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Teilleistungsstörungen

Teilleistungsstörungen machen sich meistens erst nach Beginn der Schulzeit bemerkbar

Teilleistungsstörungen machen sich meistens erst nach Beginn der Schulzeit bemerkbar
(Foto: DAK/Schläger)

Als Teilleistungsstörungen bezeichnet man ausgeprägte Lernschwächen, die sich nur auf einzelne Fähigkeiten wie zum Beispiel Lesen und Schreiben (Lese- und Rechtschreibstörung, Legasthenie) oder Rechnen (Rechenstörung, Dyskalkulie) beziehen.


Ursachen
Symptome
Diagnose
Therapie
Verlauf
Vorbeugen

Was sind die Ursachen von Teilleistungsstörungen?

Die Ursachen von Teilleistungsstörungen sind sehr komplex und bislang noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass Wahrnehmungsstörungen beim Hören und Sehen, Umwelteinflüsse, genetische Faktoren und Störungen in verschiedenen Bereichen der Entwicklung eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu Lernbehinderungen lassen sich Teilleistungsstörungen aber nicht auf eine verminderte Intelligenz (IQ unter 70) zurückführen.


Wie äußern sich Teilleistungsstörungen?

Teilleistungsstörungen äußern sich durch starke Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen. Betroffene Kinder lernen in der Regel deutlich langsamer, machen charakteristische Fehler und können ihre Defizite nicht alleine durch vermehrtes Üben aufholen. Dadurch liegen ihre schulischen Leistungen oft weit unter dem Klassendurchschnitt und dem eigentlichen Intelligenzniveau.


Wie werden Teilleistungsstörungen diagnostiziert?

Teilleistungsstörungen werden durch Kinder- und Jugendpsychiater, -psychotherapeuten oder -psychologen mithilfe spezieller Tests diagnostiziert. Wichtig ist dabei auch die enge Zusammenarbeit mit Lehrern und Eltern, um verschiedene Fragen zu schulischen Leistungen und zum allgemeinen Entwicklungszustand (Körper, Motorik, Sprache) des Kindes zu klären.


Wie werden Teilleistungsstörungen behandelt?

Eine „Behandlung“ in klassischem Sinne gibt es bei Teilleistungsstörungen nicht. Betroffene Kinder sind auf eine konsequente und individuell abgestimmte Unterstützung durch die Familie, Lehrer und Therapeuten angewiesen, um die Schwierigkeiten in den betroffenen Teilbereichen des Lernens auszugleichen. In der Regel ist es nicht möglich, Teilleistungsstörungen vollständig zu „heilen“. Mithilfe einer konstanten sozialen, schulischen und emotionalen Förderung ist es aber möglich, die Schwierigkeiten zu minimieren und Folgeerscheinungen zu vermeiden.


Wie verlaufen Teilleistungsstörungen?

Teilleistungsstörungen können sich bereits im Grundschulalter durch Probleme beim Sprechen und Zuhören oder Schwierigkeiten beim „Lernen der Uhr“ bemerkbar machen. In der Regel fallen die Störungen aber erst im Verlauf der Grundschulzeit auf. Kinder mit Teilleistungsstörungen haben häufig auch psychische Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder Hyperaktivität (ADHS). Diese können bereits vorhanden sein bevor eine Teilleistungsstörung auftritt, aber auch als Folgeerkrankungen entstehen.


Ist es möglich Teilleistungsstörungen vorzubeugen?

Da über die Ursachen wenig bekannt ist, ist es sehr schwierig Teilleistungsstörungen vorzubeugen. Generell können eine frühe Diagnose und Förderung aber dabei helfen, die Lernschwierigkeiten zu minimieren und Folgeerscheinungen zu vermeiden.



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Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
Online-Informationen des Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie e.V.: http://www.bvl-legasthenie.de/ (Stand: April 2010)
Renz-Polster, Dr. H. et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
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