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Regulierungen

Regulierungen der Zähne und des Kiefers haben in den letzten Jahren immer stärker zugenommen. Kein Wunder: die Menschen in den modernen Industriestaaten sind in den vergangenen 100 Jahren immer größer geworden. Dadurch wurden der Schädel und der Kieferbogen schmaler und der Platz im Kiefer immer enger. Deshalb tanzen Zähne immer wieder einmal "aus der Reihe" - eine Regulierung ist nötig.

Ästhetische Gründe
Wenn die Zahl der kieferorthopädischen Regulierungen zunimmt, ist dies jedoch vor allem eine Modeerscheinung. Noch vor wenigen Jahren war es fast undenkbar, das Kinder, wenn sie eine Regulierung bzw. Zahnspange benötigten, diese auch mit Stolz tragen würden, und es auch Kinder gibt, die sich eine Zahnspange wünschen. Vor allem in Amerika haben inzwischen schon sehr viele Kinder mit Zahnfehlstellungen Zahnspangen. Dafür haben sie dann im höheren Alter ein schönes "Hollywood-Gebiss", was heute als Statussymbol gilt - ohne schönes Gebiss kein schönes Lächeln.

Medizinische Gründe
Es gibt jedoch auch eine Reihe medizinischer Gründe für eine Behandlung von Zahnfehlstellungen. Regulierungen der Zähne und des Kiefers helfen, Schleimhauteinbisse, Zahnfleischverletzungen und Gleithindernisse zu vermeiden. Zudem wird die Beiß- und Kaufähigkeit verbessert. Auch die Selbstreinigung der Zähne funktioniert bei einem ebenmäßigen Gebiss besser. Dagegen können beispielsweise vorstehende Schneidezähne vom Speichel schlechter gereinigt werden und sind daher anfälliger für Karies.

Begleiterscheinungen
Zähne sollen wie Zahnräder ineinander greifen (Okklusion) und sich nicht gegenseitig behindern oder gar abschleifen. Passen Zähne und Kiefer nicht optimal aufeinander, kann es zu zahlreichen Problemen oder sogar Erkrankungen kommen:

  • verminderter Speichelfluss und erhöhte Kariesgefahr,

  • Schmerzen im Kiefergelenk,

  • Verspannungen und Schmerzen im Hals-/Nackenbereich,

  • Kopfschmerzen,

  • verminderte Nasenatmung,

  • erhöhte Infektionsgefahr,

  • Sprachfehler.

In diesem Bereich finden Sie Infos rund um Regulierungen des Kiefers und der Zähne: was wird bei der Voruntersuchung gemacht? Welche Behandlungsgeräte gibt es? Ist eine festsitzende oder herausnehmbare Zahnspange oder gar ein Headgear besser? Wie pflege ich meine Zahnspange, und seit wann gibt es Zahnspangen überhaupt? Außerdem haben wir Ihnen die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammen gestellt.


Voruntersuchung

Regulierungen können grundsätzlich in jedem Lebensalter durchgeführt werden. Da es für Regulierungen viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt, muss vor dem Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung eine ausführliche Untersuchung vorgenommen werden.

Dazu gehört

  • die bisherige Lebens- und Krankheitsgeschichte,

  • eine genaue körperliche Untersuchung,

  • Panorama-(Rundum-)Röntgenaufnahmen des Kiefers und der Zähne,

  • ein Fernröntgenbild (wichtig für die Lage des Kiefers im Vergleich zur Größe des Schädels),

  • Fotos des aktuellen Gebisszustands sowie

  • die Anfertigung von Gipsmodellen des Kiefers.

Je nach Untersuchungsergebnis entscheidet der Kieferorthopäde, welche Behandlungsgeräte zum Einsatz kommen und wie lange die Regulierung ungefähr dauern wird.

Klären Sie vor der kieferorthopädischen Behandlung unbedingt folgende Punkte:

  • wie lange dauert die Behandlung durchschnittlich?

  • Was betrachtet der Kieferorthopädie als Erfolg, und was ist ein Misserfolg? Fixieren Sie das schriftlich!

  • Wie hoch sind die Gesamtkosten der Behandlung?

  • Wie ist das Vorgehen der Krankenkasse, und was erhalten Sie unter welchen Bedingungen zurück?

  • Was sind die Nachteile und die Risiken der Behandlung?


Therapiedauer

Mit einer Regulierung der Zähne und / oder des Kiefers wird beim Kind gewöhnlich zwischen dem 9. und 10. Lebensjahr begonnen. Bei einer angeborenen Fehlstellung kann eine Behandlung jedoch auch schon im Kleinkindalter beginnen. Beim Erwachsenen ist eine Behandlung in jedem Alter möglich.

Dauer einer abnehmbaren Kieferregulierung
Im Wechselgebiss dauert eine abnehmbare Kieferregulierung im Normalfall drei bis vier Jahre. Oft wird zur Stabilisierung noch eine Zeit danach eine Spange getragen.

Dauer einer festen Kieferregulierung
Bei einer fest sitzenden Behandlung werden nach rund anderthalb Jahren die Brackets abgenommen. Zur Stabilisierung trägt man danach ebenfalls eine abnehmbare Spange. Manchmal schient der Zahnarzt zur Stabilisierung auch die Zähne mit einem "Retainer", einem an der Innenseite der Zähne befestigten Draht.


Behandlungskosten

Die Kosten für die reine kieferorthopädische Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ab einem definierten Schwierigkeitsgrad (ganz leichte Fälle sind ausgeschlossen) übernommen - zumindest dann, wenn der Beginn der Behandlung vor dem 18. Lebensjahr liegt.

Eigenanteil wird erstattet
Der Zahnarzt schickt die Rechnung an den Versicherten und an die Krankenkasse. Welche Höhe der Kosten von der Krankenkasse beim ersten Kind und bei jedem weiteren Kind übernommen werden, hängt von den jeweiligen Bestimmungen ab - der Versicherte muss einen gewissen Betrag als Eigenanteil bezahlen. Diese restlichen Kosten werden nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung jedoch von den Krankenkassen zurückgezahlt.

Achtung: bei eigenmächtigem Abbruch der Behandlung erhalten Patient oder Eltern des Patienten diesen Anteil nicht zurück - auch dann nicht, wenn der Kieferorthopäde die Behandlung wegen mangelnder Mitarbeit des Patienten abbricht!

Bei Behandlungsbeginn nach dem 18. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur in schweren Fällen die Kosten für kombinierte kieferorthopädische / kieferchirurgische Behandlungen (bei erheblichen Missbildungen oder wenn ein Gutachter dies in einer Einzelfallprüfung befürwortet). Hier sollte eine Kostenübernahmeerklärung seitens der Krankenkasse erwirkt werden.


 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 14.04.2008
 
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