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Erste Hilfe

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist eine wichtige Maßnahme der Ersten Hilfe

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist eine wichtige Maßnahme der Ersten Hilfe
(Foto: AOK-Mediendienst)

Erste Hilfe bezeichnet verschiedene lebensrettende Sofortmaßnahmen, die zur Behandlung von Verletzten, beispielsweise nach einem Unfall, bis zum Eintreffen eines professionellen Helfers angewendet werden sollten.



Allgemeine Hinweise zum richtigen Handeln in Notfallsituationen
Der Notruf
Medizinische Erstversorgung
Die Rechtslage in Deutschland


Hier finden Sie Anleitungen zur Ersten Hilfe für verschiedene Notfallsituationen.


Allgemeine Hinweise zum richtigen Handeln in Notfallsituationen

Es gibt einige allgemeine Hinweise, die dabei helfen, in einer Notfallsituation richtig zu handeln.

Generell ist es wichtig in einer Notfallsituation:

  • die Ruhe zu bewahren,
  • sicher aufzutreten,
  • umsichtig zu handeln und
  • Betroffene und Anwesende zu beruhigen.

Betroffenen hilft es wenn:

  • sie wissen, dass sie nicht alleine sind und Hilfe auf dem Weg ist,
  • sie von Schaulustigen abgeschirmt werden,
  • sie leichten Körperkontakt durch den Ersthelfer spüren (beispielsweise durch Halten der Hand oder Berühren der Schulter) und
  • der Ersthelfer mit ihnen spricht und ihnen zuhört.

Wenn eine verletzte Person aufgefunden wird, ist es zunächst wichtig:

  • herauszufinden was vorgefallen ist,
  • abzuschätzen ob weitere Gefahren drohen und gegebenenfalls
  • sich selbst und Betroffene davor zu schützen, indem die Unfallstelle abgesichert wird (zum Beispiel durch ein Warndreieck).

Danach sollten:

  • ein Notruf abgesetzt und anschließend
  • Maßnahmen zur medizinischen Erstversorgung eingeleitet werden.

Der Notruf

Der Notruf ist europaweit unter der gebührenfreien Nummer 112 zu erreichen. Die Notrufzentrale leitet die Angaben zum Notfall an die entsprechenden Stellen (Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei) weiter.

Auf Autobahnen ist die Richtung der nächstgelegenen Notrufsäule durch Pfeile auf den Leitpfosten angegeben. Auf anderen Straßen gibt es oft Schilder, die den Weg zum nächsten Notruftelefon weisen. Es gibt verschiedene Arten von Notrufsäulen und Telefonen, eine Bedienungsanleitung ist in der Regel am Gerät zu finden.

Beim Absetzten des Notrufs ist es für die Leitstelle hilfreich, wenn folgende Merksätze beachtet werden.

Wo ist es passiert?

Möglichst genaue Angaben zum Ort des Notfalls erlauben professionellen Helfern schnell am Einsatzort zu sein.

Was ist passiert?

Eine kurze Beschreibung des Vorfalls ermöglicht es der Rettungsleitstelle schnellstmöglich alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen.

Wie viele Verletzte gibt es?

Die Anzahl der Verletzten ist wichtig für die Planung von Rettungsmaßnahmen und den Abtransport mit Rettungsfahrzeugen oder Hubschraubern.

Welche Arten von Verletzungen liegen vor?

Besonders bei lebensbedrohlichen Verletzungen sollte die Leitstelle darüber informiert werden, damit gegebenenfalls ein Notarzt zum Einsatzort geschickt werden kann.

Warten auf Rückfragen!

Das Gespräch wird immer durch die Leitstelle beendet, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Informationen übermittelt wurden.


Beurteilung des Zustands von Betroffenen

Den Zustand von Betroffenen zu überprüfen ist unerlässlich, um zu entscheiden welche weiteren Maßnahmen getroffen werden müssen.

Prüfung des Bewusstseins

Um zu prüfen, ob Betroffene bei Bewusstsein sind, kann man einfache Fragen (zum Beispiel nach dem Namen oder Wohnort) stellen. Erhält man keine Reaktion, kann man beispielsweise durch Rütteln an den Schultern versuchen, die Person aufzuwecken.

Wenn auch so keine Anzeichen von Bewusstsein festgestellt werden können, sollte man gegebenenfalls durch Hilferufe weitere Helfer auf die Situation aufmerksam machen. Der nächste Schritt ist die Überprüfung der Atmung.

Prüfung der Atmung

Die Atmung von Bewusstlosen zu prüfen ist sehr wichtig, da die Zunge bei Rückenlage in den Hals zurücksinken und die Atemwege blockieren kann. Um die Atmung zu überprüfen, muss der Hals des Betroffenen überstreckt und der Mund geöffnet werden.

Anschließend kann die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen überprüft werden:


  • Hebt und senkt sich der Brustkorb?
  • Sind Atemgeräusche zu hören?
  • Ist ein Luftstrom durch die Atmung des Betroffenen zu spüren?

Wenn nach spätestens zehn Sekunden keine Atmung festgestellt werden kann, muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung eingeleitet werden.

