Tipp

Therapie mit Kronen

Die Behandlung bei einer Überkronung beginnt zunächst mit einer sorgfältigen Untersuchung einschließlich Röntgenbildern und genauer Diagnosestellung. Denn Voraussetzung für die Versorgung mit einer Krone ist, dass der Zahn nicht zu stark geschädigt ist. Dazu müssen folgende Punkte geklärt werden:

  • Sind die Wurzeln und der Kieferknochen gesund?

  • Ist das Zahnfleisch gesund?

  • Ist Karies vorhanden? Wenn ja, in welchem Ausmaß?

Erste Sitzung: Zahnaufbau
Nach der Betäubung und Präparation muss der Zahn zunächst mit einer Füllung wieder aufgebaut werden. Damit die Krone später auch stabil sitzt, ist es bei wurzelbehandelten Zähnen manchmal erforderlich, einen Stift einzusetzen. Anschließend wird der Zahn beschliffen, denn Stufen und Rillen vergrößern die Oberfläche des Zahnstumpfs und sorgen auf diese Weise für besseren Halt der Krone.

Trockenlegen des Zahns
Für die Passgenauigkeit der Krone ist es besonders wichtig, den Zahn und den Zahnfleischsaum trocken zu legen. Dazu verwendet der Zahnarzt meist einen speziellen Faden (Retraktionsfaden), der zwischen Zahn und Zahnfleischrand gedrückt wird. Das Trockenlegen des Zahns ist auch deshalb wichtig, weil Sekrete wie Blut oder Speichel die Genauigkeit des Abdrucks beeinflussen.

Abdruck
Nach dem Trockenlegen wird mit einer Spezialmasse der Abdruck des beschliffenen Zahnstumpfs und des Kiefers genommen. Je genauer der Abdruck und je ausführlicher die zusätzlichen Informationen vom Zahnarzt, umso exakter ist die Arbeit des Zahntechnikers und die spätere Passform der Krone. Nach dem Abdruck wird der zu überkronende Zahn zunächst mit einem Provisorium versorgt.

Labor
Im zahntechnischen Labor wird anhand der Abdrücke ein Modell des präparierten Zahnstumpfs sowie beider Kiefer hergestellt. Anschließend gießt der Zahntechniker die Krone und passt sie möglichst genau in die modellierten Zahnreihen ein. Diese Rohkrone wird dann nochmals bearbeitet und nach der Fertigstellung an den Zahnarzt zurück geschickt. Die Herstellung der Krone dauert ein bis zwei Wochen.

Zweite Sitzung: Anprobe
Ohne sie zunächst einzuzementieren, überprüft der Zahnarzt zunächst den genauen Sitz und die Form der Krone. Mit Blaupapier wird der Kontakt zu den gegenüberliegenden Zähnen kontrolliert. Eventuell nimmt er noch kleinere Korrekturen vor, denn die Krone darf weder zu hoch (dies sorgt für Schmerzen beim Zubeißen) noch zu niedrig sein (so entsteht "Luft" zwischen den Zähnen). Ebenso muss sie einen optimalen Kontakt zu den Nachbarzähnen haben, um ein Einbeißen von Speisen in den Zahnzwischenraum zu verhindern.

Einsetzen
Besonders wichtig ist die Passgenauigkeit der Krone auf dem Zahnstumpf und die Übergangsstelle zwischen Krone und Zahn, dem Kronenrand (Randschluss). Passt sich die Krone nicht präzise dem Zahnstumpf an, können Karies und Zahnfleischentzündungen entstehen. Hier muss der Zahnarzt ganz exakt arbeiten, damit beim Anpassen keine Fehler gemacht werden. Falls nötig, wird die Krone noch einmal bearbeitet und poliert. Erst, wenn alles stimmt, wird die Krone eingesetzt. Dies geschieht mit Befestigungszementen oder auch mit speziellen Klebetechniken.

Empfindlicher Zahnstumpf
Unter Umständen wird in der zweiten Sitzung die Krone nur provisorisch eingesetzt, besonders dann, wenn der abgeschliffene Zahnstumpf noch sehr empfindlich reagiert. Nach einer gewissen Zeit und einem Nachlassen der Beschwerden kann dann die endgültige Eingliederung erfolgen. Klingen die Beschwerden nicht ab, so ist in diesem Stadium problemlos eine Abnahme der Krone und eine Wurzelkanalbehandlung möglich.


Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Überkronung setzt der Zahnarzt zunächst eine örtliche Betäubung. Dann erfolgt eine gründliche Karies-Behandlung. Karies-Bereiche, die nah an den Zahnnerv heranreichen, werden mit einem speziellen Material abgedeckt. Zur Stabilisierung des Zahnes, Materialersparnis der späteren Krone und besserem Halt auf dem Zahnstumpf wird nun der Zahn mit einer Füllung wieder aufgebaut. Nach dieser Vorbereitung erfolgt die eigentliche Präparation des Zahnes.

