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Mineralwasser und Heilwasser

Mineralwasser - Heilwasser - Quellwasser - Tafelwasser: Wo liegen die Unterschiede?

Mineralwasser
stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Quellen. Es wird direkt an der Quelle abgefüllt. Damit ein Wasser als Mineralwasser verkauft werden darf, muss es einen bestimmten Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Die Eignung als Mineralwasser wird durch mehrere Untersuchungen festgestellt und durch ein amtliches Gutachten belegt.
Auf dem Flaschenetikett ist Mineralwasser durch den Aufdruck "Natürliches Mineralwasser" gekennzeichnet. Außerdem findet man auf dem Etikett eine Angabe über den Ort der Quelle und einen Auszug aus der amtlichen Analyse.
Erlaubt ist der Entzug von Eisen (enteisen) und Schwefel (entschwefelt) aus geschmacklichen Gründen oder damit das Mineralwasser ansprechender aussieht. Erlaubt ist außerdem der Zusatz von Kohlensäure. Wurden diese Verfahren angewandt, so muss dies auf dem Etikett vermerkt sein.

Heilwasser
stammt genauso wie Mineralwasser aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Quellen und wird direkt an der Quelle abgefüllt. Heilwasser besitzt eine heilende, lindernde und vorbeugende Wirkung. Dies muss wissenschaftlich nachgewiesen und amtlich anerkannt werden.

Quellwasser
stammt ebenfalls aus unterirdischen Quellen und wird direkt an der Quelle abgefüllt. Anders als Mineralwasser und Heilwasser braucht es aber keine amtliche Anerkennung. Von der Zusammensetzung her muss Quellwasser den Vorschriften genügen, die für Trinkwasser vorgeschrieben sind.

Tafelwasser
ist kein direkt aus einer Quelle gewonnenes Naturprodukt. Es kann an jedem beliebigen Ort hergestellt und abgefüllt werden. Hergestellt wird es aus verschiedenen Wasserarten und anderen Zutaten. Für das Mischungsverhältnis gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen.

Mineralwasser zählt neben Trinkwasser, Tee und Saftschorle zu den idealen Durstlöschern. Der Saftanteil der Schorle ist am besten ein Fruchtsaft mit 100 % Fruchtanteil.


Kohlensäure im Mineralwasser

Mineralwasser und Kohlensäure
Ein natürliches Mineralwasser darf verschiedenen Behandlungsverfahren unterzogen werden. Eines davon ist die Einstellung des Gehaltes an Kohlensäure.

  • Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser
    Es wird so abgefüllt, wie es aus der Quelle kommt. Es hat also einen natürlichen Gehalt an Quellkohlensäure.

  • Natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt
    Es hat nach der Abfüllung einen höheren Gehalt an Kohlensäure als beim Austritt aus der Quelle. Die zugesetzte Kohlensäure stammt aus der selben Quelle wie das Wasser.

  • Natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt
    Es wird mit Kohlensäure versetzt, die nicht aus der selben Quelle stammt.


Stille Quelle

Stille Quelle - Gehalt an Kohlensäure
Seit einigen Jahren werden viele Sorten Mineralwasser und Tafelwasser als Stille Quelle oder Stilles Wasser angeboten. Stille Quelle bedeutet, dass das Mineralwasser höchstens 5,5 g Kohlensäure pro Liter haben darf. Zum Vergleich: Mineralwasser mit viel Kohlensäure enthalten etwa 8 g pro Liter.

Stille Quelle - für Säuglinge und "Trinkfaule" empfohlen
Viele Menschen lieben das prickelnde Gefühl von Kohlensäure auf der Zunge und schätzen den leicht sauren Geschmack.

  • Säuglinge
    Für Säuglinge und Kleinkinder ist ein Mineralwasser mit wenig Kohlensäure besser geeignet. Ein Baby, dessen Milchflasche oder Saftschorle mit einem stark kohlensäurehaltigen Mineralwasser gemixt wird, bekommt leicht Blähungen und muss oft aufstoßen.

  • "Trinkfaule"
    Menschen, die Mühe haben, die erforderlichen 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken, erklären häufig, sie könnten nicht so viel trinken, weil der Bauch davon so voll würde. Ein verständliches Argument - wenn man Wasser mit viel Kohlensäure trinkt. Durch die Kohlensäure wird eine Art Sättigungs- oder Völlegefühl erzeugt. Dadurch entsteht das Gefühl, beim besten Willen nicht mehr trinken zu können. Deshalb: Wer zu wenig trinkt, sollte es mal mit Stillem Wasser versuchen!

Weitere Trink-Tipps


Heilwasser

Heilwasser hat lindernde Wirkung
der Unterschied zwischen Heilwasser und Mineralwasser ist, dass einem Heilwasser eine heilende, lindernde und vorbeugende Wirkung nachgewiesen sein muss. Je nach Zusammensetzung eignen sich verschiedene Heilwässer zur begleitenden Therapie bei verschiedenen Krankheiten oder Beschwerden. Um eine Wirkung zu erzielen, sollte man pro Tag mindestens 1,5 Liter Heilwasser trinken - und das zusätzlich zu den 1,5 Litern Wasser, Saftschorle oder Tee, die sowieso für jeden Erwachsenen empfohlen werden.
Natürlich kann man Heilwasser auch einfach als Durstlöscher trinken.

Heilwasser ersetzt keinen Arzt
Ein Heilwasser kann zur Heilung von Krankheiten niemals die fachkundige Behandlung durch einen Arzt ersetzen. Heilwasser kann eine Therapie lediglich unterstützen.

Heilwasser - Welches hilft gegen welche Beschwerden?
Sie leiden unter Verstopfung oder Gastritis? Sie haben Magnesiummangel oder Osteoporose?
Wenn Sie zur begleitenden Therapie gegen diese Beschwerden ein Heilwasser anwenden möchten, müssen Sie auf die Zusammensetzung achten.


