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Lebensmittelallergie bei Kleinkindern häufiger als vermutet


Wenn essen krank macht

Lebensmittelallergie bei Kleinkindern häufiger als vermutet

Lebensmittelallergie bei Kindern Ein unangenehmes Kribbeln im Mund, rote Flecken im Gesicht, Atemnot – wenn Kinder nach dem Essen mit derartigen Symptomen reagieren, kann eine Lebensmittelallergie dahinter stecken. Im Rahmen einer aktuellen Beobachtungsstudie untersuchten US-amerikanische Wissenschaftler Häufigkeit und Umstände von allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel im Kleinkindalter. Das Ergebnis: Allergische Reaktionen auf Lebensmittel bei Kindern sind häufiger als bisher vermutet.

Milch, Eier und Erdnüsse zählen zu den Nahrungsmitteln, die im Kindes- und Jugendalter besonders häufig allergische Reaktionen auslösen. Insgesamt reagieren bis zu 8 % der Kinder allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel. Die Art und Schwere der allergischen Reaktion kann dabei stark variieren: Ein leichtes Kribbeln im Mund, Schwellungen der Mundschleimhaut, Hautreaktionen oder auch Atemnot und Magen-Darm-Beschwerden können sich einstellen. Heftige allergische Reaktionen oder schlimmstenfalls ein anaphylaktischer Schock können lebensgefährlich sein – umso wichtiger es, dass Eltern und Betreuer von Kindern mit Lebensmittelallergien wissen, wie solche Situationen vermieden werden können und was in Notfällen zu tun ist. Um mögliche neue Ansätze für Aufklärungsmaßnahmen zu eruieren, untersuchten US-amerikanische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie die Häufigkeit und die genauen Begleitumstände von allergischen Reaktionen im Kleinkindalter – und kamen zu teils besorgniserregenden Ergebnissen.

Studie: Über 500 Kinder wurden 3 Jahre lang begleitet
In der Beobachtungsstudie wurden 512 Kinder im Alter von 3 bis 15 Monaten mit einer Allergie gegen Kuhmilch oder Hühnerei über einen Zeitraum von 3 Jahren begleitet. Zunächst wurden die Eltern über die Vermeidung von Lebensmittelallergenen und das Verhalten in Notfällen aufgeklärt.

Lebensmittelallergie-was ist dasDie teilnehmenden Kinder wurden in festgelegten Abständen klinisch untersucht. Darüber hinaus erfolgte eine regelmäßige telefonische Befragung der Eltern, die gebeten wurden, sich bei Auftreten einer allergischen Reaktion bei der Studiengruppe zu melden. Erfasst wurden für jeden gemeldeten Zwischenfall jeweils die Symptome sowie der Auslöser (Lebensmittel). Darüber hinaus wurde auch dokumentiert, wer den betroffenen Kinder die Speise angeboten hatte, unter welchen Umständen es dazu kam und welche Maßnahmen getroffen wurden, als die Symptome bemerkt wurden.

Ergebnisse: Rund 1.170 Zwischenfälle dokumentiert
Bei rund 72 % der teilnehmenden Kinder wurde eine allergische Reaktion gemeldet, bei der Hälfte der Kinder kam es mehr als einmal zu einem derartigen Zwischenfall. Insgesamt wurden rund 1.170 Fälle dokumentiert. Der häufigste Auslöser war Kuhmilch, gefolgt von Hühnerei und Erdnüssen. Die heftigsten Symptome wurden durch Erdnüsse ausgelöst. In den meisten Fällen (65 %) verzehrten die Kinder die kritischen Lebensmittel unbeabsichtigt, z. B. durch eine kurze Unaufmerksamkeit von Eltern (bzw. Großeltern, Betreuer), weil die Allergie vergessen wurde oder das jeweilige Produkt nicht ausreichend im Hinblick auf seinen Allergengehalt geprüft wurde. Einer der weiteren Gründe war z. B. eine fehlerhafte Interpretation der Angaben auf verpackten Lebensmitteln.

Fazit
Bei Kleinkindern mit einer Nahrungsmittelallergie kommt es häufiger als bisher angenommen zu Zwischenfällen. Eltern und Betreuer sollten daher optimal über die Vermeidung von allergischen Reaktionen und Gegenmaßnahmen im Notfall informiert sein. Kinder mit derartigen Allergien müssen vor einem Kontakt mit dem jeweiligen Allergen wirksam geschützt werden. Die gute Nachricht: Bei den meisten Kindern verschwindet die Nahrungsmittelallergie wieder. Allerdings kann es im Erwachsenenalter zu neuen Sensibilisierungen – etwa gegen Pollen oder Hausstaubmilbenkot − kommen.

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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
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