Mastitis: Entzündung in der Brust
Eine Entzündung in der Brust (Mastitis) kann verschiedene Ursachen haben. Es kann sich dabei um eine lokale Infektion des Brustgewebes handeln, die Mastitis kann ein Anzeichen für eine andere gutartige Brusterkrankung oder Brustkrebs darstellen oder nach einem Trauma der Brust auftreten. Die Mastitis kann aber auch ein Anzeichen für eine verminderte Abwehrlage und allgemeine Infektion des ganzen Körpers sein, die sich zuerst im Brustgewebe äußert. Sehr häufig tritt die Mastitis während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf und wird als Mastitis puerperale bezeichnet.
Man unterscheidet folgende Arten der Mastitis:
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Entzündung in der Stillzeit (puerperale Mastitis)
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Entzündung außerhalb der Stillzeit (non-puerperale Mastitis)
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Akuter und chronischer Brustwarzenabszess (subareolärer Abszess)
Eine Brustentzündung ist im Allgemeinen kein Risikofaktor für Brustkrebs. Es gibt aber Brustkrebsarten, die sich zusätzlich in einer Entzündung der Brust bemerkbar machen. Bei Vorliegen einer Brustentzündung (Mastitis) sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache feststellen und eine bösartige Erkrankung ausschließen zu können. In einigen Fällen ist dazu auch eine Gewebeprobe (Biopsie) notwendig. Je nach Art und Ursache der Entzündung wird eine Therapie mit Antibiotika, kühlenden Umschlägen und entzündungshemmenden Medikamenten empfohlen.
Schützende Wirkung von Sojaeiweiß
Entzündungen des Brustgewebes können durch regelmäßigen Verzehr von Sojaeiweiß reduziert werden. Das Institut Women's Research and Family Issues, Breast Cancer and Heart Desease at the Camelot Foundation in USA führte diesbezüglich eine Studie mit insgesamt 150 Patienten durch, darunter 147 Frauen und drei Männer, deren Ergebnis im November 2001 in San Diego vorgestellt wurde.
Aufbau der Studie
Die Personen wurden über
einen Zeitraum von 2,5 Jahren regelmäßig auf
Entzündungen im Brustgewebe untersucht. 87 der Patienten
zeigten im Laufe der Zeit entzündliche Veränderungen in
einer oder beiden Brüsten. Von diesen Patienten sollten 40
zusätzlich über ein halbes Jahr 20 Gramm Sojaprotein in
Form eines Getränkes zu sich nehmen, das unter anderem 160 mg
Soja-Isoflavone
enthielt. Die normalen Ernährungsgewohnheiten wurden ansonsten
beibehalten.
Testverfahren
Die Untersuchung der Brust wurde in
dieser Studie mit dem sogenannten BEST-Verfahren durchgeführt
(Breast Enhanced Scintigraphy Test), einem neuen, in den USA
zugelassenen Testverfahren. Das Verfahren ermöglicht neben der
Beurteilung des Brustgewebes auf entzündliche
Veränderungen oder Tumore auch die Beurteilung des Herzmuskels
(Myokard). In Studien konnte mit Hilfe des BEST-Verfahrens
Brustkrebs in früheren Stadien besser und mit einer
höheren Sicherheit als durch die Mammografie erkannt
werden.
Schützende Wirkung von Sojaeiweiß
Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten 25 Patientinnen unter
Sojaprotein einen signifikanten Rückgang der
Brustentzündungen. Bei den restlichen 15 Patienten sind die
Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Um eine allgemein
gültige Aussage über die Wirkung von Sojaeiweiß auf
entzündliche Brustveränderungen machen zu können,
müssen noch weiterführende Studien erfolgen. Auch die
schützende Wirkung von Soja bei Brustkrebs erfordert noch weitere
Untersuchungen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass in
Japan, wo die Frauen viel mehr Sojaeiweiß essen, die
Brustkrebsrate viel geringer ist als in den USA und Europa.
Soja enthält darüber hinaus auch viel Vitamin K2, dass in
Kombination mit Kalzium und Vitamin D eine vorbeugende Wirkung
gegen Osteoporose hat, wie neue Untersuchungen zeigen.
Brustentzündung während der Stillzeit
Eine Brustentzündung während der Stillzeit wird als puerperale Mastitis bezeichnet. Sie kann entstehen, wenn über längere Zeit mehr Milch produziert wird, als das Baby trinkt und sich ein Milchstau bildet oder wenn die Brust nicht ausreichend gesäubert und gepflegt wird. Auch beim frühen Abstillen kommt es hin und wieder zu einer Brustentzündung. Manchmal ist einfach ein Milchgang verstopft. Die Milch kann nicht mehr austreten, bietet aber einen guten Nährboden für Bakterien.
