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Heuschnupfen, Pollenallergie (Pollinosis)

Mehr Informationen zu Heuschnupfen

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Unter Heuschnupfen versteht man eine Allergie gegen Eiweißbestandteile im pflanzlichen Blütenstaub (Pollen). Die medizinisch korrekte Bezeichnung ist daher Pollenallergie (Pollinosis). Entsprechend des Pollenflugs zu verschiedenen Jahreszeiten ist die Häufigkeit des Heuschnupfens auch abhängig von der Jahreszeit. Ab Februar bis etwa Mai blühen Bäume, von Mai bis August Gräser und von Juli bis Oktober Kräuter.

Schätzungen zufolge sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vom Heuschnupfen betroffen. Häufig beginnt die Erkrankung bereits im Kindesalter und begleitet die Betroffenen lebenslang.

Wie wird Heuschnupfen verursacht?

Beim Heuschnupfen handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion oder Allergie vom Soforttyp. Sobald der Auslöser, also die verschiedenen Pollen, auf die Schleimhäute von Augen, Nase oder Bronchien des Betroffenen gelangen, werden in einer überschießenden Reaktion eine Vielzahl verschiedener Botenstoffe im Körper freigesetzt. Hierdurch entstehen meist innerhalb von Sekunden bis Minuten die typischen Symptome des Heuschnupfens.

Heuschnupfen wird vor allem durch die Pollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern ausgelöst.

Symptome bei Heuschnupfen

Die Symptome treten beim Heuschnupfen unmittelbar nach Kontakt mit den auslösenden Pollen auf. Es kommt zu Niesattacken und zur Anschwellung der Nasenschleimhaut mit wässrigem Schnupfen. Die Bindehaut der Augen wird gereizt und rötet sich, die Augen beginnen zu jucken und zu tränen (Konjunktivitis allergica). In etwa 30 Prozent der Fälle bekommen die Betroffenen Symptome eines Asthma bronchiales mit Atemnot und Husten. Selten treten Symptome an der Haut mit quaddelartiger Schwellung, Rötung und Juckreiz auf (Nesselsucht oder Urtikaria).

Nicht selten leiden Betroffene mit Heuschnupfen unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen und daraus folgenden Problemen im Schul- oder Berufsleben.

Wie wird Heuschnupfen diagnostiziert?

Der erste Schritt zur Diagnose des Heuschnupfens ist das ausführliche Arztgespräch (Anamnese). Die körperliche Untersuchung erfolgt insbesondere zur Abgrenzung des Heuschnupfens von anderen Erkrankungen wie beispielsweise einer Erkältung.

Ein Allergietest gibt Aufschluss über die genaue Ursache für den Heuschnupfen. Meist wird der Prick-Test durchgeführt. Hierbei werden verschiedene Allergene, beispielsweise Pollen verschiedener Pflanzen in aufbereiteter Form, auf die Haut am Rücken oder am Unterarm aufgetropft. An den Tropfen wird die Haut oberflächlich eingeritzt. Bei positivem Testergebnis bildet sich eine deutliche Quaddel bei dem Allergen, auf

welches der Betroffene jeweils allergisch reagiert.

Seltener wird eine Blutuntersuchung auf Antikörper (Enzym-Allergo-Sorbent-Test, Abk. EAST, auch RAST genannt) durchgeführt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Heuschnupfen?

Eine wirksame Maßnahme zur Behandlung des Heuschnupfens ist es, das Allergen zu vermeiden. Vor allem Betroffene mit sehr starken Symptomen und eingeschränkter Lebensqualität können mitunter durch einen Wechsel des Wohnorts die Symptome deutlich mindern. Beispielsweise ist der Pollenflug auf Inseln oder im Gebirge nicht so stark ausgeprägt.

Verschiedene Medikamente werden zur Behandlung des Heuschnupfens eingesetzt.

Bei bekanntem Heuschnupfen kann kurz vor Beginn des Pollenflugs damit begonnen werden, so genannte Mastzellstabilisatoren (beispielsweise Cromoglicinsäure) anzuwenden. Abschwellendes Nasenspray mindert das Gefühl der verstopften Nase im Anfall. Es sollte jedoch nicht zur Dauertherapie verwendet werden. Hierfür eignen sich Antihistaminika (beispielsweise Cetirizin) in Tabletten- oder auch in flüssiger Form.

Kortison drosselt die Bildung der im Übermaß gebildeten Botenstoffe und ist daher beim Heuschnupfen sehr wirksam. Der Wirkstoff wird als Nasen- oder Lungenspray lokal verabreicht. Seltener ist eine Anwendung in Tablettenform notwendig. Diese ist in der Regel zeitlich begrenzt und daher arm an Nebenwirkungen.

Wenn der genaue Auslöser des Heuschnupfens bekannt ist, kann eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Hierbei werden aufbereitete Bestandteile der Pollen in sehr geringen Dosen unter die Haut gespritzt. Der Körper lernt so nach und nach, mit dem Fremdstoff umzugehen und nicht mehr die überschießende Reaktion mit den typischen Symptomen des Heuschnupfens zu zeigen.

Wie verläuft Heuschnupfen?

In vielen Fällen verläuft der Heuschnupfen saisonal rezidivierend, das heißt jedes Jahr zur jeweiligen Pollenflugzeit kehren die Symptome wieder und verschwinden, sobald die Allergie auslösenden Pollen nicht mehr in der Luft sind.

In einigen Fällen werden die Heuschnupfen-Symptome im Lauf der Jahre schlimmer. Während zu Beginn in der Regel die Schleimhäute der Nase und der Augen betroffen sind, kann später auch die Lunge betroffen sein (so genannter Etagenwechsel).

Erfolgt eine Hyposensibilisierung, kann der Heuschnupfen dauerhaft geheilt werden.

Im Verlauf der Erkrankung an Heuschnupfen können andere so genannte Kreuzallergien vor allem gegen Lebensmittel entstehen. Beispielsweise tritt bei der Birkenpollenallergie häufig auch eine Haselnuss-Allergie auf, da Bestandteile der Pollen und der Nüsse sich ähneln und gleiche Reaktionen im Körper auslösen.

Kann man Heuschnupfen vorbeugen?

Bei bekanntem Heuschnupfen kann dem vollen Ausbruch der Symptome in gewissem Maß durch den frühzeitigen Einsatz von Medikamenten vorgebeugt werden.

Während der Pollenflugzeit sollten Betroffene sich so wenig wie möglich im Freien aufhalten und bei geschlossenen Fenstern schlafen. Die Haare sollten abends gewaschen werden, um darin verbliebene Pollen zu entfernen. Wäsche sollte möglichst in geschlossenen Räumen getrocknet und gelüftet werden. Pollenfilter in der Lüftungsanlage des Autos sind empfehlenswert.

Mehr über Heuschnupfen auch im Allergie-Ratgeber auf lifeline.de

Einen Pollenflugkalender können Sie hier downloaden

Die aktuelle Pollenflugvorhersage finden Sie auf http://www.gesundheitsberatung.de/heuschnupfen-pollenflugvorhersage.html


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Dann wenden Sie sich doch an den Experten der Allergie-Expertenrat.

Quellen:
Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds e.V. (DAAB), Mönchengladbach (www.daab.de) (Stand: Juni 2008)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI), in Abstimmung mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Allergische Rhinokonjunktivitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/014 (Stand: August 2003)
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2004
Gesenhues, S., Ziesché, R: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2003
Mader, F.H., Weißgerber H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Berlin 2003

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 19.03.2014
 
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