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Mastopathie

Eine Mastopathie betrifft häufig Frauen zwischen 35 und 55

Eine Mastopathie betrifft häufig Frauen zwischen 35 und 55
(Quelle: BananaStock)

Unter einer Mastopathie versteht man gutartige Veränderungen des Drüsengewebes der weiblichen Brust. Diese Veränderungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Man unterscheidet verschiedene Formen der Mastopathie und unterteilt sie in Grad I, II und III.

Die Mastopathie Grad I wird auch als einfache fibrös-zystische Form bezeichnet. Man findet verdicktes oder verhärtetes Bindegewebe und kleine Flüssigkeitsbläschen (Zysten) im Drüsengewebe, jedoch kein ungewöhnliches Zellwachstum.

Bei der Mastopathie Grad II wachsen einzelne Zellen im Brustgewebe stärker, werden jedoch nicht zu bösartigen Zellen oder deren Vorstufen (proliferative Mastopathie ohne Atypien).

Die Mastopathie Grad III zeichnet sich durch veränderte Anteile von Zellen in den Milchgängen oder den Brustdrüsenläppchen aus (atypische Hyperplasie).

Die Mastopathie betrifft meist beide Brüste. Mehr als die Hälfte aller Frauen ist im Lauf ihres Lebens mehr oder weniger ausgeprägt von einer Mastopathie betroffen. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr auf.


Was verursacht eine Mastopathie?

Eine Mastopathie wird durch eine Verschiebung des Gleichgewichts der Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen verursacht. Ein erhöhter Gehalt an Östrogen im Körper, wie er beispielsweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus herrscht, begünstigt die Mastopathie. Auch andere Hormone wie das Schilddrüsenhormon beeinflussen Östrogen und Gestagen und damit die Mastopathie.


Wie äußert sich die Mastopathie?

Die Mastopathie verursacht Verhärtungen im Drüsengewebe der Brust. Es kommt zur Bildung von Knötchen und dadurch zu Schmerzen und Spannungsgefühl. Selten wird aus der Brustwarze Flüssigkeit abgesondert.

Die Symptome sind in der zweiten Zyklushälfte besonders stark und typischerweise direkt nach der Regelblutung schwach ausgeprägt.


Wie wird die Mastopathie diagnostiziert?

Entscheidend für die Diagnose ist es, die Symptome und die Krankengeschichte (Anamnese) gründlich zu besprechen. Es erfolgt die Untersuchung der Brüste. Wenn der Arzt Knoten tastet, sollten weitergehende Untersuchungen beim Frauenarzt erfolgen, um einen bösartigen Prozess auszuschließen. Hierzu zählen die Ultraschall- (Sonographie) und Röntgenuntersuchung (Mammographie). Bei verdächtigen Veränderungen können Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden.

Wird spontan oder durch Druck Sekret aus der Brustwarze abgesondert, kann dies zur zytologischen Untersuchung eingeschickt werden. Eine Blutentnahme kann beispielsweise eine Fehlfunktion der Schilddrüse aufdecken, die auch ursächlich für die Mastopathie sein kann.


Wie wird die Mastopathie behandelt?

Bei den meisten Fällen einer Mastopathie ist keine Therapie notwendig. Die betroffenen Frauen sollten ausführlich über die Erkrankung und deren Harmlosigkeit informiert werden. Es können allgemeine Maßnahmen wie Entspannungstechniken, Wärme oder auch Kühlung und Schonung der Brust angewendet werden. Ein gut stützender BH insbesondere beim Sport verschafft häufig Linderung.

Sollte eine medikamentöse Therapie notwendig sein, sind pflanzliche Wirkstoffe in vielen Fällen gut wirksam. In schwereren Fällen können auch Cremes oder Tabletten mit Gestagen wie die Pille verschrieben werden. Zum Teil werden diese Medikamente nur in der zweiten Zyklushälfte eingenommen.


Wie verläuft die Mastopathie?

Viele Fälle von Mastopathie haben einen milden Verlauf und bedürfen keinerlei Behandlung. Nach den Wechseljahren verschwindet die Erkrankung in den meisten Fällen.

Sind die Beschwerden stärker ausgeprägt, wird in manchen Fällen eine Gewebeprobe entnommen. Zeigt diese eine Mastopathie dritten Grades, ist das Risiko einer Entartung etwas erhöht. Die Mastopathie-Zellen können also im Laufe von Jahren bösartig werden und Brustkrebs verursachen. Bei einer Mastopathie dritten Grades sollten daher häufigere regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. Bei den übrigen Formen der Mastopathie sind die Vorsorgemaßnahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung ausreichend. Sie werden also genauso häufig kontrolliert wie Frauen ohne Mastopathie.

Die meisten betroffenen Frauen entwickeln trotz einer Mastopathie nie Brustkrebs.


Wie kann man vorbeugen?

Vorbeugende Maßnahmen gegen Mastopathie sind nicht bekannt. Um frühzeitig zu entdecken, ob eine Mastopathie in ein bösartiges Geschehen übergeht, sollten die regelmäßigen Kontrolltermine streng eingehalten werden.


Weitere Fragen zu diesem Thema können Sie in der Brust-Expertenrat direkt an unsere Expertin richten.

Quellen:
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums/Krebsinformationsdienstes: Gutartige Veränderungen in der Brust. www.krebsinformationsdienst.de (Stand Dezember 2005)
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2004

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 10.11.2008
 
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