Symptome
Eine Brustentzündung macht sich als schmerzender Knoten in der
betroffenen Brust bemerkbar. Ein Teil oder
die ganze Brust wird rot und heiß. Bei einer starken
Entzündung kann sich auch Fieber entwickeln und die
axillären Lymphknoten können anschwellen und
schmerzen.
Behandlung
Wenn das Fieber nicht über 39°C steigt und die Brust nur
leicht gerötet ist, können Sie weiter stillen und die
Entzündung selbst behandeln. Die
Bakterien schaden dem Kind meist nicht, denn sie werden in seinem
Magen abgetötet. Durch das Weiterstillen und durch leichte
Massagen können Sie darüber hinaus erreichen, dass der
Milchgang wieder frei wird und die Milch abfließt.
Kühlende Umschläge und Quarkwickel lindern ebenso die
Entzündungserscheinungen. Wenn die Beschwerden nach ein oder
zwei Tagen nicht abgeklungen sind, sprechen sie mit ihrer Hebamme
und /oder suchen Sie Ihren Arzt auf. Man wird Ihnen wahrscheinlich
entzündungshemmende Medikamente und ein Antibiotikum
verschreiben, das die Bakterien vernichtet und dem Kind nicht
schadet, so dass Sie weiter stillen können. Sinnvoll kann aber
auch eine homöopathische Behandlung sein, um eventuell auf
Antibiotika verzichten zu können.
Abszess
Wenn die Mastitis zu spät
erkannt und behandelt wird, bildet sich in knapp zehn Prozent der
Fälle ein Abszess. Bei einem
Abszess handelt es sich um ein Eitergeschwür, dass
eröffnen werden muss. Wenn der Abszess klein ist, reicht dazu
eine sterile Nadel. Bei größeren Abszessen muss er mit
Hilfe einer kleinen OP eröffnet werden, damit der Eiter
vollständig abfließen kann. Je nach Größe des
Abszesses ist dafür eine Teilnarkose oder auch eine
Vollnarkose sinnvoll, denn die entzündete Brust kann sehr
schmerzempfindlich sein.
Nachdem der Abszess eröffnet wurde, kann der Eiter ablaufen.
Der Schnitt wird nicht zugenäht, damit die Bakterien nicht in
der Wunde eingeschlossen werden. Der behandelnde Arzt legt
häufig eine Drainage, damit der nachfolgende Eiter ablaufen
kann. Die Wunde soll danach langsam von innen nach außen
heilen (Abbildung). Diesbezüglich ist eine
regelmäßige Wundpflege notwendig.
Brustentzündung außerhalb der Stillzeit
Die Mastitis nonpuerperale ist eine unspezifische Brustentzündung, die außerhalb einer Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt. Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 18 und 40 Jahren sind am häufigsten betroffen. Früher handelte es sich bei 70 Prozent der Brustentzündungen um eine Mastitis puerperale, die in der Stillzeit auftritt. Die Häufigkeit der Brustentzündung außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit hat in den letzten Jahren aber stetig zugenommen.
Mögliche Ursachen und Formen
Eine Mastitis nonpuerale kann entweder eigenständig ohne
erklärliche Ursache, in Begleitung verschiedener gutartiger
Brusterkrankungen, zum Beispiel der Mastopathie und Mastodynie, auftreten oder ein Anzeichen
für Brustkrebs darstellen.
Sie geht häufig mit einer gesteigerten Sekretion aus der betroffenen
Brustwarze einher. Eine Brustentzündung kann vor allem dann
auftreten, wenn man besonders anfällig für Infektionen
ist. Das Ausmaß der Entzündung ist verschieden
ausgeprägt, sie kann sowohl das Binde- und Drüsengewebe
mit einer diffusen Entzündung der Brust betreffen als auch die
Milchgänge. Die Entzündung der Milchgänge mit
Verstopfung der Milchsinus führt zu einer lokal begrenzten
Entzündung, woraus sich ein Abszess entwickeln kann. Die
Entzündungen kann nicht bakterielle oder bakterielle Ursachen
haben, die je nach verantwortlichem Bakterium antibiotisch
behandelt werden muss. Eine gesteigerten Milchsekretion, die zum
Milchstau und einer bakteriellen oder nicht bakteriellen
Entzündung führt, kann durch die gesteigerte
Ausschüttung eines Hormones, das Prolaktin, das für die
Milchsekretion zuständig ist, ausgelöst werden. Diese
sogenannte Hyperprolaktinämie wird
durch Stress, durch bestimmte Medikamente oder einer
Schilddrüsenunterfunktion gefördert. In diesem
Zusammenhang werden auch häufig
Zyklusunregelmäßigkeiten beobachtet. Es ist deshalb
wichtig, von ihrem behandelnden Arzt die Ursache der Mastitis
abklären zu lassen.
