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Nase

Die Nase ist ein Hohlorgan, das durch eine Scheidewand (Septum) in eine rechte und eine linke schmale knöcherne Nasenhöhle getrennt wird. Die äußere Seitenwand und der Boden jeder Nasenhöhle wird vom harten Gaumen gebildet. Rechte und linke Nasenhöhle werden von je einem kleinen knöchernen Nasenbein überdacht. Von der Seitenwand ragen in jede Nasenhöhle die Nasenmuscheln hinein.
Rechte und linke Nasenhöhle gehen nach hinten über ihre beiden Öffnungen, die so genannten Choanen, in einen ungeteilten Nasen-Rachenraum über.

An die paarige Nasenhöhle setzt nach vorne das aus mehreren Knorpelstücken bestehende Nasenskelett an. Das Nasenskelett wird durch ein knorpeliges Septum in einen rechten und linken Nasenvorhof geteilt. Das Nasenskelett verleiht jedem Menschen die individuelle Nasenform.

Haut des Nasenvorhofs und Nasenschleimhaut
Die äußere Haut der Nase ist behaart und besitzt viele Talgdrüsen. Sie klappt um das Nasenskelett (Nasenflügel und Nasenscheidewand) um und kleidet auch die beiden Naseneingänge (Nasenvorhöfe) aus. Die besonders kräftigen schwarzen Haare jedes Nasenvorhofs, die Vibrissae (Nasenhaare) genannt werden, sind gegen das Nasenloch, d.h., nach außen gerichtet und stellen eine Reuse gegen Insekten, grobe Stäube und Fremdkörper dar. Die Nasenhaare können mehrere Millimeter lang werden. Sie können sogar etwas aus den Naseneingängen herauswachsen.

Mit Ausnahme des kleinen Riechfeldes unter dem Nasendach sind die restlichen Wände der beiden Nasenhöhlen mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Das Schleimhautbindegewebe ist von zahlreichen Venengeflechten durchsetzt, welche die Aufgabe haben, die Atemluft zu erwärmen. Das Schleimhautbindegewebe ist von einem mehrreihigen Zylinderflimmerepithel (= respiratorisches Epithel) mit Becherzellen bedeckt. Die Becherzellen produzieren den Nasenschleim, welche die gesamte Schleimhautoberfläche als Schleimschicht vollkommen überzieht. Das Zylinderflimmerepithel wird von Flimmerepithelzellen gebildet. Jede Flimmerepithelzelle ist höher wie breit und trägt 200 bis 300 feinste Flimmerhärchen, die so genannten Kinozilien. Jede Kinozilie ist 5 bis 10 Mikrometer lang und ist nach einen charakteristischen Muster aufgebaut.

Milliarden von Flimmerhärchen ragen gleich Borsten einer Bürste in die Nasenschleimschicht hinein. Krankheitserreger und andere eingeatmete feinere Fremdpartikel sowie abgeschilferte Zellen bleiben auf der Schleimschicht haften. Gleich einem Förderband transportieren die Flimmerhärchen den verschmutzten Nasenschleim durch den koordinierten (metachronen) Zilienschlag in Richtung Rachen. Im Mikroskop lässt sich erkennen, dass der verunreinigte Nasenschleim in einer wellenartigen Bewegung abtransportiert wird: Während in einem Bereich die Flimmerhärchen rasch in die Transportrichtung, also rachenwärts, schlagen, richten sich die entfernt liegenden Kinozilien wieder auf. Benachbarte Kinozilien berühren sich dabei nicht. Jedes Flimmerhaar schlägt 450 bis 900 mal pro Minute.

Im Rachen angelangt, wird der verunreinigte Nasenschleim dann hinuntergeschluckt.

Im Bindegewebe der Nasenschleimhaut liegen kleine Nasendrüsen. Zusammen mit der Tränenflüssigkeit, die über den Tränenkanal in den unteren Nasengang abläuft, befeuchtet das von den Nasendrüsen abgegebene Sekret die Nasenschleimhaut und die Atemluft.

Riechzellen und Riechnerv
Das kleine Riechfeld, das sich unter dem Nasendach jeder Nasenhöhle befindet, besteht aus Riechhärchen tragende Sinneszellen. Jede Sinneszelle setzt sich in einer Nervenfaser fort, die sich dann zum Riechnerv (Nervus olfactorius) vereinigen. Der Riechnerv führt in den Riechkolben, in dem die Umschaltung auf andere Nervenzellen zur Reizweiterleitung ins Gehirn stattfindet.

Funktionen der Nase
Die Nase hat vielfältige Aufgaben. Zu nennen sind:

  • Befeuchtung
    der Nasenschleimhaut und Atemluft durch das Nasensekret.

  • Anwärmung
    der Atemluft durch das warme Blut in den Gefäßen der Nasenschleimhaut. Da diese Blutgefäße dicht an der Schleimhautoberfläche liegen, können sie leicht verletzt werden. Es kommt zum Nasenbluten.