Tafelwasser

Tafelwasser - Was ist das?
Tafelwasser ist nicht wie Mineralwasser ein Naturprodukt, sondern eine künstlich hergestellte Mischung verschiedener Wasserarten sowie anderer Zutaten. Tafelwasser besteht in der Regel aus Trinkwasser und zugesetzten Mineralsalzen. Auch Mineralwasser, Meerwasser oder Sole kann enthalten sein. Meist wird Kohlensäure zugesetzt. Tafelwasser unterliegt wie Mineralwasser und Quellwasser der deutschen Verordnung für Mineral-, Quell und Tafelwasser.
Für die Mischungsverhältnisse gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Tafelwasser braucht keine amtliche Anerkennung.

Sodawasser
Wenn ein Tafelwasser mindestens 570 mg Natriumhydrogencarbonat pro Liter und außerdem Kohlendioxid (Kohlensäure) enthält, heißt es auch Sodawasser.

Im Restaurant: Mineralwasser oder Tafelwasser?
Wenn Sie in einem Restaurant oder einer Kneipe ein Glas Mineralwasser bestellen, bekommen Sie üblicherweise ein Tafelwasser mit Eiswürfeln und einem Stück Zitrone. Das liegt daran, dass Mineralwasser als Oberbegriff für alle Mineral-, Quell- und Tafelwässer gesehen wird. Würden Sie dagegen ausdrücklich "natürliches Mineralwasser" verlangen, so dürfte man Ihnen kein Tafelwasser vorsetzen.

Vorteil von Tafelwasser für Industrie und Gastronomie
Tafelwasser ist günstig in der Herstellung, denn es ist nichts anderes als gefiltertes Leitungswasser mit einigen Zusätzen versehen. Im Vergleich zum preisgünstigen Trinkwasser aus der Leitung wird Tafelwasser allerdings bis zu 4.000-mal teurer verkauft. Diese große Spanne zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis ist möglich, weil viele Verbraucher Tafelwasser immer noch für etwas besonderes halten und bereit sind, diesen hohen Preis zu zahlen. Für Gastwirte ist Tafelwasser außerdem deshalb von Vorteil, weil es bequem in Containern geliefert wird und immer frisch gezapft werden kann. Somit gibt es keine Probleme mit dem Leergut.


Tafelwasser - Leitungswasser aus der Flasche

Herstellung von Tafelwasser - ein Beispiel
Das in Deutschland am meisten verkaufte Tafelwasser besteht zu 99,9 % aus normalem Leitungswasser, wie es in jedem Haushalt der Herstellregion aus dem Wasserkran kommt. Der Hersteller von diesem Tafelwasser wird genauso mit dem Leitungswasser beliefert wie alle anderen Haushalte aus der Region auch und bezahlt den gleichen Preis, nämlich 2,80 DM pro Kubikmeter. Jährlich wird so aus ungefähr 8.000 Kubikmetern Leitungswasser Tafelwasser hergestellt.

Verarbeitungsschritte
Das Leitungswasser wird gefiltert, danach mit Mineralsalzen wie Natrium, Calcium oder Magnesium angereichert und schließlich mit Kohlensäure versetzt.

Aus billigem Leitungswasser wird teures Tafelwasser
Ein Kasten Tafelwasser (zwölf Flaschen à einem Liter) aus dem Getränkemarkt kostet rund 12 DM. Das macht pro Glas (0,2 Liter) 20 Pfennig. In der Gastronomie, also in Restaurant, Gaststätte oder Kneipe, werden nicht selten über 2 DM pro Glas verlangt. Zum Vergleich: Ein Glas Leitungswasser kostet ungefähr 0,05 Pfennig. Das ist 400 mal billiger als Tafelwasser aus der Kiste und sogar 4.000 mal billiger als im Restaurant.


Rechtliche Bestimmungen

Mineralwasser, Quellwasser, Heilwasser, Tafelwasser - ein Vergleich
Vorschriften nach der Verordnung für Mineral-, Quell- und Tafelwasser unter Berücksichtigung von EG-Richtlinien

Mineralwasser Quellwasser Tafelwasser Heilwasser *
Quelle stammt aus einem unterirdischen Wasservorkommen stammt aus einem unterirdischen Wasservorkommen besteht aus verschiedenen Wasserarten
(z.B. Leitungswasser und Mineralwasser)
stammt aus einem unterirdischen Wasservorkommen
Amtliche
Anerkennung
ja nein nein ja (Arzneimittelzulassung)
besitzt bestimmten Gehalt an Mineralien und Spurenelementen ja nein nein ja; hat dadurch heilende, lindernde oder Vorbeugende Wirkung
ursprünglich rein, ohne Zusätze ja nein nein ja
direkt an der Quelle abgefüllt ja ja nein -
Quelltemperatur relativ konstant ja nein nein -
Gehalt an Mineralien natürlicherweise relativ konstant ja nein nein -
Angaben auf dem Flaschenetikett
  • Ort und Name der Quelle
  • Auszug aus der amtlichen Analyse
  • Angabe, ob enteisent oder entschwefelt
  • Angabe, ob Kohlensäure entzogen oder zugesetzt wurde
  • Ort und Name der Quelle
  • Angabe, ob Kohlensäure entzogen wurde
  • Angaben über Anteile von Meerwasser, Salzzugabe, Sole oder Kohlensäure
  • keine Angaben über die Herkunft, außer für Sole

* Heilwasser ist in der Verordnung für Mineral-, Quell- und Tafelwasser nur teilweise geregelt. Ausschlaggebend ist das Arzneimittelgesetz.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 19.12.2007
 
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