschränken, treten Entzugserscheinungen wie innere Leere, Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Unruhe und Schlafstörungen auf. Diese Symptome sind ein Zeichen dafür, dass der Körper an Cannabis gewöhnt ist und nun versucht, sich umzustellen.

Quellen:
F.A. Brockhaus (Hrsg.).: Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim 2006
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: März 2008)
Online-Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.: www.dhs.de (Stand: März 2008)
Online-Informationen der Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V.: www.landesstelle-berlin.de (Stand: März 2008)

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 21.04.2008
 
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