Geschmacksverstärker
Geschmacksverstärker
sind chemische Substanzen wie zum Beispiel Salze oder Säuren.
Sie verstärken den Geschmack und / oder Geruch von
Lebensmitteln und werden aus diesem Grund vielen Lebensmitteln (vor
allem Fertigprodukten) zugesetzt. Geschmacksverstärker haben
keinen oder nur einen sehr geringen Eigengeschmack. Einige
Geschmacksverstärker kommen natürlicherweise in einem
Lebensmittel vor (zum Beispiel Glutaminsäure in Sojaeiweiß oder
Parmesankäse und Adipinsäure in Roter Beete) und sorgen
für deren typischen Geschmack. Für die industrielle
Verarbeitung werden Geschmacksverstärker meist künstlich
hergestellt.
Geschmacksverstärker in Fertigprodukten
Aufgrund der oft langwierigen Verarbeitung haben Fertigprodukte wie
Pizza, Tütensuppe, Fertig-Menüs oder Kekse kaum noch den
Geschmack, der für ihre im Haushalt hergestellten
Gegenstücke typisch ist. Um den noch vorhandenen
Eigengeschmack zu verstärken und um den Einsatz teurer
Gewürze zu umgehen, werden Geschmacksverstärker
eingesetzt.
Beispiele für Geschmacksverstärker
Welche Geschmacksverstärker gibt
es?
Die meisten Geschmacksverstärker sind Säuren oder daraus
abgeleitete Salze, die oftmals mit den Mineralstoffen Natrium oder
Kalium verbunden sind. Hier einige Beispiele:
Adipate und Adipinsäure (E 355, E 356, E 357)
kommen natürlicherweise z.B. in Roter Beete oder in
Zuckerrüben vor. In der Lebensmittelverarbeitung werden sie
unter anderem als saure Komponente von Backwaren und
Getränkepulvern eingesetzt. Diese Geschmacksverstärker
sind gesundheitlich unbedenklich.
Bernsteinsäure (E 363)
kommt natürlicherweise z.B. in Tomaten oder Rhabarber vor. In
der Lebensmittelverarbeitung wird sie unter anderem als saure
Komponente von Desserts und Getränkepulvern eingesetzt. Diese
Geschmacksverstärker sind gesundheitlich unbedenklich.
Chloride: Kaliumchlorid (E 508), Kalziumchlorid (E 509),
Magnesiumchlorid (E 511)
werden zur Festigung von Lebensmitteln (z.B. Fertigpuddings) oder
zur Härtung und Haltbarmachung von Oberflächen (z.B.
Obst) eingesetzt, haben aber auch eine leicht
geschmacksverstärkende Wirkung. Diese
Geschmacksverstärker sind gesundheitlich unbedenklich.
Glutamate
und Glutaminsäure (E 620 - E
625)
kommen natürlicherweise z.B. in Sojaeiweiß vor. In der
Lebensmittelverarbeitung werden sie unter anderem eingesetzt, um
den fleischig-würzigen oder salzig-würzigen Geschmack von
Fertiggerichten, Brühwürfeln oder Chips zu
verstärken. Bei manchen Menschen lösen diese
Geschmacksverstärker das Chinarestaurant Syndrom aus.
Chinarestaurant Syndrom
Das Chinarestaurant Syndrom
Ausgelöst wird das Chinarestaurant Syndrom durch Glutamate oder Glutaminsäure.
Beides sind Geschmacksverstärker, die
natürlicherweise unter anderem in Sojaeiweiß vorkommen,
aber auch künstlich hergestellt werden und häufig bei
Fertiggerichten, Brühwürfeln oder Chips zum Einsatz
kommen. Auch in Gewürzmischungen finden sich die genannten
Geschmacksverstärker oft.
Wie kommt das Chinarestaurant Syndrom zu seinem
Namen?
Glutamate sind besonders in der asiatischen Küche als
Geschmacksgeber bekannt. Sie kommen hier unter anderem in
Sojasoße, Tofu und den typischen Gewürzen vor. Die unten
genannten Beschwerden kamen in Europa und den USA erstmals vermehrt
auf, als es modern wurde, in chinesischen Restaurants zu speisen.
Daher der Name Chinarestaurant Syndrom.
Die Beschwerden beim Chinarestaurant Syndrom
Bei Menschen, die empfindlich auf Glutamate oder Glutaminsäure
reagieren, kommt es zu Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen
und Taubheitsgefühl im Nacken. Diese Beschwerden werden
vermutlich jedoch nicht durch den Geschmacksverstärker selbst,
sondern durch Histamine
ausgelöst, was auf eine allergische
Reaktion hindeutet. Möglicherweise handelt es sich aber
auch um eine angeborene Stoffwechselstörung, also einen
Enzymdefekt. Genau kennt man Grund für das Chinarestaurant
Syndrom noch nicht.
Einmal Chinarestaurant Syndrom - nie mehr chinesisch
essen?
Wer nach dem Besuch eines chinesischen Restaurants einmal die
typischen Beschwerden hatte, muss nicht für immer auf
chinesisches Essen verzichten. Nicht in allen Restaurants werden
die gleichen Mengen Geschmacksverstärker verwendet - manche
kommen sogar ganz ohne aus. Auch enthalten nicht alle Gerichte
gleich viele Glutamate. Fragen Sie einfach nach und erklären
Sie, dass Sie keine Glutamate vertragen.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 04.01.2008
