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Kalzium

Kalzium ist unter anderem in Milchprodukten enthalten

Kalzium ist unter anderem in Milchprodukten enthalten
(Quelle: BananaStock)

Kalzium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der verschiedene Funktionen im Körper erfüllt. Allein das Skelett enthält etwa ein Kilogramm Kalzium, das eine große Rolle beim Knochenstoffwechsel spielt. Ein ausreichender Kalziumspiegel und Zufuhr sind aber für den gesamten Körper wichtig. Je nach Alter und Geschlecht kann der Kalziumbedarf unterschiedlich sein.

Aufgaben von Kalzium

99 Prozent des körpereigenen Kalziums befinden sich in den Knochen und stellen ein wichtiges Strukturelement dar. Es ist wichtig für den Aufbau und Erhalt der Knochen und Zähne. Kalzium zählt innerhalb des Gerinnungssystems zu einem Faktor, der die Gerinnungszeit des Bluts beeinflusst. Ein ausreichender Kalziumspiegel, der sich im Gleichgewicht mit anderen Mineralstoffen, wie zum Beispiel Magnesium befindet, ist wichtig für eine normale Funktion der Skelett- und Herzmuskulatur. Ferner reguliert Kalzium die Reizleitung zwischen den Nervenzellen. Die Konzentration von 2,1-2,6 mmol/l Kalzium im Serum wird durch die Hormone Calcitriol, Kalzitonin und Parathormon reguliert.

Ursachen für einen Kalziummangel

Es gibt unterschiedliche Ursachen für einen Kalziummangel, die mit einer verminderten Aufnahme mit der Nahrung bis zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten oder einem Mangel an anderen Substanzen zusammenhängen:

  • Geringe Zufuhr: Eine ungenügende Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung führt zu einer Unterversorgung des Körpers. Es werden verstärkt die Kalziumreserven aus dem Knochen mobilisiert mit der Folge einer verminderten Stabilität und eines erhöhten Osteoporoserisikos.
  • Hoher Eiweißverzehr: Ein hoher Eiweißanteil der Nahrung über 20 Prozent der Gesamtenergiezufuhr steigert die Kalziumausscheidung. Tierisches Eiweiß enthält viele schwefelhaltige Aminosäuren, die im Stoffwechsel Säuren bilden, die eine Entmineralisierung der Knochen fördern. Kalziumreiche Milchprodukte enthalten viel Eiweiß und können, im Übermaß genossen, die Aufnahme von Kalzium beeinflussen.
  • Medikamente: Die Einnahme verschiedener Medikamente wie Säurehemmer (Antazida) oder Abführ- sowie Entwässerungsmittel hemmt die Kalziumaufnahme.
  • Verdauungsstörungen: Chronische Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa, Morbus Chron, Zöliakie oder lang anhaltende Durchfallerkrankungen vermindern die Kalziumaufnahme im Darm.
  • Weitere Ursachen: Ein Mangel an Vitamin D und zu wenig körperliche Aktivität kann die Kalziumaufnahme beeinträchtigen und zu einem Kalziummangel führen. Ferner wirken sich magnesium- und phosphatreiche Nahrungsmittel negativ auf die Kalziumaufnahme aus. Auch ein übermäßiger Genuss von Kochsalz, Kaffee und Alkohol, sowie Stress und Hormonschwankungen nach der Menopause können sich ungünstig auf den Kalziumspiegel auswirken.

Symptome eines Kalziummangels

Ein Kalziummangel kann sich in einer erhöhten Blutungsneigung, Osteoporose, Muskelkrämpfen oder Krampfneigung, erhöhten Erregbarkeit des Nervensystems sowie Karies und Parodontose äußern.

