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Erkrankungen der Hoden

Hodenerkrankungen beim Mann können auf sehr unterschiedliche Art und Weise auftreten, das Spektrum reicht dabei von Entzündungen über Missbildungen und schmerzhafte Hodentorsionen bis zu bösartigen Tumorerkrankungen.

Zu den einfacher zu behandelnden Problemen gehören Hydrozele (Wasserbruch) und Varikozele (Krampfaderbruch). Hodenentzündungen ebenso wie Nebenhodenentzündungen können bei ungünstiger Entwicklung eine operative Entfernung des entzündeten Organs erforderlich machen. Auch Unfruchtbarkeit kann durch Hoden- oder Nebenhodenentzündungen verursacht werden.

Sofortige operative Behandlung ist im Falle einer Hodentorsion erforderlich.

Hodentumore (Hodenkarzinome) stellen die häufigste Krebserkrankung bei Männern zwischen 18 und 40 Jahren dar, bei frühzeitiger Behandlung bestehen gute Heilungschancen.


Wasserbruch (Hydrozele)

Als Hydrozele bezeichnet man eine durchsichtige Flüssigkeitsansammlung im Hodensack. Sie kommt besonders nach einer Entzündung oder Verletzung der Hoden oder Nebenhoden vor und kann äußerlich mit einem Leistenbruch (Skrotalhernie) verwechselt werden.

Woran erkennt man eine Hydrozele?
Beim Wasserbruch kommt es zu einer prallen Verdickung (Geschwulst) im Hodensack, die beim Pressen und Husten unverändert bleibt (im Gegensatz zum Leistenbruch). Der Urologe kann die Hydrozele mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung erkennen. Würde die Flüssigkeitsansammlung punktiert, wäre sie klar oder - nach Verletzungen - auch blutig. Im Gegensatz hierzu ist die Punktionsflüssigkeit bei der Spermatozele trüb und enthielte unter dem Mikroskop viele Spermien.

Wie wird die Hydrozele therapiert?
Die Hydrozele wird operativ beseitig. Nur in Ausnahmefällen (Diagnostik) oder bei Inoperabilität des Patienten wird die Hydrozele punktiert.


Krampfaderbruch (Varikozele)

Die Varikozele oder der Krampfaderbruch ist eine krankhafte Erweiterung, Verlängerung und krampfaderähnliche Schlängelung der Venen des Hodensacks. Der Krampfaderbruch tritt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf und befindet sich meist auf der linken Seite.

Wodurch kann die Varikozele entstehen?
Es kommt eine ganze Reihe verschiedener Ursachen für die Entstehung einer Varikozele in Frage:

  • Anatomisch können ein langer, freier Verlauf der Hodenvene (Vena testicularis) im hinteren Bauchraum oder eine ungünstige Einstrombahn der Hodenvene in die Nierenvene (Vena renalis) begünstigend wirken

  • eine angeborene Schwäche der Blutgefäßwände

  • Schwäche oder Fehlen der Venenklappen

  • eine Schwäche der Muskeln am Hodensack oder des Hodensacks selber (so genannte Atonie des Hodensacks)

  • Druck auf die Venen der Hoden oder des Hodensacks (Kompression)

Wann sollte die Varikozele operiert werden?
Bei Schmerzen oder einer durch den Krampfaderbruch verursachten Störung der Spermienproduktion (Unfruchtbarkeit) sollte die Varikozele operiert werden.

Woran sollte man noch denken?
Bei Kindern vor der Pubertät oder älteren Männern kann die Varikozele vor allem auf der rechten Seite auch ein Symptom für eine schwerere Erkrankung sein: Sie kann auf einen gestörten Abfluss des Blutes durch die Hodenvene hinweisen, wenn die Nierenvene durch einen Tumor verlegt ist (der so genannte Wilms-Tumor bei Kindern oder ein Nierenzellkrebs bei älteren Männern).


