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LSD

LSD (Lysergsäurediäthylamid) ist eine sehr starke, bewusstseinsverändernde Droge. Sie wirkt auf das Gehirn und ruft Halluzinationen hervor, bei denen sich die Wahrnehmung verändert und optische Eindrücke intensiver werden.

Geschichte
Die halluzinogene Wirkung von LSD entdeckte 1943 der Schweizer Chemiker Albert Hoffmann auf der Suche nach einem anregenden Mittel. In den 60er Jahren experimentierte Professor Timothy Leary mit halluzinogenen Drogen und regte eine ganze Generation dazu an, durch Trips mit LSD zur "Erleuchtung" zu kommen: LSD war DIE Modedroge in den 60ern und Anfang der 70er Jahre.

Erscheinungsformen
In reiner Form ist LSD ein durchsichtiges Kristall, wird so aber nicht auf dem Markt angeboten. Meist wird es auf Löschpapier getropft und heißt dann "Paper", "Blotter" oder "Pappe".

Auf einem Blatt Löschpapier können mehr als 100 Papers sein. Jedes Paper misst etwa 5 mm im Quadrat und ist mit einem Bild versehen. Bei kleinen viereckigen Papierchen ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es sich um LSD handelt.

Im Durchschnitt enthält ein Paper etwa 50 Mikrogramm LSD, was einen relativ sanften "Trip" verursacht. Sie können aber auch bis zu 250 mg enthalten.

Sehr hoch dosiert sind die sogenannten "Microdots", kleine farbige Pillen, die mit LSD getränkt wurden. Sie haben einen Durchmesser von etwa 2 bis 3 mm und unterschiedliche Farben.

Szenenamen
LSD wird auch umschrieben mit "Trip" oder "Acid".

Wirkung
Die Wirkung von LSD beginnt etwa eine halbe Stunde nach der Einnahme, erreicht ihren Höhepunkt nach etwa zwei Stunden und hält dann einige Stunden an, bis man einschläft. Es beeinflusst die Wahrnehmung der Außen- und Innenwelt:

  • die Helligkeit des Lichts variiert

  • Töne sind mal laut, mal leise

  • Farben sind intensiver

  • Materialien fühlen sich anders an (Glattes wird rau und umgekehrt)

  • Bilder verändern ihr Aussehen

  • man hat Halluzinationen und sieht Dinge, die gar nicht da sind

  • man horcht in sich hinein und meint, Dinge besser zu verstehen

  • man fühlt sich, als trete man aus seinem Körper heraus

Die Wirkung ist jedoch abhängig davon, wie man sich fühlt und wo man sich mit wem befindet ("Setting"). Ist man glücklich, entspannt und in Gesellschaft guter Freunde, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen guten Trip. Ist man nervös, traurig oder depressiv und befindet man sich auch noch an einem fremden Ort, ist ein schlechter Trip wahrscheinlicher.

Gefahren
Am häufigsten drohen Paranoia und Depressionen. Oft sind es jedoch die Halluzinationen, die schnell in wahren Horror umschlagen können: man stelle sich vor, man sitzt vor einem Spiegel, und das eigene Gesicht zerfällt, oder Urin verwandelt sich in Blut. Solche Halluzinationen können grauenhaft sein. Und wenn man Pech hat, wiederholen sie sich irgendwann: dies sind die sogenannten "Flashbacks". LSD kann nämlich eine sehr unangenehme Langzeitwirkung haben. Diese Flashbacks können nach Tagen, aber auch erst nach Jahren auftreten.

Abhängigkeit
Wer LSD nimmt, muss eigentlich keine körperlichen Nebenwirkungen befürchten, da es nicht süchtig macht. Da es jedoch das Bewusstsein verändert, können seelische Krankheiten auftreten, von denen man bisher nichts wusste. Dies kann dazu führen, dass man depressiv oder paranoid (siehe oben) wird.

Rechtslage
LSD fällt unter Anlage 1 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG), ebenso wie Cannabis oder Heroin. Besitz, Weiterverkauf oder Verschenken sind verboten. Der Besitz kleinster Mengen ist strafbar, eine "nicht geringe Menge" kann eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren und eine Geldstrafe nach sich ziehen.

(Das Bild wurde der Broschüre "Drogenfakten" entnommen, die vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg im Auftrag der Innenminister/-senatoren des Bundes und der Länder herausgegeben wurde.)

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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