Tipp

Typen

Es gibt verschiedene Typen vom Herzschrittmachern, die nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden können.

  • Ort der Stimulation
    Es gibt unterschiedliche Orte, an denen ein Herzschrittmacher stimulieren kann: im Vorhof (Atrium), in der Herzkammer (Ventrikel) oder in beiden.

  • Ort der Wahrnehmung
    Auch die Signale eines Herzschrittmachers, können, je nach Gerät, an verschienen Orten wahrgenommen werden: im Vorhof (Atrium), in der Herzkammer (Ventrikel) oder in beiden.

  • Impulssteuerung
    Verschiedene Herzschrittmacher können ihre Impulse unterschiedlich steuern: Sie können die Reizleitung hemmen (Inhibitation) oder anstoßen (Trigger).

  • Programmierfähigkeit
    Verschiedene Herzschrittmachermodelle sind unterschiedlich programmierbar.

  • Anzahl und Art der Elektroden

    • Einkammer-Herzschrittmacher (eine Elektrode)
      Beim Schrittmacher mit einer Elektrode liegt die Elektrodenspitze, je nach Grunderkrankung, entweder im rechten Vorhof oder in der rechten Herzkammer. Er wird in erster Linie eingesetzt:

      • Wenn das Herz nicht selbsttätig einen ersten Impuls im Vorhof (Sinusknoten) erzeugt, liefert die im rechten Vorhof platzierte Elektrode diesen Impuls, wenn er benötigt wird. Der elektrische Impuls setzt sich dann normal fort durch den Rest des Vorhofs, durch den AV-Knoten und die Kammern.

      • Wenn der Patient unter chronischem Vorhofflimmern leidet und dabei die Kammer zu langsam arbeitet, wird eine einzelne Elektrode in der Herzkammer platziert. Der flimmernde Vorhof selbst kann allerdings auf diese Weise nicht in den richtigen Rhythmus gebracht werden.

      • Wenn das Problem der zu langsamen Herzfrequenz nur gelegentlich auftritt und dann auch nur für kurze Zeit, kann eine einzelne Elektrode in der Kammer ausreichend sein, um in diesen Fällen Abhilfe zu schaffen.

    • Zweikammer-Herzschrittmacher (zwei Elektroden)
      Bei den Zweikammer-Herzschrittmachern liegt eine Elektrode in der rechten Herzkammer und eine zweite Elektrode im rechten Vorhof. Dieses System kann die Kontraktionen der Vorhöfe (Atrien) und Herzkammern (Ventrikel) in der richtigen Reihenfolge und im Takt halten.

    • Kardiale Resynchronisation (drei Elektroden)
      Besonders bei einer Linksherzschwäche und bei Patienten, die unter Herzinsuffizienz leiden. wird zunehmend ein neuartiges Stimulatorsystem zur sogenannten ventrikulären Herzstimulation eingebaut. Häufig tritt bei diesen Patienten eine zeitliche Verschiebung zwischen der Kontraktion (dem Zusammenziehen) der rechten und der linken Herzkammer auf. Dieses Spezialsystem hat eine zusätzliche Elektrode für die linke Herzkammer, die die zeitliche Abfolge der Kontraktionen der beiden Herzkammern wieder normalisiert. Für den Patienten bedeutet dies eine spürbare Verbesserung der Herzleistung, und häufig kann so eine Transplantation vermieden werden.

    • Es unterstützt das Erregungsausbreitungssystem des Herzens durch elektrische Impulse und erreicht so ein gleichzeitiges (synchrones) Zusammenziehen (Kontraktion) beider Herzkammern. Anders als bei herkömmlichen Herzschrittmachern, die mit einer oder zwei Elektroden im rechten Vorhof und/oder in der rechten Kammer arbeiten, verwendet das System für die Kardiale Resynchronisation eine dritte Elektrode im Bereich der linken Herzkammer. Diese Elektrode sitzt in einer Vene außen auf dem Herzmuskel und sorgt dafür, dass beide Herzkammern gleichzeitig kontrahieren, weil die gestörte Reizleitung umgangen wird.

    • Mit Spezialelektrode
      Um einen Sonderfall handelt es sich bei einer Spezialelektrode, die zwar beide Herzräume überwacht, jedoch nur in der Kammer eine Schrittmacherfunktion ausübt. Diese neuere Entwicklung trägt auf der Höhe des Vorhofs einen Ring um das dünne Elektrodenkabel, der die Aktivitäten des Vorhofs misst. Die Messung in der Kammer selbst findet in der üblichen Weise statt, nämlich durch den Kontakt der Elektrode mit dem Herzmuskel. Ein solches System kann in Sonderfällen sinnvoll sein, wenn die Impulse des Sinusknotens schnell genug sind, sich jedoch eine Störung (ein Block) in der Weiterleitung des Impulses in den restlichen Herzmuskel zeigt.

    • Mit erweiterter Funktion
      Die neueste Weiterentwicklung der Herzschrittmacher sind Geräte zur kardialen Resynchronisationstherapie mit integriertem Defibrillator (CRT-D), die gleichzeitig den Flüssigkeitsstatus in der Lunge überwachen.

      Der InSync Sentry" ist das weltweit erste CRT-D System, das automatisch und kontinuierlich die Flüssigkeitsmenge in der Lunge überwachen und frühzeitig vor dem lebensbedrohlichen Lungenödem warnen kann.

Individuell auf den Träger eingestellt
Frühe Schrittmacher waren nicht in der Lage festzustellen, ob das Herz eigenständig Impulse gab, sie schrieben einen festen Rhythmus vor. Moderne Herzschrittmacher geben dem Herz nur bei Bedarf den nötigen Impuls. Außerdem gibt es heute Schrittmacher, die auch die Aktivität ihres Trägers überwachen und bei stärkerer Aktivität einen schnelleren Rhythmus vorgeben als in Ruhesituationen. Die meisten modernen Schrittmacher sind programmierbar, so dass sie genau auf die Bedürfnisse des Patienten eingestellt werden können.

Wann ist welcher Herzschrittmachertyp geeignet?
Sowohl die Schrittmacher für zu langsame Herzfunktion (Bradykardie) als auch die Defibrillatoren für zu schnelle Herzfunktion (Tachykardie) gibt es mit einer oder mehreren Elektroden. Welcher Schrittmacher für Sie geeignet ist, sollte Ihr mit Herzschrittmachern erfahrener Arzt nach einer ausgiebigen Untersuchung Ihres Herzens entscheiden können.

Kennzeichnung verschiedener Schrittmachertypen
Herzschrittmacher - Eine Einführung
Woraus besteht ein Herzschrittmacher?
Welche Herzschrittmachertypen gibt es?
Unterschied zwischen Herzschrittmacher und Defibrillator
Implantation eines Herzschrittmachers
Leben mit einem Herzschrittmacher

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.04.2008
 
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