Tipp

Kieferorthopädie

Kieferorthopädie befasst sich vor allem mit der Regulierung oder Korrektur von Fehlstellungen der Zähne. Bei einer kieferorthopädischen Behandlung können Zähne mittels einer Zahnspange (die berühmte "Klammer") an jene Stelle verschoben werden, wo sie nach einer sorgfältigen Planung hin gehören. In der Kieferorthopädie wird dazu eine Behandlung mit einer festen oder abnehmbaren Zahnspange durchgeführt. Mit Hilfe der festen Zahnspange können auch starke Fehlstellungen oft zufriedenstellend korrigiert werden.

Nach Informationen des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden werden 40 bis 60 Prozent aller Kinder kieferorthopädisch behandelt. Die meisten der kleinen Patienten sind dabei zwischen neun und 13 Jahre alt. 450.000 Patienten kommen jedes Jahr neu zur kieferorthopädischen Behandlung; insgesamt sind mehr als 1,2 Millionen Menschen in Behandlung. Für sie gibt es in Deutschland rund 2.500 Fachärzte für Kieferorthopädie, dazu kommen noch etwa 15.000 kieferorthopädisch tätige Zahnärzte.

Im Bereich "Kieferorthopädie" finden Sie nähere Informationen zu Zahnfehlstellungen und deren Regulierung, festen bzw. abnehmbaren Behandlungsgeräten, deren Vor- und Nachteilen sowie der Dauer und den Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung.


Geschichte der Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie hat in ihrer Geschichte einige interessante Punkte aufzuweisen. Die ersten den Zahnspangen ähnlichen Apparate stammen beispielsweise schon aus der Zeit der Römer. In den nächsten Jahrhunderten war die Zahnmedizin meist eine Angelegenheit von Barbieren und anderen Scharlatanen. Diese beschränkten sich vornehmlich auf das Ziehen erkrankter Zähne.

Erst im 17. Jahrhundert machte die Geschichte der Kieferorthopädie Fortschritte:

  • Hieronymus Fabricius of Aquapendente, ein Arzt aus Padua, begann um 1620, Engstände durch das Ziehen von Zähnen zu beheben.

  • Pierre Fauchard veröffentlichte 1728 ein Buch mit dem Titel "Le Chirurgien Dentiste", in dem er schon damals Tipps zur Zahnpflege gab. Ein Kapitel des Buches handelte auch von der Korrektur von Fehlstellungen: seine Zahnspange war ein gebogener Metallstreifen, der an den Zähnen mit Draht fixiert wurde. Das Buch wurde 1733 unter anderem auch auf deutsch übersetzt und. Pierre Fauchard gilt heute als "Vater der Kieferorthopädie".

  • John Hunter, ein bekannter englischer Anatom, machte Experimente mit Schweinekiefern, um die Verschiebung von Zähnen zu beobachten. Er führte um 1750 die wahrscheinlich erste Korrektur mittels Drahtbogen und Ligaturen aus.

  • Joachim Lefoulon schrieb 1841 ein Buch über Zahnfehlstellungen, in der dieses Fachgebiet erstmals als "Orthodontia" bezeichnet wird. J.M. Alexis Schangé beschrieb erstmals eine mit einer Schraube verstellbare Spange in seinem Buch, und empfiehlt die heute übliche Retentionsbehandlung (retinieren = festhalten; die Zeit nach der aktiven Behandlungsphase).

  • Edward H. Angle ist der Vater der "neuzeitlichen Kieferorthopädie". In seinem 1887 erschienenen Buch beschrieb er Zahnfehlstellungen, die auch heute noch in nach ihm benannte Klassen eingeteilt werden (beispielsweise Neutral- oder Distalbiss). Er war auch der erste Kieferorthopäde, der Brackets zum Befestigung der Drahtbögen verwendete. Zur Korrektur von Zahnfehlstellungen führte er den sogenannten "Edgewise-Mechanismus" ein, bei dem der Drahtbogen in Schlitzen der Brackets gehalten wird. Seine Technik wird bis heute bei festen Zahnspangen verwendet.

Übrigens: erst seit 1955 ist Kieferorthopädie ein anerkanntes Studienfach!


 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 04.09.2008
 
Tipp