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Verdauung

Die Verdauung unterscheidet sich bei Neugeborenen durch den noch unreifen Darm

Die Verdauung unterscheidet sich bei Neugeborenen durch den noch unreifen Darm
(Foto: BananaStock)

Verdauung (Digestion) bezeichnet alle Vorgänge von der Nahrungsaufnahme im Mund bis zur Ausscheidung durch den After, die dabei helfen, Nährstoffe freizusetzen, zu zerlegen und aufzunehmen.

Mund

Im Mund werden Lebensmittel zunächst mithilfe der Zähne mechanisch zerkleinert. Gleichzeitig verflüssigt der Speichel die aufgenommene Nahrung und sorgt mit dem Enzym Amylase bereits hier für eine chemische Aufspaltung von Stärke (Kohlenhydrate).

Magen

Über die Speiseröhre gelangt der Nahrungsbrei mithilfe der ringförmigen Muskulatur in den Magen. Dort führt die saure Umgebung zu einer Strukturveränderung in den aufgenommenen Eiweißen. Anschließend werden diese mithilfe des Enzyms Pepsin chemisch gespalten. Ein weiteres Enzym, die Magenlipase, ist für eine erste Zerlegung von Fetten zuständig. Die chemische Aufspaltung von Stärke pausiert im Magen, da das Amylase-Enzym im sauren Milieu des Magens nicht wirken kann.

Dünndarm

Im Dünndarm wird die Kohlenhydratverdauung fortgesetzt. Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und aus der Dünndarmschleimhaut zersetzen hier Stärke sowie verschiedene Zuckerarten zu einzelnen Molekülen. Auch Eiweiße und Fette werden im Dünndarm weiter zerlegt. So sorgt das Bauchspeicheldrüsen-Enzym Trypsin für eine Aufspaltung von Eiweißen in einzelne Bestandteile (Aminosäuren). Fette werden im Dünndarm mit Gallenflüssigkeit vermischt und durch ein weiteres Enzym aus der Bauchspeicheldrüse, der Pankreaslipase, in kleine Moleküle gespalten. Die einzelnen Bestandteile von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten sowie Vitamine und Mineralstoffe werden über die Wand des Dünndarms aufgenommen (resorbiert) und gelangen in den Blutkreislauf.

Dickdarm

Der Dickdarm enthält Bakterien, die unverdaute Reste weiter abbauen und in Stuhl umwandeln. Außerdem werden dem Nahrungsbrei hier Wasser und Mineralien entzogen. Ballaststoffe bleiben unverdaut. Im Mastdarm, dem letzten Abschnitt des Dickdarms, wird der Stuhl vor der Ausscheidung gesammelt.


Verdauung bei Neugeborenen

Die Verdauung bei Neugeborenen unterscheidet sich durch den zunächst unreifen Darm. Denn unmittelbar nach der Geburt ist der Darm von Babys noch steril und wird erst nach und nach durch die Nahrungsaufnahme mit Darmbakterien besiedelt. Da es etwas Zeit braucht, die optimale Darmflora zu entwickeln, haben Kinder in den ersten Lebenswochen oder -monaten häufig Blähungen und Bauchschmerzen. Aus diesem Grund gilt auch Muttermilch in den ersten Lebensmonaten als optimale Nahrung, da sie gut auf die Bedürfnisse des jungen Verdauungstrakts abgestimmt ist.



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Quellen:
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 16.07.2012
 
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