Tipp

Eisen

Petersilie enthält viel Eisen

Petersilie enthält viel Eisen
(Foto: Bananastock)

Eisen als Nährstoff gehört zu den Spurenelementen der menschlichen Ernährung. Eisen ist unter anderem wichtig für die Blutbildung. Besonders Frauen sollten auf die Eisenaufnahme achten. Das gilt vor allem in der Schwangerschaft. Bei Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, ist aufgrund des Blutverlusts ein höherer Bedarf an Eisen gegeben.


Aufgaben von Eisen

Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Verwertung von Sauerstoff im menschlichen Körper. Seine wichtigste Funktion aber ist die Bindung von Sauerstoff, der durch die Atmung in den Lungen ankommt, an den Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Dadurch gelangt Sauerstoff in alle Zellen. Ist zu wenig Eisen im Körper vorhanden, kann nicht genug Hämoglobin gebildet werden und die Sauerstoffversorgung der Zellen leidet. 60 Prozent des im Körper enthaltenen Eisens befindet sich am Hämoglobin. Eisen wird unter anderem in der Leber gespeichert. Außerdem ist Eisen auch bedeutend für das Immunsystem.


Ursachen für Eisenmangel und Einflussfaktoren auf Eisenaufnahme

Zu einem Eisenmangel kommt es, wenn über die Nahrung nicht genügend Eisen aufgenommen wird und die Eisenspeicher im Körper leer sind. Wenn dann zu wenig Eisen im Körper vorhanden ist, um den Blutfarbstoff zu bilden, spricht man von einer Eisenblutarmut (Anämie durch Eisenmangel). Eisen kommt in tierischer und pflanzlicher Nahrung vor. Das Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird vom Körper gut aufgenommen (5-12%). Das Eisen aus pflanzlicher Nahrung hingegen wird deutlich schlechter aufgenommen (1-4%). Die Aufnahme von Eisen wird durch Vitamin C und Säuren verbessert. Deshalb ist es empfehlenswert, zum Essen entsprechende Säfte zu trinken oder frisches Obst zu essen. So kann der Körper durch die aufgenommene Ascorbinsäure das Eisen besser verwerten. Menstruierende Frauen und Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf und müssen entsprechend mehr Eisen über die Nahrung aufnehmen. Ein erheblicher Blutverlust, beispielsweise bei einer Operation, oder chronische Erkrankung wie Dialyse kann ebenfalls zu einem Eisenmangel führen.

Auch Veganer sind eher gefährdet, dass es zu einem Eisenmangel kommt, da bei ihnen die Aufnahme aus tierischen Lebensmitteln komplett fehlt. Bei Veganern ist es deshalb besonders wichtig, vermehrt Eisen über pflanzliche Lebensmittel, wie Hülsenfrüchte, zuzuführen.


Symptome eines Eisenmangels

Die typischen Symptome eines Eisenmangels sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ein schwaches Immunsystem. Bei Kindern kann es außerdem zu Wachstumsstörungen kommen. Besonders betroffen von Eisenmangel sind Frauen kurz vor den Wechseljahren, Schwangere, Stillende, Säuglinge und weibliche Jugendliche.

Eine wirkliche Eisenmangelanämie kommt nur bei weniger als einem Prozent der Bevölkerung vor. Symptome dafür können entzündete Mundwinkel, gestörtes Wachstum der Haare und Nägel und eine erhöhte Infektanfälligkeit sein.


Tagesbedarf von Eisen

Der Tagesbedarf an Eisen beträgt beim erwachsenen Mann zehn Milligramm pro Tag, bei der erwachsenen Frau 15 Milligramm pro Tag. Der Tagesbedarf bei Schwangeren steigt auf 30 Miliigramm. Bei Frauen nach den Wechseljahren sinkt der Bedarf wieder auf zehn Milligramm täglich. Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren sollten zwölf Milligramm (Jungen) beziehungsweise 15 Milligramm (Mädchen) zu sich nehmen. Neugeborene bekommen durch die Plazenta einen Eisenvorrat mit, sodass in den ersten vier Lebensmonaten nur ein Bedarf von 0,5 Milligramm besteht, der normalerweise durch die Muttermilch beim Stillen gedeckt wird. Das Eisen aus der Muttermilch wird besser aufgenommen, als jedes andere Eisen, das der Mensch zu sich nimmt. Nach dem vierten Lebensmonat bis zum siebten Lebensjahr liegt der Tagesbedarf bei zehn Milligramm.


Eisenhaltige Nahrungsmittel

Es gibt viele eisenhaltige Nahrungsmittel, jedoch ist ein wichtiges Kriterium auch die Verfügbarkeit. Bei tierischen Lebensmitteln ist die Verfügbarkeit von Eisen am höchsten. Die Kombination mit bestimmten Nährstoffen, wie beispielsweise Ascorbinsäure, steigert die Verfügbarkeit erheblich. Andere Nahrungsmittel hingegen können die Verfügbarkeit herabsetzen, da sie die Aufnahme des Eisens im Darm verhindern. Lebensmittel, die die Aufnahme weiter herabsetzen sind beispielsweise Tee, Kaffee und Milch. Auch Lebensmittel, die zwar reich an Eisen sind, wie Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Reis, aber auch andere Stoffe enthalten, wie beispielsweise Phosphat, Oxalsäure, Lignin und Phytat, hemmen die Eisenaufnahme im Körper. Deshalb kann immer nur ein geringer Teil des durch die Nahrung aufgenommen Eisens vom Körper verwertet werden.

Besonders hohen Eisengehalt weisen unter anderem folgende Lebensmittel auf: Fleisch, rote Beete, Hülsenfrüchte, Petersilie, Sesam, Mohn, Mandeln, Haselnüsse und Hirse.


Überdosierung von Eisen

Obwohl die meisten Menschen genug oder zu wenig Eisen zu sich nehmen, kann es auch zu einer Überdosierung von Eisen kommen. Überschüssiges Eisen kann vom Körper nicht ausgeschieden werden, weshalb die übermäßige Aufnahme von Eisen nicht zu empfehlen ist. Bei einer Überdosierung kann es zu Nieren- und Leberschäden kommen. Es wird auch angenommen, dass eine Überdosierung Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Arteriosklerose, begünstigt.

Deshalb wird empfohlen, sich an die Tageszufuhr zu halten und nicht eigenmächtig Eisenpräparate zu sich zu nehmen, etwa um einem vermeintlichen Mangel vorzubeugen. Bei Eisenmangel oder gefährdeten Personen sollte eine regelmäßige Kontrolle des Eisens im Blut durch den Arzt erfolgen. Dieser kann dann über eine mögliche Nahrungsergänzung mit Eisenpräparaten entscheiden.


Quellen:
Biesalski, H.K.; Grimm P.: Taschenatlas Ernährung. Thieme Verlag, Stuttgart 2004
Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: http://www.dge.de (Stand September 2009)
Online-Information des Bundesinstitus für Risikobewertung: http://www.bfr.bund.de/cd/28383 (Stand September 2009)
Online-Information der Kinderärzte im Netz: http://www.kinderaerzteimnetz.de/aerzte/homepages/arzt1555bbdde0f9c8/docs/20080602113305_eisen.pdf (Stand September 2009)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 10.06.2013
 
Tipp