Entfernung des Schmelzüberzugs
Da die Krone über den Zahnstumpf gesetzt wird, muss der gesamte Schmelzüberzug des Zahns entfernt werden. Der so entstehende Zahnstumpf wird parallel oder leicht konisch beschliffen. Zur besseren Verankerung ist es bei wurzelbehandelten bzw. nervtoten Zähnen manchmal erforderlich, einen Stift einzusetzen (Stiftkrone).

Präparation
Die Präparation erfolgt mit schnell drehenden Bohrern unter guter Wasserkühlung, um den temperaturempfindlichen Zahnnerv nicht dauerhaft zu schädigen. Dabei orientiert sich der entstehende Zahnstumpf in der Formgebung am ursprünglichen Zahn, um eine möglichst gleichmäßige und von der Dicke her ausreichende Dentinschicht über dem empfindlichen Zahnnerv zu belassen.

Abformung
Nach beendeter Präparation muss der Zahnstumpf trocken gelegt und das Zahnfleisch etwas aus der Zahnfleischtasche zurückgedrängt werden, um vom beschliffenen Stumpf einen exakten Abdruck nehmen zu können.


Abdruck

Der Abdruck des beschliffenen Zahnstumpfs und des Kiefers wird mit einer Spezialmasse genommen. Die Anfertigung der eigentlichen Krone erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Je genauer der Abdruck und je ausführlicher die zusätzlichen Informationen vom Zahnarzt, umso exakter ist die Arbeit des Zahntechnikers und die spätere Passform der Krone.

Silikon
Die Abformung des Zahnstumpfs und des Kiefers geschieht meist mit Präzisionsabdrücken auf Silikonbasis, die anschließend mit einem speziellen Hartgips oder Kunststoff ausgegossen werden. Zur richtigen Höhe der Krone benötigt der Zahntechniker außerdem noch einen Abdruck des Gegenkiefers und eine Bestimmung der Bisslage des Patienten. Die Abformung des Gegenkiefers erfolgt meist mit Alginat. Mit diesen Unterlagen ist es im zahntechnischen Labor möglich, unter Verwendung eines Artikulators eine fast hundertprozentig identische Mundsituation zu simulieren.

Anfertigungsdauer
Die Anfertigung des Abdrucks und der verschiedenen Kronenarten muss sehr präzise ausgeführt werden. Dies dauert ein bis zwei Wochen.


Provisorium

Ein Provisorium wird meist auf den beschliffenen, zur Überkronung vorbereiteten Zahn gesetzt. Bis zum Eingliedern der fertigen Krone muss der präparierte Zahn nämlich gegen äußere Einflüsse geschützt werden.

Vermeidung von Schmerzen
Wird der präparierte Zahn in beschliffenem Zustand nicht mit einem Provisorium versorgt, würde dies zu großen Schmerzen beim Patienten führen. Schon allein das Atmen ist für den Patienten nach dem Abklingen der örtlichen Betäubung äußerst schmerzhaft, da dem schmerzempfindlichen Zahnbein die bedeckende Schmelzhülle fehlt. Das gut abschließende Provisorium bedeutet außerdem eine Infektionsprophylaxe des Zahnnervs. Ein gut angepasstes Provisorium bewirkt zusätzlich die wichtige Abstützung des Zusammenbisses.


Präparation

Die Präparation des zu überkronenden Zahns geschieht vor dem eigentlichen Einsetzen der Krone. Der Übergang zwischen dem beschliffenem Zahnstumpf und unbehandeltem Zahn wird dabei als Präparationsgrenze bezeichnet. Je nach Ausarbeitung dieses Übergangs unterscheidet man hohlkehlförmige, tangentiale und stufenartige Präparation.

Allen Präparationsarten ist gemeinsam, dass eine gewisse Restdicke (0,7 bis 1,4 Millimeter) des Dentins zum Zahnnerv hin vorhanden sein muss, um einen sicheren Schutz des Zahnnervs zu gewährleisten. Außerdem sollte sich die Präparationsgrenze deutlich abzeichnen, um einen korrekten Randschluss zu gewährleisten.

Hohlkehlförmige Präparation
Die hohlkehlförmige Präparation gilt heute als Standardpräparation. Sie bildet einen guten Kompromiss zwischen Schonung der Zahnsubstanz und des Zahnfleisches, Verarbeitungsaufwand und Randschlussqualität. Diese Methode kommt vornehmlich bei verblendeten Metallkronen, manchmal auch bei Galvanokronen zum Einsatz.

Tangentiale Präparation
Bei der tangentialen Präparation geht die Präparationsgrenze ohne eine Stufe oder Kehlung mit einem seichten Winkel in den natürlichen Zahn über. Sie wird hauptsächlich bei Metallkronen eingesetzt oder wenn anatomische Gegebenheiten keine andere Präparationsform zulassen. Die Methode ist relativ einfach, und es muss wenig Zahnsubstanz geopfert werden. Andererseits ist die Präparationsgrenze nur schwer zu erkennen, und der Kronenübergang steht über den Zahn heraus. Auch bei korrekter Verarbeitung kann es zu Zahnfleischreizungen kommen.

