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Parodontose

Lachende Frau ohne Parodontose


Richtige Mundhygiene ist bei Parodontose besonders wichtig
(Quelle: BananaStock)

Parodontose, auch Parodontitis genannt, ist die Bezeichnung für entzündliche Erkrankungen des Zahnbetts. Als Zahnbett oder Zahnhalteapparat wird das Gewebe rund um den Zahn bezeichnet. Bei Parodontose handelt es sich um eine Entzündung, die durch Bakterien hervorgerufen wird und sich nicht mehr durch die herkömmliche Zahnpflege, also Zähneputzen und Mundspülung, beseitigen lässt.

Parodontose ist eine häufige Erkrankung, die vorzugsweise ältere Menschen betrifft. Etwa ab dem 50. Lebensjahr kommt es zu einer zunehmenden Bildung von Zahnbelag (Plaque), die oftmals in einer Parodontose mündet. Grundsätzlich kann Parodontose aber auch früher auftreten.


Wie entsteht Parodontose?

Parodontose entsteht über einen langen Zeitraum. Durch unzureichende Mundhygiene oder ein geschwächtes Abwehrsystem können sich die Bakterien im Mund verstärkt vermehren. Zunächst bildet sich dann Zahnbelag auf den Zähnen. Wird dieser Zahnbelag nicht entfernt, verhärtet er sich – es entsteht Zahnstein.

Vorstufen der Parodontose: Zahnstein und Zahnfleischentzündung

Zahnstein fördert die Vermehrung der Bakterien zusätzlich. Außerdem wird das "Wachstum" des Zahnbelags in Richtung Zahnfleisch gefördert. Es entwickelt sich eine chronische Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Die Entzündung kann nun aus dem Zahnfleisch in das Zahnbett wandern und Parodontose auslösen.

Nicht immer ist unzureichende Mundhygiene verantwortlich für die Entstehung von Parodontose. Eine Reihe von Risikofaktoren begünstigt Parodontose zusätzlich:


Symptome von Parodontose: Zahnfleischbluten und Zahnfleischrückgang

In den meisten Fällen geht der Parodontose eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) voraus. Sie verläuft in der Regel schmerzlos und äußert sich durch blutendes Zahnfleisch, vor allem bei Berührung, etwa beim Zähneputzen. Das Zahnfleisch ist außerdem gerötet und geschwollen. Eine chronische Zahnfleischentzündung führt dazu, dass sich das Zahnfleisch zurückbildet. Es entstehen so genannte Zahnfleischtaschen. Der Zahnbelag kann nun in Richtung Zahnbett wandern und findet in den Zahnfleischtaschen ideale Vermehrungsbedingungen vor.

Das Zahnfleisch bildet sich immer weiter zurück und wirkt gerötet und geschwollen. Gleichzeitig fehlt das Zahnfleisch zwischen den Zähnen, es werden größer werdende Lücken sichtbar. Erst im fortgeschrittenen Stadium führt Parodontose zu Schmerzen. Meist haben sich durch die Entzündung des Zahnbetts bereits Zähne gelockert oder sind ausgefallen.


Wie wird Parodontose diagnostiziert?

Der Zahnarzt untersucht zunächst den Zustand der Zähne. Dabei lassen sich bereits Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündung feststellen. Um den Zustand des Zahnfleischs genau einschätzen zu können, wird die Tiefe der Zahnfleischtaschen und damit der Abstand zwischen Zahn und Zahnfleisch gemessen. Mithilfe des "Parodontalen Screening Index (PSI)" kann anschließend das Stadium der Parodontose genau bestimmt werden. Vom Stadium der Parodontose ist später auch die Behandlung abhängig.

Um zu bestimmen, welche Bakterien für die Parodontose verantwortlich sind, wird ein Abstrich gemacht. Die Identifizierung der Bakterien ist für die Behandlung maßgeblich.


Behandlung von Parodontose: Zahnreinigung

Die Parodontose-Therapie startet mit der Entfernung von Zahnbelag und Zahnstein. Bei leichter Parodontose reicht eine Zahn- und Wurzelreinigung in der Regel aus. Dabei werden auch die Beläge in den Zahnfleischtaschen entfernt, die bei der Mundhygiene zu Hause nicht erreicht werden.

Chirurgischer Eingriff bei schwer zugänglichen Belägen Gelegentlich ist zur Behandlung der Parodontose ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig. Dabei werden die Stellen in Zahnfleischtaschen und an der Wurzel gereinigt, die normalerweise schwer zu erreichen sind. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

In schweren Fällen oder bei besonders aggressiven Bakterien wird zusätzlich ein Antibiotikum verschrieben. Die Einnahme eines Antibiotikums stoppt das Fortschreiten der Entzündung und verhindert, dass die Bakterien sich einkapseln und es zu einem Abszess kommt.


Wie verläuft Parodontose?

Entscheidend für die Prognose von Parodontose ist die Mitarbeit zu Hause. Richtige und regelmäßige Zahnpflege, sowie regelmäßige Nach- und Vorsorgeuntersuchungen sind bei Parodontose besonders wichtig. Da Rauchen die Prognose von Parodontose verschlechtert, ist es ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören.

Damit die Bakterien zukünftig kein ideales Vermehrungsklima vorfinden, ist es außerdem empfehlenswert, die Abwehr zu stärken. Gesunde Ernährung und Sport können dabei hilfreich sein.


Kann man Parodontose vorbeugen?

Da Parodontose durch Zahnbelag entsteht, ist eine richtige Mundhygiene die beste Vorbeugung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind ebenfalls sinnvoll. Zusätzlich können durch eine professionelle Zahnreinigung Beläge entfernt und damit Parodontose vorgebeugt werden.

Da Rauchen einer der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Parodontose ist, ist Nichtrauchen empfehlenswert.

Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich an den Experten des Zahnarzt-Expertenrat.

Quellen:
Detienville, R.: Die Behandlung schwerer Parodontititen. Quintessenz, Berlin 2003
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007
Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V.: www.dgparo.de (Stand: 2007)

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 09.03.2011
 
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