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Krampfadern (Varizen)

Krampfadern entstehen durch Venen, in welchen der Blutfluss eingeschränkt ist

Krampfadern treten gehäuft an Waden und Innenseiten der Schenkel auf
(Quelle: LifeArt)

Krampfadern sind knotig ausgebuchtete Venen, in denen der Blutabfluss behindert ist. Sie werden auch Varizen genannt, was soviel heißt wie "geschwollene Venen". Aus medizinischer Sicht sind Krampfadern in den meisten Fällen harmlos und bedürfen keiner ärztlichen Behandlung. Das gilt ebenso für die so genannten Besenreiser, eine abgeschwächte Form der Krampfadern.

Krampfadern können jedoch zu chronischen Entzündungen führen und auch an der Entwicklung von Geschwüren beteiligt sein. Komplikationen mit Krampfadern führen oft zu schmerzenden, sich schwer anfühlenden Beinen. Außerdem kann ein Juckreiz im Bereich der Krampfadern auftreten.

Wie werden Krampfadern verursacht?

Bei vielen Menschen kommt es vor allem im fortgeschrittenen Alter anlagebedingt in den oberflächlichen und tieferen Venen zu Gefäßschwächen und Beschädigungen. Der behinderte Blutfluss lässt dann mit der Zeit Krampfadern entstehen. Auch anhaltend starke Belastungen der Beine etwa durch stehende Arbeiten, Übergewicht oder eine Schwangerschaft können die Entstehung von Krampfandern begünstigen.

Wie machen sich Krampfadern bemerkbar?

In den meisten Fällen entwickeln sich Krampfadern in den Beinen, dort vor allem an den Waden und den Innenseiten der Schenkel. Krampfadern sind mehr oder minder schwer knotig ausgebuchtet und von bläulich-violetter Färbung. Die fein verästelten so genannten Besenreiser können auch im Gesicht auftreten.

Auch Hämorrhoiden zählen zu den Varizen. Dabei handelt es sich um eine mitunter schmerzhafte Venenschwäche im Bereich des Anus.

Meist bereiten Krampfadern keine Beschwerden und stellen eher ein kosmetisches Problem dar. In manchen Fällen entwickeln sich aus ihnen jedoch Geschwüre beziehungsweise treten sie in der Folge anderer Erkrankungen auf, sodass sie medizinisch behandelt werden müssen. Das gilt insbesondere dann, wenn es im Bereich von Krampfadern zu Schwellungen oder Blutungen kommt.

Wie werden Krampfadern festgestellt?

Oberflächliche Varizen kann der Arzt meist schon nach Betrachtung und Tastbefund feststellen. Mithilfe des so genannten Manschettentests kann zudem untersucht werden, an welcher Stelle genau es zur ursächlichen Blutflussstörung kommt. Dabei bittet der Arzt den liegenden Betroffenen, ein Bein senkrecht anzuheben. Danach unterbindet der Arzt mittels einer Manschette den Blutfluss und bittet den Erkrankten, wieder aufzustehen. So lässt sich beobachten, wo und wie sich die Krampfader mit Blut füllt.

Zur Untersuchung tieferer Venen stehen der Doppler-Ultraschall sowie die Duplexsonographie zur Verfügung. Auch Röntgenuntersuchungen können Teil einer eingehenden Diagnostik sein.

Die Behandlung von Krampfadern

Bereiten Krampfadern nur geringe Beschwerden, hilft in vielen Fällen, gelegentlich die Beine hochzulegen, nicht allzu lange zu stehen und sich ansonsten viel an der frischen Luft zu bewegen. Auch Stütz- oder Kompressionsstrümpfe können bei Bedarf die Blutzirkulation in den Beinen fördern. Alles was der Entlastung der Beine dient, kann die Beschwerden lindern, weshalb auch die Reduzierung von Übergewicht ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Krampfadern sein kann.

In schwereren Fällen werden Krampfadern meist chirurgisch entfernt oder verödet. Das "strippen" (herausziehen) von Krampfadern mittels eines eingelassenen Fadens oder feinen Drahts sowie die Sklerotherapie, bei der die betroffene Vene mit einer Art Schaum verschlossen wird, gehören zu den Erfolg versprechenden Verfahren.

Verlauf

Die meisten Krampfadern bereiten keine Beschwerden und führen auch nicht zu weiteren gesundheitlichen Schäden. Treten Komplikationen auf in Form von Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen, sollten die Varizen fachgerecht behandelt werden, damit es nicht zu Gewebeschäden kommt.

Die chirurgische Krampfaderentfernung oder -verödung wird meist ambulant durchgeführt. Gleichwohl dauert es im Allgemeinen bis zu drei Wochen, bevor die Betroffenen ihrem gewohnten Alltag wieder nachgehen können.

Wie kann man vorbeugen?

Die Neigung zu Krampfadern und einer allgemeinen Venenschwäche ist in den meisten Fällen genetisch angelegt. Gleichwohl verringern die Vermeidung von starkem Übergewicht sowie sportliche Bewegung, die der Durchblutung des gesamten Körpers zugute kommt, das Risiko der Bildung von Krampfadern.


Bei weiteren Fragen zum Thema Krampfadern können Sie sich an die Fachärztin im Expertenrat Venenerkrankungen wenden.

Quellen:
Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Merkblatt: Krampfadern in den Beinen http://www.iqwig.de (Stand Februar 2008)
Renz-Polster, H., Krautzig, S., Braun, J. (Hg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2004

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 09.10.2008
 
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