Hodenentzündung

Die Hodenentzündung (Orchitis) entsteht als Folge einer Infektionserkrankung. So kann zum Beispiel Mumps im Erwachsenenalter zur Hodenentzündung führen. Eine weitere mögliche Ursache ist das Übergreifen einer Nebenhodenentzündung auf den Hoden. Nur sehr selten kommt es zu einer isolierten Hodenentzündung, bei der keine Vorerkrankung als Ursache erkennbar ist (so genannte Virusorchitis).

Welche Symptome macht eine Hodenentzündung?
Bei der Hodenentzündung kommt es zu einer Schwellung und starken, plötzlich einsetzenden Schmerzen im Hoden. Die Haut des Hodensacks kann stark gerötet sein und es kommt zu hohem Fieber. In den meisten Fällen besteht außerdem noch die anderweitige Erkrankung oder Infektion, die zur Hodenentzündung geführt hat.

Wie wird die Hodenentzündung therapiert?
Da die Ursache der Hodenentzündung meist eine Vorerkrankung ist, richtet sich die Therapie der Hodenentzündung meist nach der Behandlung der Vorerkrankung.


Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)

Die Nebenhodenentzündung (Epididymitis) entsteht meist infolge einer fortgeleiteten Entzündung der Prostata oder der Harnwege. Man kann eine akute Nebenhodenentzündung von einer chronischen unterscheiden.

Die akute Nebenhodenentzündung
Eine akute Epididymitis geht mit starken Schmerzen in der betroffenen Region des Hodensacks mit Ausstrahlung in Leistengegend und Unterbauch einher. Es kommt zu Fieber, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit von Hoden und Nebenhoden, die nicht mehr sicher voneinander abgrenzbar sind. Die Haut des Hodensacks ist gerötet und gespannt.

Die chronische Nebenhodenentzündung
Bei der chronischen Form der Nebenhodenentzündung handelt es sich meist um einen Folge- oder Endzustand der akuten Entzündung. Der Nebenhoden ist leicht druckempfindlich.

Wie wird die Nebenhodenentzündung therapiert?
Die akute Form wird durch die Gabe von Antibiotika, Hochlagerung und Kühlung der Hoden therapiert. Kommt es zur chronischen Form, besteht die Therapie in einem Suspensorium (eine Tragvorrichtung zur Hochlagerung der Hoden) oder in einer operativen Entfernung des betroffenen Nebenhodens.


Hodentorsion

Die Hodentorsion stellt immer eine akute Notfallsituation dar, bei der sich Hoden und Samenstrang um die eigene Längsachse drehen und die Durchblutung unterbrochen wird. Das kann zum Beispiel durch eine abnorme Beweglichkeit passieren. Die Hodentorsion kommt vor allem bei Kindern oder jungen Erwachsenen vor.

Welche Symptome kann man beobachten?
Die Hodentorsion ist gekennzeichnet durch eine akut auftretende einseitige (selten auch beidseitige) Hodenschwellung mit Rötung und starken Schmerzen. Es kann auch zu Übelkeit und Erbrechen und in manchen Fällen zum Schock kommen.

Wie wird die Diagnose gestellt?
Neben den oben beschriebenen Symptomen ist der Hoden sehr druckempfindlich. Wird der Hoden angehoben, kommt es nicht zu einer Verringerung des Schmerzes, dies im Gegensatz zur Epididymitis. Man kann auch versuchen, den Hoden mittels einer dahintergehaltenen Lampe zu durchleuchten. Bei der Hodentorsion ist es wegen der großen Schwellung dann nicht möglich, den Hoden zu durchleuchten. Im Frühstadium der Hodentorsion lässt sich die unterbrochene Durchblutung mit einer speziellen Ultraschallsonde nachweisen.

Wie therapiert man die Hodentorsion?
Wichtig ist die sofortige Operation, bei der der Hoden wieder in die richtige Lage gebracht wird. Wenn man zu lange mit der Operation wartet, kann es durch die fehlende Durchblutung zu einem Infarkt (Absterben) des Hodengewebes kommen. Zu diesem Absterben des Gewebes kommt es ohne Operation innerhalb der ersten 4-6 Stunden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 06.12.2007
 
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