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Hypertrophe Analpapille

Die hypertrophe Analpapille ist eine bindegewebige Vergrößerung der Analpapillen, die sich im After als anatomische Struktur am Übergang der Mastdarmschleimhaut zum Anoderm befinden. Diese zahnförmige Linie (Linea dentata) markiert die Grenze zwischen dem Analkanal einerseits und Schleimhaut des Dickdarms andererseits. Entzündliche Prozesse in dieser Übergangszone, wie Analfissuren, Proktitis oder Kryptitis führen zu einer Vermehrung des Gewebes der Papillen, die verschiedene Bezeichnungen haben: Analfibrom, Analpolyp, Papillitis hypertrophicans, Katzenzahn.

Symptome
Je nach Dauer des Wachstums können die hypertrophen Analpapillen, die normalerweise keine Beschwerden verursachen, bis zu Pflaumengröße und darüber hinaus erreichen. In Abhängigkeit von ihrer Größe entsteht dann ein Fremdkörpergefühl, wenn das Gewebe auf die empfindliche Haut des Analkanals gedrückt wird. Es kann auch ein schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen) entstehen, wenn eine akute Entzündung der Umgebung besteht oder schmerzhafte Entleerungen, wenn die vergrößerte Analpapille durch Vorfallen den Ausgang verlegt oder auch aus dem After austritt. Blutungen sind eher selten, können aber auftreten.

Diagnose und Therapie
Mittels Austastung des Rektums und Untersuchung mit dem Proktoskop wird die Diagnose gestellt. Abhängig von der Größe oder den Beschwerden kann die Abtragung in örtlicher Betäubung erfolgen. Mit einer Schlinge und Stromanwendung (Diathermie) wird die vergrößerte Papille entfernt. Dabei wird die gesamte Säule (Columna analis), der die Papille aufsitzt, mit abgetragen. Man untersucht auch die Krypten, um nicht eine Analfistel zu übersehen. Bei den hypertrophen Analpapillen ist bisher keine Bösartigkeit bekannt geworden.

Polypen im Mastdarm
Diese Geschwulstbildungen der Schleimhaut im Mastdarm zählen zu den kolorektalen Polypen und verlangen eine vollständige endoskopische Untersuchung des Dickdarms mit einer hohen Koloskopie, da jeder nicht entfernte Polyp eine Vorstufe von Darmkrebs ist. Sie können flach aufsitzende oder pilzartige Formen haben, einzeln oder zahlreicher sein. Ihr Vorkommen nimmt im Alter zu. Die Verteilung im Dickdarm ist recht typisch. 70% der Polypen bilden sich im letzten Drittel des Dickdarms und sind gut zugänglich. Sie wachsen langsam und die Bildung bösartiger Zellen wird mit zunehmender Größe wahrscheinlicher. Der Dickdarmkrebs ist bei Tumoren die zweithäufigste Todesursache. Früh erkannt ist er heilbar. Deshalb ist die Krebsvorsorge und Früherkennung so wichtig und sollte ab 45 Jahren von jedem wahrgenommen werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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