Tagesbedarf und Therapie eines Kalziummangels

Der tägliche Bedarf an Kalzium zur Prävention von Mangelerscheinungen beträgt bei Männern und Frauen ca. 1.000 bis 1.200 mg. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf von bis zu 2.000 mg Kalzium, um den Säugling ausreichend mit Kalzium versorgen zu können. Wichtig für die Kalziumaufnahme ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3. Mit einer ausgewogenen Ernährung, reich an Milchprodukten, Gemüse und Soja kann der Kalziumbedarf gut gedeckt werden. Menschen mit einer Laktose- oder Milcheiweißunverträglichkeit, Veganern, oder Personen, die keine Milchprodukte mögen, kann eine zusätzliche Einnahme von Kalziumpräparaten sinnvoll sein. Therapeutisch wird Kalzium in Kombination mit Vitamin D3 bei Osteoporose verordnet.

Kalziumreiche Nahrungsmittel

Einige Nahrungsmittel enthalten viel Kalzium, mit denen der tägliche Bedarf gedeckt werden kann. Neben kalziumreichen Käse, der je nach Sorte bis zu 830 mg Kalzium pro 100 Gramm enthält, sind Ölsardinen, Sojabohnen, Grünkohl, Joghurt und andere Milchprodukte reich an Kalzium. Aber auch bei den Gemüsesorten Fenchel, Brokkoli und Lauch beträgt der Kalziumgehalt bis zu 300 mg pro 100 Gramm.

Einflussfaktoren der Kalziumaufnahme

Für die Kalziumaufnahme aus der Nahrung sind unterschiedliche Faktoren wichtig, unter anderem aber auch die Art, wie die Nahrung zubereitet wird. So geht zum Beispiel beim Kochen von Karotten und Kartoffeln bis zu 36 Prozent des Kalziums verloren. Der gleichzeitige Verzehr von oxalsäurehaltiger Nahrung (zum Beispiel Spinat, Rhabarber oder Kakao), Phosphat in Wurst oder Cola sowie Phytinsäure in frischem Getreide, Kochsalz, Kaffee oder Alkohol kann die Aufnahme hemmen. Die Kalziumresorptionsrate ist unabhängig der Zubereitungsart bei pflanzlichen und tierischen Produkten unterschiedlich. Aus Milchprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln wird durchschnittlich 25 bis 35 Prozent des Kalziums aufgenommen, aus pflanzlicher Nahrung ist die Resorptionsrate meist geringer. Eine Ausnahme bilden Sojaprodukte, aus denen das Kalzium wie bei tierischen Produkten gut vom Körper aufgenommen werden kann und so eine Alternative bei vegetarischer Ernährung oder Milchzuckerunverträglichkeit darstellt. Die handelsüblichen Mineralwässer enthalten unterschiedlich viel Kalzium, das zur Deckung des Tagesbedarfs mit berücksichtigt werden kann.

Überdosierung

Wenn man viel kalziumhaltige Nahrungsmittel isst oder zusätzlich Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel aufnimmt, wird das zuviel aufgenommene Kalzium ausgeschieden und ist damit ungefährlich für den Körper. Bei bestimmten genetischen Dispositionen kann eine längere erhöhte Kalziumzufuhr zu Nierensteinen führen. Besonders bei Dialysepatienten sollte der Kalziumspiegel im Blut regelmäßig kontrolliert werden. Einige Erkrankungen führen zu einem erhöhten Serumkalziumspiegel wie zum Beispiel eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Tumoren oder Überdosis von Vitamin D. Eine Hyperkalzämie kann sich in einer Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen Koma äußern.

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Kalzium? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Quellen:

Burgerstein, L., Schurgast, H., Zimmermann, M.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. HAUG, Heidelberg 2007
Deutsche Gesellschaft für gesunde Ernährung, Österreichische Gesellschaft für gesunde Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Umschau Brauns GmbH, Frankfurt am Main, 2000
Kasper, H., Wild, M., Burghard, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2004

 

Autor: Dr. med. Jessica Männel 
Letzte Änderung am: 06.10.2008
 
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