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Gesundheitsrisiken im Reiseland

Das Risiko, im Ausland zu erkranken, lässt sich deutlich verringern, wenn man sich vorher über die jeweiligen landestypischen Bedingungen informiert. Gesundheitsbewusstes Verhalten im Reiseland ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme vor vielen Infektionen.

Vor allem auf folgende Dinge sollte man bei jeder Reise achten:

  • Nahrungsmittel,

  • Sonneneinwirkung,

  • Hitze und Feuchtigkeitsregulation,

  • Schwimmen und Baden,

  • Tiere und Insekten.


Nahrungsmittel

Nahrung, die in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen gekauft wird, ist oft mit Keimen kontaminiert, die bei Reisenden unterschiedliche Krankheiten auslösen können.

In den Tropen werden beispielsweise Obst und Gemüse noch mit Jauche und Mist gedüngt. Über die Jauche können Erreger z. B. die Erreger der Hepatitis A weiter gegeben werden. Deshalb sollte man Früchte und Gemüse (auch im Salat) grundsätzlich schälen oder kochen. Ausreichendes Kochen vernichtet viele Krankheitskeime. Auch unpasteurisierte Milch, rohes Fleisch oder roher Fisch können Erreger enthalte, die unterschiedlichste Krankheiten hervorrufen.

Der Genuss dieser Lebensmittel verbietet sich also von selbst.

Ein bewährtes Sprichwort für die Ernährung im Urlaub lautet: "Koch es, schäle es oder vergiss es!"

Als unbedenklich zum Essen gilt:

  • alles, was frisch gekocht oder durchgebraten ist, wie z. B. mageres, durchgebratenes Fleisch, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Suppen,

  • schälbares Obst wie Apfelsinen, Äpfel, Bananen, Mangos, Ananas, Kokosnüsse, Papayas. Dabei sollte man darauf achten, dass die Schale vor dem Schälen noch unversehrt war.

  • Tee und Kaffee sowie industriell hergestellt Softdrinks und Mineralwasser. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Originalverschluss intakt ist.

Mit Vorsicht zu genießen sind:

  • Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Krabben, Krebse und Muscheln. Diese Nahrungsmittel sollte man, wenn überhaupt, nur seht gut durchgegart zu sich nehmen.

  • Milchprodukte aller Art wie Joghurt, Kefir, Käse, Quark,

  • Tiefkühlkost (möglicherweise Unterbrechung der Kühlkette).

Ganz vermeiden sollte man:

  • rohes Fleisch wie z. B. Tartar und rohen Fisch wie Sushi oder Austern,

  • rohe, kalte oder abgestandene Speisen, Schinken, Wurst, Salate,

  • Mayonnaisehaltige Nahrungsmittel wie Kartoffelsalat oder Eiersandwiches,

  • Eiswürfel, Speiseeis, offene Kaltgetränke, die nicht industriell hergestellt oder nicht mehr original verschlossen sind.

Mehr zu diesem Thema finden Sie auch in den Themenkomplexen Salmonellen und Reisedurchfall.


Sonne

Wenn man in südliche Länder fährt, ist in den ersten Urlaubstagen die Gefahr für sonnenentwöhnte Haut sehr groß, zu verbrennen. Besonders leicht passiert das Kindern und hellhäutigen Personen, vor allem im Hochgebirge oder am Meer. Durch die stärkere Strahlung und den Wind bemerkt man die Hautverbrennung oft nicht rechtzeitig.

In neueren Studien hat man heraus gefunden, das mit jedem Sonnenbrand die Gefahr wächst, an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb sollte man in jedem Fall die Haut mit einer guten Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen und in der prallen Sonne eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille tragen.

Kinder tragen am besten zusätzlich auch am Strand ein T-Shirt. Verschiedene Bekleidungsfirmen bieten im Sommer sogar Kindergarderobe mit integriertem UV-Schutz an.


