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Veneers

Veneers oder Verblendschalen nennen Zahnärzte fast transparente Keramikschalen (von englisch to veneer = verblenden), die von außen auf den Zahn geklebt werden. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: mit Veneers können leichte Zahnfehlstellungen, Zahnlücken, unbefriedigende Zahnfarben und lokale Verfärbungen korrigiert werden. Durch Veneers erhalten die sichtbaren Oberflächen der Zähne ein perfektes, fehlerfreies Aussehen, und auch die Zahnfarbe wird bei diesem Verfahren individuell optimiert.

Ziel: mehr Zahngesundheit
Veneers sind nur eine Möglichkeit in der ästhetischen Zahnheilkunde, deren Schwerpunkte in der Aufhellung von Zahnverfärbungen, Formkorrektur von Zähnen, Restauration von Zähnen mit zahnfarbenen Materialien und kosmetischen Zahnfleischkorrekturen liegen. Ziel dieser neuen therapeutischen Richtung ist dabei nicht Zahnkosmetik, sondern mehr Zahngesundheit und ein makelloses Lächeln für jeden.

Kein Privileg der Filmstars mehr
Sanfte Korrekturmaßnahmen an den Frontzähnen haben in den USA schon länger einen festen Platz in der Zahnheilkunde. Die Verblendtechnik mit Veneers wurde in 1937 in Hollywood erstmals vorgestellt: so konnte man Filmstars ein attraktives Lächeln ermöglichen. Der amerikanische Zahnarzt Dr. Charles Pincus entwickelte die hauchdünnen Keramikschalen. Seine wohl bekannteste Kundin war Marilyn Monroe. Probleme mit der Klebetechnik und die Bruchgefahr zwangen Marilyn Monroe, James Dean und Kollegen damals noch dazu, stets ein Ersatz-Set ihrer Veneers mitzuführen. Erst seit Mitte der 80er Jahre stehen neue Klebetechniken zur Verfügung. Seitdem wird die Verblendschalentechnik sehr erfolgreich eingesetzt.

Einfache Behandlung
Die Behandlung ist einfach: die hauchdünnen, metallfreien Keramikfacetten werden wie künstliche Fingernägel auf die sichtbaren Oberflächen Ihrer Zähne geklebt. Dazu muss nur eine minimale Schicht Zahnschmelz, etwa 0,5 Millimeter, abgetragen werden. Später sind die lichtdurchlässigen Veneers von eigenen Zähnen nicht zu unterscheiden. Der Vorteil dieser Methode ist der geringe Substanzverlust. Bei anderen Methoden, zum Beispiel Kronen, müssen bis zu 1,2 Millimeter der Zähne abgeschliffen werden.

Veneers für wen?
Nicht jeder Zahn ist für Veneers geeignet: bei Problemfällen muss genau abgewogen werden, ob man sich nicht besser für eine andere Technik entscheidet. Sind Zähne zum Beispiel sehr stark zerstört, helfen oft nur Kronen und Brücken.


Einsatzgebiete für Veneers

Die Einsatzgebiete für Veneers sind vielfältig: die Verblendschalen sind vor allem optimal geeignet für den Frontzahnbereich. Veneers verschönern aber auch jeden anderen Zahn.

Schließen von Lücken
Eine Lücke, wie man sie häufig zwischen den mittleren oberen Schneidezähnen findet, kann mit Veneers perfekt geschlossen werden. Auch für zu kurze, abgekaute Zähne eignen sich Veneers besonders gut.

Guter Ersatz für Kronen
Durch den Einsatz moderner Kunststoffkleber und die konsequente Verbesserung in der Labortechnik ist die Befestigung dieser Porzellanschalen auf natürlichen Zähnen mittlerweile problemlos und sicher. Auch abgebrochene Zähne, die bisher überkront wurden (dabei wurde oft mehr als 40 Prozent der gesunden Zahnsubstanz abgeschliffen), können so schonend wieder aufgebaut werden. Gerade bei Jugendlichen finden sich häufig Zahnfrakturen, die von Stürzen (beispielsweise beim Sport) herrühren. Derartige abgesplitterte Zahnecken lassen sich mit Veneers hervorragend versorgen.