  • Filterfunktion
    Die kräftigen Haare des Nasenvorhofs sind nach außen gerichtet und stellen einen Schutz gegen eingeatmete Insekten und andere Fremdkörper dieser Größe dar, sodass diese erst gar nicht in die Nasenhöhlen gelangen. Durch die Biegungen des Luftstromes treffen Partikel der Atemluft auf die Schleimhaut, lagern sich dort im Nasenschleim ab und werden über die Schleimhautoberfläche mit dem Nasenschleim innerhalb von 30 Minuten in den Rachen abtransportiert und hinuntergeschluckt. So gelangen größere Partikel ("größer" heißt in diesem Fall über 0,002 Millimeter) erst gar nicht in die tieferen Atemwege.

  • Geruchswahrnehmung

  • Resonanzkörper für die Sprache

Beeinträchtigung der Nase
Die zahlreichen Funktionen, welche die Nase wahrnimmt, können erschwert sein z.B. durch:

  • Schnupfen

  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
    Die Nasenscheidewand kann durch unterschiedliche Ursachen stärker nach einer der beiden Nasenhöhlen ausgebogen sein. Das Atmen durch die betroffene Nasenhöhle ist nur schwer möglich, weil der Luftdurchgang durch diese Fehlbildung behindert ist.

  • Verdickung der Nasenschleimhaut (Schwellung, Nasenpolypen).


Nasenmuscheln

Die Nasenmuscheln (Conchae) ragen von der Seitenwand in die rechte und linke Nasenhöhle hinein. Der Mensch hat links wie rechts eine obere, mittlere und untere Nasenmuschel. In jeder Nasenhöhle nehmen die Nasenmuscheln fast den gesamten Raum ein, so dass nur noch drei enge Nasengänge - ein oberer, ein mittlerer und ein unterer Nasengang - übrigbleiben. Der obere und mittlere Nasengang haben eine Verbindung zu den Siebbeinhöhlen, Stirnhöhlen und Kieferhöhlen sind mit den beiden mittleren Nasengängen verbunden.

Funktion
Die Nasenmuscheln sind mit Nasenschleimhaut überzogen und vergrößern durch ihre Form die Schleimhautoberfläche der Nasenhöhle. Dadurch verbessern sie die Anwärmung und Befeuchtung der Atemluft mit Nasensekret und stellen gleichzeitig einen "Schmutzfilter" dar.

Schnupfen


Nasennebenhöhlen

Die Nasen nebenhöhlen (Sinus nasales) sind Hohlräume in bestimmten Schädelknochen. Die Nasennebenhöhlen verringern durch ihre Luftfüllung das Gewicht des Schädels und tragen darüber hinaus zur Stimmresonanz bei. Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet und mit Luft gefüllt. Sie können sich durch das Sekret, das von den Schleimhautzellen produziert wird, selbst reinigen. Die Nasennebenhöhlen kommen paarweise vor und sind über kleine Zugänge mit der jeweiligen Nasenhöhle verbunden. Es gibt

  • eine rechte und linke Stirnhöhle (Sinus frontalis),
    die über die beiden mittleren Nasengänge mit der entsprechenden Nasenhöhle verbunden sind. Sie liegen jeweils hinter und oberhalb der Augenbrauen im Stirnbein;

  • eine rechte und linke Kieferhöhle (Sinus maxillaris),
    die unter dem jeweiligen Auge in den Wangenknochen zu finden sind;

  • ein rechtes und linkes Siebbeinhöhlensystem (Sinus ethmoidalis),
    das sich jeweils aus mehreren kleinen, miteinander verbundenen Hohlräumen, den sogenannten Siebbeinzellen, zusammensetzt, die auf jeder Seite liegt sie zwischen dem jeweiligen Nasenbein und der inneren Augenwand;

  • eine rechte und linke Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis),
    die nahezu die gesamten Keilbeinknochen einnehmen. Die Keilbeine befinden sich tief im Schädelinnern oberhalb des Rachendachs.

Abgesehen von den Siebbeinhöhlen sind die anderen Nasennebenhöhlen bei der Geburt noch nicht ausgebildet. Sie entwickeln sich erst nach der Geburt durch das Schädelwachstum und haben bei Eintritt in die Pubertät ihre endgültige Größe erreicht.

Erkrankungen
Die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist neben dem Schnupfen eine der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum. Die Nebenhöhlenentzündung bezeichnet die Entzündung der Schleimhaut, welche die Nasennebenhöhlen auskleidet. Von dieser Erkrankung können eine oder mehrere Nasenhöhlen betroffen sein. Ist die Schleimhaut aller Nasennebenhöhlen entzündet, spricht der Mediziner von Pansinusitis.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 28.01.2008
 
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