Hitze-, Feuchtigkeitsregulation

Körperliche Anstrengung in ungewohnter Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit kann durch den Verlust von Flüssigkeit und Wasser zum gefürchteten "Hitzschlag" führen. Hierbei ist die Anpassung an die wärmeren Temperaturen gestört und der Kreislauf durch den Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt. Vorbeugend sollte man sich langsam an Belastungen unter Tropenbedingungen gewöhnen und diese nicht unbedingt in die Mittagshitze verlegen.

Auch ausreichendes Trinken ist sehr wichtig, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. In tropischen Regionen mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ist Kühlung für den Körper nur durch Schwitzen und damit verbundene Wasserverdunstung möglich. Die verlorene Flüssigkeit muss unbedingt ersetzt werden. Man muss "über den Durst" trinken, bis der Urin hell gefärbt ist. Die Trinkflüssigkeit sollte Salz enthalten (ca. 1 Teelöffel pro 1000 ml), um die ausgeschwitzten Körpersalze aufzufüllen und so Kreislaufprobleme zu vermeiden. Alkohol ist als Getränk nicht geeignet, weil er zusätzlich entwässernd wirkt.

Kommt es dennoch zu Problemen, lagert man den Betroffenen bis zum Eintreffen des Arztes im Schatten mit leicht erhöhten Beinen, gibt ihm ausreichend zu trinken und "kühlt" ihn vorsichtig ab (Kleidung öffnen und ausziehen, eventuell kalte Kompressen auflegen).


Schwimmen, Baden

Flüsse und Seen in südlichen Ländern sind häufig mit unterschiedlichen Krankheitserregern verseucht.

  • Viele im Wasser lebende Viren verursachen Augen-, Ohren oder Darminfektionen.

  • Nach dem Baden in einigen Seen in den USA sind vor allem im Sommer schwer verlaufende Gehirn- und Gehirnhautentzündungen verursacht durch dort siedelnde Algen bekannt geworden.

  • Vor allem in den Tropen findet man in stehenden Gewässer auch oft Larven, die die Haut durchdringen und eine so genannte Bilharziose verursachen.

Das Schwimmen und Baden wird hier nur in Schwimmbecken mit gechlortem Wasser als risikolos angesehen.

Beim Baden im Meer besteht nur ein relativ geringes Infektionsrisiko. Man sollte sich jedoch vor Ort informieren, ob es Quallen, stechende, beißende, giftige Fische, Korallen oder Stachelhäuter gibt.

Das Eingraben im Sandstrand ist vor allem den Tropen ein nicht ungefährliches Vergnügen. Die Bisse der Sandflöhe sind ziemlich unangenehm, außerdem gibt es in verschiedenen Regionen unterschiedliche Kleinstinsekten, die Parasiten übertragen können.


Tiere, Insekten

Viele Insekten übertragen in den Tropen die unterschiedlichsten Erkrankungen, wie z. B. Malaria oder Gelb- und Fleckenfieber. Für jedes Reiseland sollte man sich vor Antritt der Reise erkundigen, welche Schutzmassnahmen speziell hier nötig sind und sie auch befolgen.

Schlangen beißen nur zur Selbstverteidigung. Festes Schuhwerk ist deshalb vor allem für Trekkingreisende sinnvoll. Kommt es trotzdem zu einem Biss, ist das Anlegen eines Kompressionsverbands um die Bissstelle und ein sofortiger Arztkontakt unter Umständen lebensrettend. Aussaugen oder Ausbrennen des Bisses sind sinnlos. Falls möglich, sollte man die Schlange zum Arzt mitbringen.

Größere Tiere gehen den Menschen in der Regel aus dem Weg, manchmal reagieren sie jedoch auch aggressiv. In Tollwutregionen sollte man jeglichen Tierkontakt meiden. Bei Bisswunden ist sofort ein ortskundiger Arzt zu konsultieren, der darüber entscheidet, ob eine Tollwutimpfung nötig ist.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 27.11.2007
 
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