Mundhygiene: Babys und Kinder
Mundhygiene bei Kindern unterscheidet sich in vielen Fällen von denen Erwachsener. Nachfolgend finden Sie Tipps für richtige Mundhygiene bei Kindern vom Säuglingsalter bis zum Teenager.
Säugling und Kleinkind bis ca. 18. Lebensmonat
Beginnen Sie die Mundhygiene Ihres Kindes so früh wie möglich. Schon nach Durchbruch der ersten Zähne sollten Sie diese mit einem Mulltuch oder Wattestäbchen reinigen. Reinigen Sie immer vom Zahnfleisch zur Zahnkrone.
Kleinkinder mit bereits vorhandenen Zähnen bekommen schon ihre eigene Zahnbürste. Ob Sie sich für Lern-Zahnbürsten oder Kinder-Zahnbürsten entscheiden, ist abhängig von der Akzeptanz Ihres Kindes. Oft ist die Abwehrhaltung gegen das Zähneputzen in diesem Alter sehr stark ausgeprägt. Erzwingen Sie nichts. Wird die Bürste nicht angenommen, reinigen Sie weiter mit Wattestäbchen. Versuchen Sie die Bürste spielerisch ein paar Tage später erneut einzusetzen.
Kinder-Zahnbürsten für dieses Alter sollten weiche bis mittelharte Borsten, einen sehr kurzen Borstenkopf (ca. 6 bis 8 mm) und einen kindgerechten Griff besitzen. Führen Sie Ihr Kind spielerisch an die Zahnreinigung heran. Putzen Sie Ihre eigenen Zähne im Beisein des Kindes und demonstrieren Sie wie es funktioniert. Putzen Sie die Zähne Ihres Kindes. Lassen Sie es mit einer zweiten Bürste mitputzen, um die eigene Aktivität zu fördern. Eigenständiges Zähneputzen ist in diesem Alter noch nicht möglich. Verwenden Sie gar keine oder nur extrem wenig Kinderzahnpasta.
In diesem Entwicklungsstadium schlucken die Kleinen Zahnpasta und Wasser. Ausspülen ist ihnen noch nicht möglich.
1 1/2. - 3. Lebensjahr
Jetzt kann Ihr Kind schon aktiver mitputzen. Übernehmen Sie jedoch weiterhin die regelmäßige Reinigung der Zähne. Bitte beachten Sie auch die Innenseiten der Ober- und Unterkieferzähne. 1x täglich Zahnreinigung ist ausreichend.
3. - 5. Lebensjahr
Mit 3 bis 5 Jahren ist die Motorik Ihres Kindes soweit entwickelt, dass eigenständiges Zähneputzen langsam möglich wird. Versuchen Sie spielerisch eine Putztechnik mit kleinen Kreisbewegungen zu vermitteln. Putzen Sie vor oder führen Sie die Hand Ihres Kindes. Setzen Sie die Bürste auf dem Zahnfleischsaum an und malen Sie kleine Kreise über die Zahnflächen. Öffnen Sie den Mund leicht, damit Ober- und Unterkiefer getrennt gereinigt werden können. Reinigen Sie Außen- und Innenflächen und zum Schluss die Kauflächen. Versucht Ihr Kind schon alleine zu putzen, stehen Sie hilfreich zur Seite. Kontrollieren Sie und reinigen Sie, wenn notwendig, nach. 2x täglich Zähneputzen sollte jetzt langsam zur Gewohnheit werden.
Ab 6. Lebensjahr
Ab jetzt ist es Ihrem Kind motorisch möglich, seine Zähne eigenständig zu reinigen. Je nach Geschick und Ausdauer gelingt das mal mehr, mal weniger gut. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig und putzen Sie nicht erreichte Stellen nach.
Ab 8. Lebensjahr
Langsam sollte die Zahnreinigung 2x täglich zur Gewohnheit geworden sein. Zusätzlich zu den kreisenden Bewegungen können jetzt auch ausstreichende Bewegungen wie bei den Erwachsenen mit eingebaut werden. Führen Sie Ihr Kind langsam an die neuen Techniken heran, lassen Sie Ihren Zahnarzt beratend eingreifen. Kontrollieren Sie die Zahnreinigung sporadisch, motivieren Sie Ihr Kind weiterhin. Nehmen Sie Prophylaxeprogramme Ihres Zahnarztes oder von Kindergarten und Schulen wahr.
Jugendliche zwischen ca. 12 und 16 Jahren
Jugendliche in diesem Alter schränken ihre Zahnpflege aus Bequemlichkeit oft extrem ein. Selbst kieferorthopädische Behandlungen mit festsitzenden Schienen, die eine sehr intensive Pflege benötigen, werden vernachlässigt. Zwang oder Drohungen seitens der Eltern schaffen hier keine Abhilfe. Momentan ist nur die Bequemlichkeit wichtig. Langfristige Zahnschäden werden vorerst noch als uninteressant betrachtet. Versuchen Sie Ihren Teenager bei seiner Eitelkeit zu packen und über sein ästhetisches Empfinden zu motivieren. Schöne Zähne möchte auch in diesem Alter jeder haben, besonders die Damen. Achten Sie als Elternteil auf regelmäßige, lokale Fluoridisierungsmaßnahmen, um Langzeitschäden zu vermeiden. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach individuellen Prophylaxemaßnahmen.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
