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Erkrankung meiner Schwiegermutter


Von: Dr. Karin Wagemann • 02.05.2007 [12:07]
Dr. Karin Wagemann
Liebe donnanicky,

Ihrer Beschreibung nach ist Ihre Schwiegermutter sehr krank und bezüglich der Diagnosen befindet Sie sich in einem Stadium, in dem eine palliative Behandlung erfolgt, damit die Lebensqualität, sofern man überhaupt davon sprechen mag, so gut es geht erhalten bleibt. D.h. es sind keine heilenden Maßnahmen mehr durchzuführen sondern nur Lindernde, wozu auch die Stentsetzung gehört. Ich finde es sehr bewundernswert, dass Ihre Schwiegermutter zu Hause "zurecht kommen möchte" und ebenso sehr lobend, wie Sie sich einsetzen, damit das gelingt. Aber sicherlich sind irgendwo Grenzen, gerade wenn man selber eine Familie hat mit kleinen Kindern.Damit Sie Ihre Schwiegermutter gut versorgt wissen wäre es einerseits möglich, den ambulanten Pflegedienst 2x täglich kommen zu lassen. Das kann ja dann auch mittags sein. Eine andere Möglichkeit ist leider nur die stationäre Versorgung und hier gezielt auf einer Palliativstation, weil dort zum Wohle des Patienten behandelt wird, um die verbliebene Lebenszeit schmerzfrei und so liebevoll wie möglich zu verbringen. Alternativ käme ein Hospiz in Frage.Hier sind speziell ausgebildete Therapeuten, die sich im Umgang mit Schwerkranken fortgebildet haben. sind.Auch haben diese Menschen gelernt, die Patienten sanft auf den Tod vorzubereiten und sind dadurch auch den Angehörigen eine entscheidende Hilfe.
Nun haben Sie davon gesprochen, dass Ihre Schwiegermutter zu Ihnen ziehen kann, Mitte Juni.Auch dann bedarf es Entlastung von Seiten eines versierten Pflegepersonals. Es ist mir aufgrund der fehlenden Untersuchbarkeit nicht möglich Prognosen bezüglich der noch bestehenden Lebenszeit zu machen. Hier ist ein Gespräch mit dem Hausarzt gefragt.Er sollte in die Überlegungen der weiteren Versorgung eingebunden werden sowie auch in die Entscheidung der Stentimplantation. Er kann einschätzen, in wieweit sie eine weitere Vollnarkose und Stentwechsel übersteht, ob man es ihr zumuten soll, inwieweit es ihre Lebenszeit verlängern kann und mit welchem für die Schwiegermutter aber eventuell sehr belastendem Aufwand.
Eine gezielte Schmerztherapie mittels Morphinen ist , falls noch nicht erfolgt, dringend erforderlich.
Auch wenn Ihre Kinder noch klein sind, so sollte man Sie ml zur Oma mitnehmen, damit sie die kranke Oma sehen und Ihr z.B. mal aus einem Buch vorlesen oder vom Kindergarten und von der Schule erzählen. Das tut der Oma und den Kindern gut. Da Kinder sehr feinfühlend sind werden Sie merken, dass es der Oma nicht gut geht. Vorbereitende Gespräche darauf, dass die Oma krank ist und bald nur noch schlafen wird ergeben sich oft von alleine, möglicherweise auch unterstützt durch Kinderliteratur, in der sich mit dem Tod kindgerecht beschäftigt wird.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Stärke. Sie setzen sich schon viel ein, machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn sie nicht mehr an zeitlichem Aufwand aufbringen können. Entscheidend ist es wie Sie alle die Zeit, die Sie mit der Schwiegermutter verbringen, nutzen. Und das geschieht, wie ich aus Ihren Zeilen lese sehr liebevoll. Alles Gute für Sie Dr. Wagemann
Übersicht Thema:

  Erkrankung meiner Schwiegermutter donnanicky • 29.04.2007 [21:49]

  Erkrankung meiner Schwiegermutter Dr. Karin Wagemann • 02.05.2007 [12:07]

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