Stufenpräparation
Die Stufenpräparation ist bei exakter Herstellung optimal für die Schonung des Zahnfleisches. Sie sollte daher vor allem in einem zu Zahnfleischerkrankungen neigenden Gebiss angewandt werden. Die sehr aufwendige Präparation wird oft durch anatomische Gründe zusätzlich erschwert. Dann bildet eine kombinierte Form mit tangentialen oder hohlkehlartigen Übergängen einen guten Kompromiss. Bei reinen Keramikkronen ist sie Voraussetzung für eine statische Stabilität ("Keramikschulter"). Allerdings muss dafür sehr viel gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden.


Randschluss (Kronenrand)

Der Randschluss der Krone, also die Übergangsstelle zwischen Krone und Zahn (Kronenrand), muss besonders exakt gearbeitet sein. Die Krone muss glatt in den Zahnstumpf übergehen, ohne tastbaren Randspalt. Ein Randspalt mit 50 Mikrometer (= 0,05 Millimeter) gilt als hervorragend, üblich ist beim Randschluss ein Randspalt von 200 Mikrometern (zum Vergleich: ein Haar ist etwa 0,1 Millimeter dick).

Überprüfung kaum möglich
Den Randschluss kann der Patient selbst kaum überprüfen. Wenn Sie jedoch mit dem Fingernagel zwischen Zahnstumpf und Krone eine deutliche Ritze fühlen können, sollten Sie Ihren Zahnarzt darauf ansprechen. Dies deutet auf einen nicht exakt gearbeiteten Randschluss und ein fehlerhaftes Einsetzen der Krone hin. Und: in so einer Ritze können sich Speisereste sowie Zahnbelag ablagern, was unter anderem zu Karies führen kann.


Fehler beim Überkronen

Fehler beim Überkronen von Zähnen passieren immer wieder. Arbeitet der Zahnarzt nicht konzentriert und präzise genug, können ihm Fehler unterlaufen, die sich negativ auf die Haltbarkeit der Krone und die Gesundheit des Gebisses auswirken.

Fehler beim Überkronen von Zähnen

  • Verletzungen des Zahnfleisches, Beschädigung der Zahnwurzel und / oder der Nachbarzähne:
    Folgeschäden (Entzündungen, Karies etc.)

  • Falsche Farbe und Form der Vollkeramikkrone:
    Kronenrand drückt auf das Zahnfleisch (Entzündungen), schlechter Randschluss

  • Hängen bleiben von Speiseresten:
    Kontaktpunkt zu Nachbarzähnen stimmt nicht

  • Krone zu hoch:
    Belastung der Zähne, Lockerung des Parodonts, Schmerzen

  • Entzündungen des Zahnmarks durch Abschleifen:
    Schmerzen

  • Undichtes Provisorium:
    Schmerzen

  • Überempfindlichkeit des Zahnhalses wegen zu kurzer Kronenränder:
    Schmerzen

  • Falsche Kronenform, mangelhafte Aufklärung durch den Zahnarzt:
    schwierige Mundhygiene

  • Technische Fehler:
    Abplatzen von Verblendungen oder Lötstellen

  • Probleme mit Zahnfleisch, Zahnhalteapparat, Kiefer:
    falsch gestalteter Kronenrand (Randabschluss)

  • Abschleifen des Zahnstumpfes durch zu hochtourigen Bohrer und / oder mangelhafte Kühlung:
    Absterben des Zahns


Tipps für neue Kronen

Unsere Tipps für das Einsetzen neuer Kronen und Brücken sollten Sie auf jeden Fall beachten, damit es hinterher nicht zu unliebsamen Überraschungen oder Enttäuschungen kommt.

  • Provisorisches Einkleben
    Lassen Sie Kronen und Brücken bei Zweifeln nicht sofort einzementieren. Probieren Sie sie mit einem provisorischen Kleber aus, dann sind noch Korrekturen möglich.

  • Zahnfarbe abstimmen
    Strahlend weiße Zähne passen möglicherweise nicht zu Ihrer Zahnfarbe. Lassen Sie die Farbe Ihres Zahnersatzes daher gut abstimmen. Eine gleichmäßige Färbung aller Zähne ist viel unauffälliger als eine oder mehrere weiße Verblendungen bei gelblichen oder elfenbeinfarbenen Zähnen.

  • Empfindliche Zähne
    Nach dem Einsetzen von Kronen können die Zähne sehr empfindlich sein. Sie können vor allem auf Temperaturreize sehr stark reagieren. Meiden Sie daher mehrere Wochen lang sehr kalte oder sehr heiße Speisen und Getränke - vor allem im Wechsel: ein heißer Cappuccino und dazu ein Eisbecher kann dazu führen, dass Sie der berühmte "Blitz" durchzuckt!

  • Okklusion
    Der Zusammenbiss (Okklusion) muss perfekt stimmen. Bestehen Sie auf einer genauen Prüfung (mittels Farbpapier)!

  • Zahnpflege
    Denken Sie an gründliche Zahnpflege und Mundhygiene: das ist wichtig für die Haltbarkeit Ihrer Kronen.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 10.12.2007
 
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