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Neue Regelung zur Bestrahlungsstärke in Solarien

Grenzwerte für Solarien

Neue Regelung zur Bestrahlungsstärke in Solarien

Wer regelmäßig ins Solarium geht, riskiert Hautkrebs

Herbstzeit ist Solariumzeit! Wenn die Temperaturen sinken und es draußen langsam ungemütlich wird, fliehen viele auf die Sonnenbank – auch wenn Experten seit vielen Jahren warnen. Denn wer regelmäßig ins Solarium geht, riskiert Hautkrebs. Seit August gilt zumindest ein Grenzwert für die Bestrahlungsstärke.

Viele wollen trotz Regenwetter und herbstlicher Temperaturen nicht auf einen sonnengebräunten Teint verzichten − und gehen deshalb ins Solarium. Doch viele unterschätzen die Gefahr, die von der künstlichen Sonne ausgeht. Nicht umsonst hat die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) die Strahlung in Solarien in die höchste Kategorie krebsauslösender Stoffe eingestuft. Im August trat endlich eine Verordnung in Kraft, die einen Grenzwert für die Bestrahlungsstärke in Solarien festlegt – ein erster Schritt in die richtige Richtung.

UV-Strahlung: Die Dosis macht das Gift
Sonnenlicht ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Lebenselixier – denn ohne UV-Strahlen könnten wir nicht überleben. Aber wie so oft, gilt auch für UV-Strahlen: Die Dosis macht das Gift. Denn zu viel Strahlung kann zu Schädigungen der Hautzellen führen – die wiederum erhöhen das Risiko für Hautkrebs. Experten warnen deshalb nicht nur vor ausgedehnten „Freiluft“-Sonnenbädern, sondern raten insbesondere von der „künstlichen Sonne“ ab. Und das nicht ohne Grund: Denn laut Experten wird durch regelmäßige Solariumbesuche bis zum 35. Lebensjahr das Risiko für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs verdoppelt. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken in Deutschland jährlich rund 224.00 Menschen an Hautkrebs, ungefähr 26.000 davon am malignen Melanom – der bösartigsten Form. Besonders gefährdet sind offensichtlich junge Frauen, da sie doppelt so häufig ins Solarium gehen wie Männer.

Grenzwert für die Bestrahlungsstärke in Solarien
Eine neue Vorschrift zur Bestrahlungsstärke trat zum 1. August 2012 in Kraft: Nach dieser Regelung, die auf der UV-Schutzverordnung basiert, dürfen Solariengeräte den Wert von 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut nicht überschreiten – das entspricht der europäischen Norm. Zudem müssen die Geräte entsprechend gekennzeichnet sein. Seit Anfang des Jahres müssen in Solarien auch deutlich sichtbare Warnungen vor akuten Schäden an Haut und Augen angebracht werden. Unterdessen wird in Frankreich ein Verbot von Sonnenstudios diskutiert und von vielen Seiten gefordert. Interessant: In Brasilien sind Solarien bereits verboten.

Solarienbesuche: Hautkrebs-Experten raten grundsätzlich ab
Dennoch bleibt diese Neuregelung wohl ein Tropfen auf den heißen Stein: „Die neue Bestrahlungsstärke entspricht allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: mittags bei wolkenlosem Himmel am Äquator“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Bisher wurde diese Bestrahlungsstärke von alten Geräten zum Teil um das Dreifache überschritten.“ Der Expertenrat lautet demnach: Solarien gar nicht erst benutzen.

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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
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