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Thema Strahlenbelastung beim Kind


Von: MonicÚ • 31.10.2011 [17:57]

Hallo Beb, Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich arbeite seit fast 30 Jahren in meinem Beruf als Medizinisch-technische Radiologieassistentin. Im Laufe der Jahre konnte ich die Fortschritte in der Radiologie mit großem Interesse mitverfolgen. Am Anfang meiner Studienzeit konnte ich noch miterleben, wie hochschwangeren Frauen kurz vor der Geburt Röntgenbilder angefertigt wurden, um zu sehen, wie die Lage des Kindes ist. Ich denke nicht, dass diese Kinder heute alle an Krebs erkrankt sind.Heute gibt es den Ultraschall. So wurden die Patienten minutenlang durchleuchtet und das Personal gleich mit. Wir trugen zwar Strahlenschutzkleidung-aber nicht vollständig von Kopf bis Fuß und besonders nicht von hinten.

Dein Kind hat eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule erhalten (evtl. in 2 Ebenen). Die Strahlenbelastung für ein so kleines Kind ist sehr gering.

Die Radiologieassistentin ist verpflichtet, jede unnötige Strahlenexposition zu vermeiden. So ist sie verpflichtet dem Kind einen Gonadenschutz anzulegen. An der Röntgenröhre wird bei Kindern ein Filter eingesetzt, das die harten Strahlen wegfiltert und nur die weichen Strahlen auf den Film treffen. An der Röntgenröhre selbst gibt es ein Lichtvisier mit seitlichen Filtern zum einblenden in alle Richtungen. Es wird nur das Gebiet bestrahlt, das auch die Indikation rechtfertigt. Im idealsten Falle dürfte man auf dem Rö-Bild nur die Wirbelsäule sehen mit ein wenig Lungenanteil neben der Brustwirbelsäule. Die dunklen Flecken, die du da im oberen Abschnitt siehst ist nicht die Lunge, sondern die eingeatmete Luft in der Lunge. Luft siehst du auf dem Röntgenbild schwarz-auch in den Magen- und Darmanteilen. Das schadet der Luft also nicht, weil diese ja wieder ausgeatmet wird.

Auch gibt es Strahlenschutzvorschriften. Das heißt, dass Röntgenstrahlen nicht beliebig nach Lust und Laune eingesetzt werden, sondern es gibt Vorgaben für jede einzelne Röntgenaufnahme, die jede Röntgenassistentin im Kopf gespeichert haben muss. Hierzu ist sie verpflichtet alle 5 Jahre einen Strahlenschutzkurs mit Prüfung abzulegen und die Fachkunde zu besitzen. Die heutigen Röntgengeräte sind meist digital und für jedes Organ voreingespeichert. Da jeder Mensch anders dick oder dünn ist kann die Dosis erst nach dem Röntgen bestimmt werden. Hierzu gibt es Dosismesser, die dann die Dosis anzeigt. Diese muss  von der Röntgenassistentin notiert werden. Du solltest einen Röntgenpass besitzen. Es gibt Vorschriften, wie oft im Jahr jeder Körperabschnitt geröntgt werden darf. Im Ausnahmefalle entscheidet hier immer der Radiologe die rechtfertigende Indikation-auch wenn der überweisende Arzt die Untersuchung angeordnet hat. Die Anmeldekräfte müssen darauf achten und befragen, wann die letzte Untersuchung erfolgte, um unnötige Strahlenbelastungen zu vermeiden. Auch die Röntgenassistentin hat sich nochmals abzusichern.  Dass du das "ganze Kind" auf dem Röntgenbild sehen kannst ist eher positiv zu bewerten. Hier hat die Röntgenassistentin  den Strahlenschutz eingehalten. So hat dein Kind nur eine kleine Strahlendosis abbekommen statt, wie bei Erwachsenen 6 Strahlendosen je Wirbelsäulenabschnitt. Es wäre riskant die Strahlenschutzvorschriften nicht einzuhalten, da jede Röntgenpraxis alle 2 Jahre auf Einhaltung der Strahlenschutzvorschriften vom Strahlenschutzamt überprüft wird. Mit Messgeräten wird dann die Strahlendosis für jedes vom Amt angeforderte Bild gemessen, sowohl die Anwendung der Strahlenschutzvorschriften überprüft (wie Einblendränder und Gonadenschutz). Der Radiologe kann die Zulassung verlieren, wenn diese nicht eingehalten werden.

 

Und nun zur Dosis deines Kindes. Im Grunde brauchst du jetzt keinen einzigen Gedanken mehr verschwenden, dass dein Kind deshalb Krebs bekommt. Die Strahlendosis ist viel zu klein und der Körper regeneriert sich wieder. Täglich sind wir Strahlenbelastungen ausgesetzt, allein schon durch kosmische Strahlung.

Du bekommst allein durch einen Flug ein vielfaches mehr an Röntgenstrahlen ab, als durch diese Röntgenaufnahme deines Kindes.

Unbeschadet ist die Grenzdosis im Kalenderjahr nur für die Haut 50 Millisievert, für Organe mehr.

An Röntgenstrahlen dürfen wir nur 1 Millisievert im Jahr pro Person anwenden ohne, dass Folgeschäden entstehen (da gehören aber noch viel mehr Röntgenbilder dazu). Fliege einmal weniger mit dem Flugzeug und das ganze gleicht sich wieder aus. Wir Menschen können eine gewisse Dosis vertragen ohne, dass daraus gleich Krebs entsteht.

 

Ich selbst habe schon sehr oft direkt im Strahlenfeld gestanden, um kleine Kinder oder behinderte Menschen während des Röntgens festzuhalten. Ich habe 2 gesunde Kinder bekommen und habe nach 30 Jahren noch immer keinen Krebs.

Wenn du noch Fragen hast, gerne

Monicé 

 

 

 

 

 

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