Symptome und Diagnose
Eine Rötung der Brust ist das erste Anzeichen für eine
Mastitis. Das Ausmaß der Rötung schwankt zwischen
geldstück- bis handtellergroß, kann aber auch die ganze
Brust betreffen. Die betroffenen Brust fühlt sich
außerdem wärmer an und man kann einen schmerzenden
Knoten tasten, der je nach Ausmaß der Entzündung bis
faustgroß wird und die Brust optisch vergrößert.
Etwa 76 Prozent der Patientinnen klagen über starke Schmerzen
in der Brust, die sich bis in die Achsel-Höhle heraufziehen
und mit einer Schwellung der Lymphknoten einhergehen
können.
Der Arzt wird eine ausführliche Anamnese machen und ihre Brust
untersuchen. Je nach Befund wird er danach eine Blutuntersuchung
mit Bestimmung von Entzündungsparametern, Schilddrüsen-
und Prolaktinwerten und gegebenenfalls eine Mammografie
veranlassen oder einen Ultraschall machen.
Therapie
Je nach Befundergebnis erfolgt die Behandlung im Anfangsstadium mit
kühlenden Umschlägen oder auch Quarkwickeln 3 bis 4 mal
täglich. Sie sollten versuchen, die Brust zu entlasten und
z.B. einen straffen BH zu tragen. Bei einer bakteriellen
Entzündung werden neben entzündungshemmenden Medikamenten
auch Antibiotika verordnet. Alternativ können
homöopathische Mittel helfen. Liegen erhöhte
Prolaktinwerte vor, kann ihr Arzt vorrübergehend
Prolaktinhemmer verordnen.
Bei einem Abszess kann Wärme in Form von Rotlicht oder warmen
Umschlägen die Heilung fördern. Ansonsten sollte
frühzeitig eine Eröffnung oder eine komplette operative
Entfernung des Abszesses angestrebt werden, damit der Abszess nicht
chronisch wird und Fisteln
ausbildet.
Brustwarzenabszess
Eine Entzündung oder sogar Abszess unter dem Brustwarzenhof entsteht dann, wenn eine der Talgdrüsen, die sich dort befinden, verstopft ist und sich Keime ansiedeln. Besonders leicht kann das bei Frauen mit Hohlwarzen passieren, da ihre Drüsen engere Öffnungen haben.
Subareolärer Abszess
Die Entzündung führt zunächst zu einer
Hautrötung und zu Schmerzen. Der entstehende Eiter kann nicht
abfließen und sammelt sich in einer kleinen Höhle. So
kommt es zu einem Abszess entstanden. Dieser Abszess schwillt an
und wird am Rand der Brustwarze als wunde, heiße und
gerötete Stelle sichtbar. Der Fachausdruck für diesen
Abszess der Brustwarze ist "subareolärer Abszess".
Wenn die Entzündung früh entdeckt wird, wird sie mit
Antibiotika, kühlenden Umschlägen und
entzündungshemmenden Mitteln behandelt. Auch eine
homöopathische Behandlung kann helfen. Ist die Entzündung
weiter fortgeschritten und bereits ein Abszess entstanden, dann
muss er eröffnet werden. Dies geschieht meist über einen
kleinen Schnitt am Rande des Warzenhofes. Der Eiter kann dann
ablaufen und nach einer Spülung der Wunde wird die Wunde offen
gelassen, damit sie von innen heilen kann. Häufig wird auch
eine Drainage gelegt, damit das Wundsekret und weitere Eiter besser
abfließen kann.
Chronischer Abszess
Manchmal können die Entzündungen des Brustwarzenvorhofes
wieder auftreten und bei nicht ausreichender Behandlung kann auch
eine chronische Entzündung oder Abszess entstehen. Die
Talgdrüse entzündet sich trotz Antibiotika und Drainage
immer wieder. Es kann sich eine Verhärtung bilden, die
häufig sehr empfindlich und auch schmerzhaft sein können.
In einem solchen Fall ist es sinnvoll, die dauerhaft
entzündete Drüse operativ entfernen zu lassen.
Die betroffenen Talgdrüsen sitzen unter dem Warzenhof. Zur
Entfernung muss auch ein kleines Stück aus dem Warzenhof
entnommen werden. Nach der Operation kann eine kleine Narbe oder
ein kleines Loch an der Stelle zurückbleiben, an der das
entzündete Gewebe entnommen wurde. Die Operation hat aber
meist keine Auswirkung auf die Stillfähigkeit noch auf das
Sexualleben.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 03.01.2008
