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Mittelohrentzündung

Stillen in den ersten drei Monaten beugt Mittelohrentzündungen vor

Stillen in den ersten drei Monaten beugt Mittelohrentzündungen vor
(Quelle: BananaStock)

Bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) ist die Schleimhaut des Mittelohrs auf einer oder beiden Seiten entzündet. Die akute Mittelohrentzündung kommt besonders bei kleineren Kindern im Alter zwischen sechs und 18 Monaten sehr häufig vor. Rund zwei Drittel aller Kinder bis zum dritten Lebensjahr haben schon mindestens einmal unter einer Mittelohrentzündung gelitten. Ab dem Schulalter kommt die Otitis media deutlich seltener vor. Was sind die Ursachen der Mittelohrentzündung, wann müssen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt und wie sieht die Behandlung aus? Wie kommt es zu einer Mittelohrentzündung?

Eine Mittelohrentzündung tritt meistens nach einer Erkältung oder Grippe auf, da die meist bakteriellen Erreger in den oberen Atemwegen über die bei Kindern noch sehr kurze Ohrtrompete auf das Mittelohr wandern. Die häufigsten Erreger der Otitis media sind Streptokokken, Haemophilus influenza und Pneumokokken. Durch die Infektion bilden die Schleimhäute des Mittelohrs ein entzündliches Sekret, was zu einem Paukenerguss führt. Da dieses Sekret, anders als beispielsweise in der Nase, nicht abfließen kann, staut es sich hinter dem Trommelfell und übt schmerzhaften Druck darauf aus.


Was können die Ursachen sein?

Die häufigsten Ursachen der Mittelohrentzündung sind bakterielle Infekte. Allerdings gibt es weitere Ursachen, die eine Infektion begünstigen können. Es ist erwiesen, dass Kinder, die Passivrauchen, zu 50% häufiger unter Mittelohrentzündungen leiden als Kinder, die dem Rauch nicht ausgesetzt sind.

Auch Kinder mit Heuschnupfen leiden häufiger unter Mittelohrentzündungen als nicht allergische Kinder. Außerdem wird vermutet, dass das Zurücklaufen des Mageninhalts (Reflux) einen Rolle spielt. Bei manchen Kindern kann im Mittelohrsekret Pepsin, ein Enzym des Magensafts, nachgewiesen werden. Es könnte sein, dass bei betroffenen Kindern der immer wieder aufsteigende Magensaft die Schleimhäute reizt.


Wann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen?

Oft leidet das Kind an einer harmlosen Erkältung, die bereits auf dem Wege der Besserung ist. Dann wird es plötzlich quengelig, hat keinen Appetit und klagt über Kopf- oder Bauchschmerzen. Gerade Kleinkinder empfinden den Schmerz manchmal stärker im Bauch als im Kopf. Dazu können Reizbarkeit und Fieber kommen. Bei Säuglingen kann man eine Mittelohrentzündung häufig daran erkennen, dass sie beim Hinlegen, abends und nachts vermehrt schreien und sich aufgrund der Ohrenschmerzen ans Ohr greifen. Oft kommt auch Fieber und Durchfall dazu. Gelegentlich entleert sich ein eitriges Sekret aus dem Ohr, was ein Zeichen für ein durchbrochenes Trommelfell ist, woraufhin der Schmerz meist schlagartig nachlässt.

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine Mittelohrentzündung vermuten, sollten Sie umgehend den Arzt aufsuchen! Auch wenn sich eine bestehende und bereits behandelte Mittelohrentzündung verschlimmert, gehen Sie zum Arzt!


Was macht der Arzt?

Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung untersucht der Arzt das Ohr mit einem Ohrenspiegel (Otoskop) und stellt meist innerhalb weniger Minuten die Diagnose. Zuvor wird er Sie und wenn möglich das Kind befragen sowie die Körpertemperatur messen. Die Therapie beinhaltet Nasentropfen, schmerz- und fiebersenkende Mittel (z.B. Paracetamol) und bei einer bakteriellen Infektion zusätzlich Antibiotika. Wenn sich die Symptome nicht innerhalb von 38 bis 48 Stunden bessert, suchen Sie bitte erneut den Arzt auf! Um die Behandlung zu unterstützen, können Sie Ihr Kind auf einem dicken Kissen schlafen lassen und den Kopf hochhalten, damit das Sekret leichter abfließen kann. Zwiebelwickel gegen die Schmerzen und kalte Wadenwickel gegen das Fieber haben sich als "alte Hausmittel" bei Mittelohrentzündung bewährt!



Quellen:
Renz-Polster, Dr. H. et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Akute Otitis media. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/005 (Stand: Juni 2001)
Online-Informationen der Universität Witten/Herdecke: Patientenleitlinie Mittelohrentzündung (=Otitis media) bei Kindern: http://www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendung/mittelohrentzuendung.html (Stand: Januar 2006)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 15.10.2013
 
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