Suche nach Verletzungen

Die Suche nach Verletzungen ist wichtig, da nicht alle Verletzungen immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Betroffene sollten daher behutsam in geeignete Positionen gebracht werden, damit auch Körperstellen, die zuvor verdeckt waren, begutachtet werden können. Die Befragung von Unfallzeugen kann weitere Hinweise zu möglichen Schädigungen liefern.

Feststellen eines Schocks

Ein Schock äußert sich durch Unruhe, Angst, Nervosität, blasse Hautfarbe, kalte und schweißnasse Haut, Frieren und Zittern. Im späteren Verlauf kann es zu Teilnahmslosigkeit und zum Verlust des Bewussteins kommen. Es treten nicht immer alle Anzeichen gleichzeitig auf. In dem meisten Fällen sind Personen unter Schock noch bei Bewusstsein.


Medizinische Erstversorgung

Je nach Situation sind bei der Ersten Hilfe verschiedene Maßnahmen zur medizinischen Erstversorgung anzuwenden. Die entsprechenden Techniken werden in Erste Hilfe-Kursen vermittelt und sollten regelmäßig aufgefrischt und geübt werden.

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung kommt bei einem Atem- und Kreislaufstillstand zum Einsatz. Dabei werden Herzdruckmassage und Atemspende im steten Wechsel durchgeführt. Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen und Kindern gibt es gesonderte Angaben zum Finden des richtigen Druckpunktes sowie zu Dauer und Wiederholungsfrequenz bei der Herzmassage und der Atemspende.

Atemspende

Die Atemspende kann entweder von Mund zu Mund oder von Mund zu Nase durchgeführt werden. Wichtig ist dabei, dass die Atemwege zuvor von möglichen Fremdkörpern befreit werden. Der Kopf des Betroffenen muss nach Hinten geneigt und gleichzeitig das Kinn angehoben werden.

Blutstillung

Die Blutstillung ist besonders bei stark blutenden Wunden sehr wichtig, da für Erwachsene bereits ab einem Blutverlust von einem Liter Lebensgefahr besteht. Bei Kindern können bereits geringere Mengen lebensbedrohlich sein. Deshalb sollte die Blutstillung stets so schnell wie möglich erfolgen. Dabei sollten Betroffene immer liegen und die Wunden mit sterilem Verbandmaterial versorgt werden. Wenn kein steriles Verbandmaterial vorhanden sein sollte, ist auch eine Versorgung mit sauberen Tüchern möglich. Das Risiko einer Infektion muss dann in Kauf genommen werden. Die meisten Blutungen lassen sich durch starken Druck mit Verbandmaterial auf die Wunde stoppen. In einigen Fällen ist es auch notwendig in die Wunde hinein zu drücken.

Schockbekämpfung

Die Schockbekämpfung ist von großer Bedeutung, da ein Schock bei fehlender Behandlung zum Tod durch Sauerstoffmangel führen kann. Betroffene sollten beruhigt und mit einer warmen Decke zugedeckt werden. Durch eine erhöhte Lage der Beine kann Blut zum Gehirn und anderen Organen fließen. Bei Bewusstlosigkeit aber noch vorhandener Atmung müssen Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Herstellung der stabilen Seitenlage

Die stabile Seitenlage sorgt dafür, dass sich der Mund von Verletzten am tiefsten Punkt des Körpers befindet. Dadurch ist sichergestellt, dass Blut und Erbrochenes abfließen können und nicht zum Ersticken führen. Für die Herstellung der stabilen Seitenlage wird das untere Bein des Betroffenen gerade ausgestreckt, das obere nach vorne abgewinkelt. Der obere Arm wird vor der Brust des Bewusstlosen gekreuzt und die Hand unter dessen Wange gelegt. Der untere Arm wird zur Abstützung nach vorne gebracht und am Ellebogen abgewinkelt. Der Kopf wird überstreckt und der Mund leicht geöffnet.


Die Rechtslage in Deutschland

In Deutschland ist nach § 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) jeder Bürger dazu verpflichtet bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr und in Not zu helfen, sofern er sich dabei selbst nicht in Gefahr begeben muss und auch keine anderen wichtigen Pflichten verletzt werden. Andernfalls macht er sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe verantwortet werden muss.

Im Straßenverkehr

Halter und Fahrer von Kraftfahrzeugen sind nach § 35h der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dazu verpflichtet, einen Verbandskasten (Erste Hilfe-Kasten) der DIN-Norm 13164 in ihrem Fahrzeug mitzuführen. Sterile Verbandmaterialien des Erste Hilfe-Kastens haben eine beschränkte Haltbarkeit und müssen daher regelmäßig erneuert werden. Auch rostige Metallgegenstände und andere Verunreinigungen müssen ausgetauscht oder entfernt werden. Außerdem ist es Ratsam, seine Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.


Quellen:
Online-Informationen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Berlin: www.drk.de (Stand: April 2009)
Online-Informationen des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), München: www.adac.de (Stand: April 2009)
Online-Informationen des Bundesministeriums der Justiz, Berlin: www.gesetze-im-internet.de (Stand: April 2009)

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 20.11.2012
 
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