Tipp

Hilfe bei Laktoseintoleranz

Milchzuckerunverträglichkeit: Jeder Sechste betroffen

Hilfe bei Laktoseintoleranz


Hilfe bei Laktoseintoleranz Viele kennen es: Nach dem Essen ist der Bauch unangenehm aufgebläht, drückt oder schmerzt – oft stellen sich auch Übelkeit oder Durchfall ein. Kein Wunder, dass die Betroffenen die Symptome als besorgniserregend empfinden. In vielen Fällen steckt allerdings keine ernste Erkrankung dahinter – sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die man z. B. durch die Zufuhr von Laktase gut in den Griff bekommen kann: Die Laktoseintoleranz.

Rund 20-25 Prozent der Deutschen vertragen keinen Milchzucker – das bedeutet, dass ungefähr jeder Sechste nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten mit unangenehmen Beschwerden reagiert. Die Ursache ist ein Enzymmangel: Das Verdauungsenzym Laktase, das für die Spaltung des Milchzuckers in seine verdaulichen Bestandteile verantwortlich ist, wird bei Betroffenen nicht oder nicht in ausreichender Menge gebildet. In der Folge kann der Milchzucker aus der Nahrung nicht mehr optimal verdaut werden und gelangt unverändert in den Dickdarm. Dort wird er von Darmbakterien vergärt – die dabei entstehenden Gase lösen die typischen Beschwerden aus: Der Bauch ist aufgebläht und drückt, auch schmerzhafte Magenkrämpfe, Blähungen, Übelkeit und sogar Durchfall können sich einstellen. Weniger bekannt ist, dass im Rahmen einer Laktoseintoleranz auch unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung auftreten können.

Laktoseintoleranz betrifft meist Erwachsene
Das körpereigene Enzym Laktase wird normalerweise in der Dünndarmschleimhaut gebildet. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz ist die Laktaseproduktion beeinträchtigt – ein Laktasemangel ist die Folge. Dieser kann unterschiedliche Ursachen haben. Der „primäre Laktasemangel“ ist mit Abstand die häufigste Ursache für Laktoseintoleranz: In diesem Fall geht die Laktaseproduktion im Laufe des Lebens genetisch bedingt zurück. Dieses Problem betrifft einen Großteil der erwachsenen Weltbevölkerung. Von einem „sekundären Laktasemangel“ sprechen Experten, wenn die Laktaseproduktion aufgrund von Antibiotika-Einnahme, Darmerkrankungen oder –operationen beeinträchtigt ist. Die dritte Form, der angeborene Laktasemangel, ist eine Erbkrankheit und tritt nur sehr selten auf.

Vorsicht Kalziummangel
Intuitiv meiden viele Betroffene Milch und Milchprodukte, um Beschwerden aus dem Weg zu gehen. Allerdings ist dabei unbedingt zu berücksichtigen, dass diese Lebensmittel eine wichtige Quelle für wichtige Vitamine und Mineralien darstellen. So sind Milch, Joghurt und Käse die wichtigsten Kalziumlieferanten in unserer Ernährung und spielen auch in Bezug auf die Versorgung mit Vitamin D eine zentrale Rolle. Bei einem Verzicht auf Milch- und Milchprodukte besteht also immer auch die Gefahr einer unzureichenden Kalziumaufnahme.

Laktosefreie Ernährung? Leichter gesagt als getan
Bei Laktoseintoleranz stellt der Verzicht auf laktosehaltige Lebensmittel und Speisen eine Möglichkeit dar, um das Auftreten unangenehmer Beschwerden zu vermeiden. Wer Milch und Milchprodukte vom Speiseplan streicht, sollte sich allerdings gut über alternative Kalziumquellen (z. B. Brokkoli, Grünkohl, Sesam, spezielle Mineralwässer) informieren, um die Versorgung mit dem wichtigen Knochenmineral sicherzustellen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Laktose auch in zahlreichen weiteren Lebensmitteln verstecken kann, die auf den ersten Blick unbedenklich erscheinen. Dazu zählen z. B. Backwaren, Kekse, Wurst- und Fleischprodukte sowie viele Konserven und Fertiggerichte. Mit einer weiteren Hürde werden Menschen konfrontiert, die viel unterwegs sind und häufig außer Haus essen. In Kantine, Restaurant oder Schnell-Imbiss kann nicht immer zweifelsfrei sichergestellt werden, dass die angebotenen Speisen tatsächlich laktosefrei sind. Nicht zuletzt sind Milch, Sahne, Käse und Joghurt auch echte Gaumenschmeichler, auf die viele schlichtweg nicht verzichten wollen.

Laktase zuführen - Beschwerden vermeiden

Gut zu wissen, dass es heutzutage moderne, individuell dosierbare Laktasepräparate gibt, die die fehlende Laktase einfach ersetzen: Sie werden z. B. als Laktase-Tabletten (Drogerie) angeboten und zusammen mit der Mahlzeit oder kurz davor eingenommen. Die enthaltene Laktase übernimmt dann die Funktion des körpereigenen Enzyms und spaltet den Milchzucker in seine verdaulichen Bestandteile, die durch die Darmwand in den Körper aufgenommen und verwertet werden können. Ein einfacher und wirksamer Weg, Beschwerden zu vermeiden und trotz Laktoseintoleranz unbeschwert Latte Macchiato, Pasta mit Sahnesoße und Erdbeeren mit Schlagsahne zu genießen. 

Weitere hilfreiche Informationen rund um Laktase finden Sie unter http://www.vitalstoffe-lexikon.de/vitalstofflexikon/laktase.html

 

Weitere Nachrichten aus Medizin und Forschung


 

Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
Tipp