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„Gehirnjogging“: Positive Effekte bei Demenz

Kognitive Simulation bei leichter bis mittelschwerer Demenz


„Gehirnjogging": Positive Effekte bei Demenz 


Positive Effekte bei Demenz Wer rastet, der rostet – das gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist. Ein regelmäßiges Training der grauen Zellen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Dass sich eine adäquate geistige Stimulation selbst bei Personen mit leichter bis mittelgradiger Demenz positiv auf Denken und Gedächtnis auswirkt, haben jetzt britische Wissenschaftler anhand einer Auswertung von Studiendaten belegt.

Anregende Gespräche mit Freunden, Kreuzworträtsel, Theaterbesuche oder Kochen mit den Familie – diese Beschäftigungen sind ein wichtiges Training für den Geist und können im weitesten Sinne als wirksames „Gehirnjogging“  bezeichnet werden. Sie sorgen dafür, dass die grauen Zellen aktiv bleiben und können dem normalen, altersbedingten geistigen Abbau entgegenwirken.

Wissenschaftler der angesehenen „Cochrane Dementia and Cognitive Improvement Group“ haben sich jetzt mit der Fragestellung beschäftigt, ob eine derartige kognitive Stimulation auch bei Demenzkranken positive Effekte zeigt. Dafür wurden 15 randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt über 700 Patienten mit leichter bis mittelgradiger Demenz ausgewertet. Es wurde untersucht, inwieweit sich eine regelmäßige kognitive Stimulationstherapie durch entsprechend ausgebildetes Personal auf die geistigen Funktionen bei Demenzkranken auswirkt. In der Regel erfolgt eine derartige Stimulationtherapie mindestens zweimal wöchentlich in kleinen Gruppen von vier oder fünf Demenzkranken und dauert meist ungefähr 45 Minuten. Dabei werden z. B. angeleitete Gespräche über vergangene Ereignisse oder aktuelle Themen geführt, Worträtsel oder Puzzles gelöst, es wird musiziert und die Betroffenen backen, kochen oder gärtnern in der Gruppe.

Aktuelle Studie belegt: Demenzkranke profitieren von kognitiver Stimulation

Die Wissenschaftler um Dr. Bob Woods kamen zu dem Ergebnis, dass kognitive Stimulationstherapien bei leichter bis mittelgradiger Demenz mit ausgeprägten positiven Effekten auf die geistige Leistungsfähigkeit verbunden waren: So erzielten die entsprechend trainierten Patienten bessere Werte in speziellen Tests zur Denkleistung und Gedächtnisfunktion. Darüber hinaus berichteten die Betroffenen auch über eine verbesserte Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit und eine gesteigerte Lebensqualität.


Maßnahmen zur kognitiven Stimulation sind demnach insbesondere bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Demenz ein wichtiger Therapiebaustein. Die Experten gaben allerdings zu bedenken, dass weitere Untersuchungen zur Langzeitwirkung dieser Maßnahmen erforderlich sind und dass auch die Frage geklärt werden muss, über welche Zeiträume hinweg eine solche Stimulation sinnvoll und wirksam ist.


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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
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