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Intrauterinpessar / Spirale

Das Pessar oder Intrauterin-Pessar (IUP), umgangssprachlich auch "Spirale" genannt, ist ein zur Empfängnisverhütung ganz oder teilweise in die Gebärmutter einzuführender Fremdkörper aus Kunststoff. Es gehört somit zu den mechanischen Empfängnisverhütungsmethoden. Die bekannteste Form des Pessars ist die Kupfer-T Spirale, die man der unterschiedlichen Wirkungsweise von der Hormonspirale unterscheidet..

Wirkungsweise von Intrauterin-Pessaren
Obgleich die Wirkungsweisen der Pessare immer noch nicht bekannt sind und kontrovers diskutiert werden, scheint sicher, dass folgende Faktoren zur empfängnisverhütenden Wirkung beitragen.

  • Leichte Entzündung in der Gebärmutter soll die Einnistung verhindern und die Anzahl der Spermien reduzieren.

  • Durch die Fremdkörperreizung werden innerhalb der Gebärmutter Prostaglandine freigesetzt, die eine Einnistung verhindern.

Weder der Eisprung, noch der Hormonstoffwechsel werden beeinflusst, auch eine Befruchtung wird nicht beeinträchtigt, allerdings bleibt die Implantation aus.

Nebenwirkungen
Patientinnen, die zur Empfängnisverhütung eine Spirale in der Gebärmutter tragen, gehen ein zweimal höheres Risiko ein, eine aufsteigende Genitalinfektionen zu bekommen. Bei drei bis zehn Prozent der Frauen, die ein Pessar anwenden, kommt es zu einer spontanen Ausstoßung. Meist wird dies nicht bemerkt, weshalb es wichtig ist, dass jede Frau in der Lage ist, anhand des aus der Zervix hängenden Fadens zu testen, ob das Pessar noch da ist.

Größe des Intrauterin-Pessars
Alle auf dem Markt befindlichen Pessare sind so ausgerichtet, dass sie mehr oder weniger mit der Größe und der Form des Uterus übereinstimmen. Je größer die Spirale ist, desto eher besteht die Gefahr der Ausstoßung, desto größer ist aber auch der empfängnisverhütende Effekt. Beim bekanntesten aller Pessare, der Kupfer-T Spirale, werden durch eine Wicklung aus Kupferdraht in geringer Menge Kupfer-Ionen freisetzt. Die Kupferionen vermindern die Fortbewegungsfähigkeit der Spermien und, sollte doch eine Befruchtung stattfinden, behindern sie durch die Fremdkörperreizung eine Einnistung und die Entwicklung des Embryos. Daraus ergibt sich eine frühabtreibende Wirkung, die sich in verspäteter und verstärkter Periode zeigen kann.
Eine weitere Neuerung ist die Progesteronspirale in Form eines T's. Diese wirkt neben der mechanischen Wirkung zusätzlich, indem sie intrauterin künstliches Progesteron bzw. künstliche Gestagene abgibt. Dadurch verflüssigt sich der Schleimpfropf im Gebärmuttermund nicht und die Spermien können nicht so leicht in die Gebärmutter eindringen.

Schwangerschaft trotz IUP?
Auch wenn eine Frau ein Intrauterin-Pessar trägt, kann es in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft kommen. Kommt es bei liegendem Pessar zu einer Schwangerschaft, sollten Sie folgendes beachten:

  • Das sofortige Entfernen der Spirale reduziert das Risiko einer spontanen Fehlgeburt von 50 Prozent auf 25 Prozent.

  • Extrauterinschwangerschaften sind relativ häufiger als bei Frauen, die kein Pessar tragen.

  • Wenn das Pessar nicht entfernt wird, kann es zu schweren, lebensbedrohlichen Infektionen besonders im zweiten Trimenon kommen.

Der Pearl-Index zur Beurteilung der Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden für die Kupfer-T Spirale beträgt 3.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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