Abdeckung von Zahnverfärbungen
Im Zahn liegende Verfärbungen oder Flecken, die nicht durch professionelle Reinigung beim Zahnarzt oder Bleaching entfernt werden können, deckt ein Veneer ohne großen Substanzverlust ab. Daher sind die Verblendschalen auch gut bei Verfärbungen toter Zähne geeignet.

Indikation für Veneers

  • Dysplasien (zum Beispiel für angeborene Zahnschmelzdefekte, verformte Zahnkronen)

  • Diastema (Ausgleich von breiten Lücken zwischen den Schneidezähnen)

  • Stellungsanomalien

  • Zahnfrakturen

  • Multiple Füllungen der Schneidezähne

  • Verfärbungen des Zahnschmelzes

  • Erosionen (kraterartige Defekte im Schmelz)

  • Rekonstruktion von Zahnführungsflächen

  • Beschädigung des Zahnschmelzes durch übermäßigen Genuss von Fruchtsäure oder bei Verdauungsbeschwerden durch zurückströmende Magensäure


Vorteile

Die großen Vorteile von Veneers liegen im Werkstoff Keramik, der sowohl im Inneren als auch an der Oberfläche gefärbt werden kann und eine natürliche Transparenz besitzt. Dadurch ist eine individuelle Farbanpassung möglich und die Veneers passen sich bei allen Lichtverhältnissen optimal an jeden Nachbarzahn an. Oberfläche und Farbe verändern sich auch nach Jahren nicht. Beläge lagern sich auf der extrem harten Oberfläche nur sehr schwer ab. So findet man am Rand des Veneers immer gesundes Zahnfleisch. Vollkeramik ermöglicht den Einsatz dieser Therapie auch bei Metallallergikern.

Vorteile von Veneers

  • Kontaktlinseneffekt

  • Minimalinversive Präparationstechniken

  • Zahnfleischschonend durch optimale Anpassung

  • Perfekte Ästhetik

Sicherlich können unansehnliche Zähne auch mit Kronen überdeckt werden. Es sprechen jedoch eine Reihe von Vorteilen für Veneers gegenüber Kronen:

Erhaltung der Zahnsubstanz
Die notwendige Entfernung natürlicher Zahnsubstanz ist auf ein Minimum beschränkt (etwa 0,5 bis 0,7 Millimeter).

Gesundes Zahnfleisch
Kronen reizen oft das Zahnfleisch und lassen es auf Dauer zurückgehen. Veneers greifen das Zahnfleisch nicht an. Die Gefahr, dass sich das Zahnfleisch zurückbildet oder Bakterien darunter eindringen und zu Entzündungen führen, ist wesentlich geringer als bei Kronen.

Einfache Behandlung
Der Behandlungsvorgang ist wesentlich einfacher: das Einsetzen der Veneers geht schneller, die Gewöhnungszeit für den Patienten ist viel geringer.

Keine Veränderung des Zahnvolumens
Veneers machen den Zahn nicht "dicker": das Gesamtvolumen des restaurierten Zahns ist mit dem ursprünglichen identisch oder unterscheidet sich nur um ein hundertstel Millimeter.


Mögliche Probleme

Probleme bei der Versorgung mit Veneers gibt es vor allem bei stark geschädigten Zähnen. Wenn der Zahn in seiner Substanz schon zu stark geschädigt ist, sind Veneers nicht empfehlenswert. Auch bei Zähnen, die mehrmals mit Füllungen oder großen Inlays behandelt wurden, kann es zu Problemen kommen. Hier sollte man ebenfalls von einer Versorgung mit Veneers absehen.

Schlechte Angewohnheiten
Bei Patienten, die zu Zähneknirschen (Bruxismus), Bleistiftkauen, extrem harten Aufeinanderbeißen und ähnlichem neigen, ist eine Versorgung mit Veneers ebenfalls risikoreich. Diese Angewohnheiten können die ansonsten sehr gute Haltbarkeit der Verblendschalen beeinträchtigen und den kostenintensiven Aufwand in Frage stellen.

Rücksprache mit dem Zahnarzt
Die Entscheidung, ob ein stark geschädigter Zahn mit einer Krone oder möglicherweise doch mit einem großen Veneer versorgt werden kann, sollte nach einer ausführlichen Untersuchung und Diagnosestellung gemeinsam mit dem Zahnarzt getroffen werden. Dieser wird Ihnen die Vorteile und Nachteile der jeweiligen Behandlung ausführlich erklären.


Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von Veneers ist ausgesprochen lang. Bei genauer Herstellung durch den Zahntechniker, genauer Anpassung durch den Zahnarzt und guter Pflege durch den Patienten entspricht die Haltbarkeit von Veneers der von Kronen. Die Lebensdauer der Verblendschalen kann also 15 Jahre und länger betragen. Auf jeden Fall sollte man die Anweisungen seines Zahnarztes genau befolgen und auf eine gute Zahnpflege sowie Mundhygiene achten.

Entfernung
Perfekt hergestellte und angepasste Veneers halten allen normalen Belastungen stand. Muss ein Veneer wieder entfernt werden, bleibt wegen der stabilen Befestigung keine andere Möglichkeit als das Abschleifen der Keramikschale. Danach muss der Zahn jedoch wieder mit einem Veneer oder einer Krone versorgt werden.

Kontrolle
Veneers sollten regelmäßig in der Zahnarztpraxis überprüft werden - etwa alle sechs Monate. Dabei wird vor allem der spaltenfreie Sitz des Veneers überprüft, denn in Spalten können sich Bakterien festsetzen und für Karies oder Entzündungen sorgen. Spalten oder Fugen können außerdem auf Dauer den Zement lockern. Ist dies der Fall, werden die Ränder vorsichtshalber nachversiegelt.


Pflege

Die Pflege von Veneers muss konsequent durchgeführt werden. Nur dann ist eine lange Haltbarkeit garantiert. Einige Pflegetipps sollten Sie daher beachten, wenn Sie Veneers tragen, denn die Verblendschalen verfärben sich schneller als normale Zähne.

Zahnbürsten und Zahnpasten
Benutzen Sie weiche Zahnbürsten und Zahnpasten, die nicht abscheuernd wirken. Zahnpasten sollten einen neutralen pH-Wert haben, denn saure pH-Werte greifen den Kleber an. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten!

Mundspülungen
Benutzen Sie keine Mundspülungen zur Entfernung von Plaque. Diese enthalten Chlorhexidin und wirken ebenfalls abscheuernd.

Medikamente
Nehmen Sie keine Medikamente ein, die eine längere Verweildauer im Mund haben (unter anderem Verfärbungsgefahr). Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt oder Zahnarzt.

Nägelkauen
Das Herumkauen auf Nägeln, Stiften oder ähnlichem sollten Sie sich grundsätzlich abgewöhnen (Bruchgefahr!).

Ernährung
Stark säurehaltige oder verfärbende Nahrungsmittel (zum Beispiel Rotwein oder Zitrusfrüchte) sollten Sie nach Möglichkeit meiden. Dazu gehören auch die beliebten Naschereien vor dem Schlafengehen. Wer darauf nicht verzichten kann oder will, muss häufigere Zahnarztbesuche in Kauf nehmen, wenn er die Schönheit seiner Veneers erhalten will.

Zahnpflege
Generell gilt: achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege und gute Mundhygiene!


Behandlungskosten

Die Kosten für Veneers sind relativ hoch. Denn das Einsetzen der Verblendschalen gehört zu den anspruchsvollen zahnärztlichen Tätigkeiten. Auch die Zahntechniker sind bei der Herstellung der Veneers gefordert: Farbe, Form und individuelle Charakteristika der Schalen müssen optimal gestaltet werden.

Kosten
Der Preis für ein Veneer nähert sich in vielen Fällen dem einer Krone aus Porzellan. Mit Kosten ab etwa 400 EUR pro Zahn muss gerechnet werden. Dies ist aber von Zahnarzt zu Zahnarzt verschieden: je nach Aufwand können die Kosten für ein Veneer sogar bis zu 1.500 EUR betragen. Lassen Sie sich daher ausführlich von Ihrem Zahnarzt beraten und fragen Sie auch, was für Kosten genau auf Sie zukommen.

Kostenerstattung
Da es sich bei dieser Therapie nicht um eine medizinisch notwendige Behandlung handet, werden Veneers von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht bezuschusst. Einige Kassen (vor allem private) übernehmen jedoch einen Kostenanteil. Erkundigen Sie sich vorher bei Ihrer Krankenkasse.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 10.12.2007
 
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