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psychische Störung in der Familie


Von: Inter0705 • 11.04.2012 [22:33]

Meine Familie braucht dringend Hilfe. Seit mittlerweile 14 Monaten ist meine Schwester (22 Jahre) jetzt krank. Alles begann ziemlich plötzlich. Sie fühlte sich nicht mehr wohl, war unsicher und bekam regelmäßig Angst- und Panikattacken. Normalerweise war sie sehr selbstständig, erwachsen, eine Perfektionistin. Sie war plötzlich total überfordert vom Leben, konnte die einfachsten Dinge nicht mehr alleine, hielt es überhaupt nicht mehr aus alleine zu sein. Beim Arzt hieß es dann gleich das es eine Depression sei. Es wurde innerhalb kurzer Zeit immer schlimmer und schlimmer, besonders ihre Angst. Sie ging dann für zwei Monate ins Krankenhaus, danach besuchte sie regelmäßig eine Tagesklinik. Allerdings fühlte sie sich überall missverstanden, konnte sich also auch nicht wirklich öffnen. Verbessert haben sich in dieser Zeit auf jeden Fall die Angst- und Panikattacken. Allerdings entstand eine ziemlich große Abhängigkeit zu meiner Mutter.

Zwischen den beiden gab es schon immer eine sehr tiefe, enge Verbindung. Das liegt daran das beide eine schlimme Vergangenheit mit meinem Vater verbindet. Er trank manchmal zu viel und wurde dann aggressiv. Er hat meine Mutter nie geschlagen, aber es gab trotzdem einige unschöne Situationen, die meine damals 6-jährige Schwester mitbekommen hatte. Trotzdem war er ein liebender Vater gewesen. Heute haben mein Vater und meine Schwester keinen Kontakt mehr, was beide sehr belastet. Meine Schwester wehrt sich allerdings dagegen.

Auf jeden Fall ist diese Abhängigkeit zu meiner Mutter ein großes Problem. Jeden Tag sehen sie sich, telefonieren stundenlang. Spontane Tagesausflüge oder sogar mehrtägiger Urlaub sind für meine Mutter unvorstellbar geworden. Insgesamt sind Kontake mit ihr kompliziert geworden. Sie hat seit mehr als 6 Jahren einen Freund. Sie liebt ihn sehr, engt ihn oft ein aus Angst ihn zu verlieren. In manchen Situationen schreit sie ihn dann aber plötzlich an ohne richtigen Grund, ist böse auf ihn und benimmt sich ziemlich unfair. Bei mir ist es das selbe. Ich wohne weiter weg und wir sehen uns eher selten. Wir telefonieren aber oft und da sagt sie oft das sie mich lieb hat und mich vermisst. Wenn ich dann aber zu Besuch bin steht sie mir manchmal regelrecht mit Hass und Abscheu gegenüber. Dann redet sie alles schlecht was mich betrifft und drängt sich zwischen mich und meine Mutter. Sie ist sehr eifersüchtig (schon immer, in letzter Zeit aber ausgeprägter). Neue Leute lernt sie überhaupt nicht mehr kennen. Sie hat Angst davor mit anderen zu reden, fängt dann an mit stottern. Das macht sie immer wenn sie überfordert ist. Dann fallen ihr auch die einfachsten Worte nicht mehr ein. Manchmal redet sie dann sehr langsam, manchmal sehr schnell. Sie sagt immer das sie stärker liebt als wir. Wenn wir jemanden von Herzen lieben, lieben wir ihn sozusagen 100%. Bei ihr sind es 200%. Deswegen hat sie auch so große Verlustängste.

Ein weiteres Problem ist, dass sie sich selbst verletzt. Das hat sie damals schon gemacht, als meine Mutter mit ihrem jetzigen Freund zusammen gekommen ist. Damals war sie auch extrem eifersüchtig. Das war vor etwa 8 Jahren. Jetzt schneidet sie sich wieder. Zudem benimmt sie sich manchmal sehr kindlich. Zum Beispiel hat sie Kuscheltieren Namen gegeben, kann diese nicht lange alleine lassen. Sie hat sogar mal den Geburtstag ihres Zwegkaninchens mit der ganzen Familie gefeiert. Wir glauben das das an ihrem Kinderwunsch liegt, den sie schon lange hat. Aufgrund von Tabletten welche sie wegen einem Hirntumor nehmen muss, ist das aber zur Zeit überhaupt nicht möglich.

Das alles sind nur einige Verhaltensmuster. Da ist immer noch diese Angewohnheit, das sie zum Beispiel keine Musik hören kann. Das ist für sie eine Ablenkung. Sie kann sich dann nicht mehr konzentrieren, ist verwirrt und hibbelig. Manchmal achtet sie nicht auf ihre Hygiene. Oft schämt sie sich für sich und ihren Körper, da sie durch die Antidepressiva stark zugenommen hat. Sie ist schnell gekränkt und beschäftigt sich dann lange mit Dingen, die vorgefallen sind. Manchmal ist sie wütend und fährt uns dann an. Im Nachhinein hat sie immer ein schlechtes Gewissen und entschuldigt sich. Sie ist sehr unausgeglichen. Natürlich spürt man manchmal auch so etwas wie Depressionen. Dann hat sie einfach keine Kraft mehr, will nicht mehr kämpfen. Antriebs- und Schlaflosigkeit sieht man bei ihr auch sehr oft.

Wir waren schon bei vielen Ärzten, Psychologen, Therapeuten... Aber nichts hilft wirklich. Meine Mutter hatte mittlerweile auch schon mehrere Zusammenbrüche. Zur Zeit haben wir das Gefühl das es wieder schlimmer wird. Wir glauben nicht das es sich nur um eine Depression handelt. Sagen wir das zu einem Arzt erhalten wir keine Antwort. Wir brauchen Hilfe, aber finden niemanden der uns wirklich helfen will oder kann. Sie ist erst 22 Jahre alt und muss jetzt bald Frührente beantragen. Sie hat doch eigentlich noch ihr gesamtes Leben vor sich. Wir wissen ja nicht mal was sie jetzt wirklich hat. Niemand sagt uns wie wir uns verhalten müssen. Ich hoffe das mir hier irgendjemand helfen kann!

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  psychische Störung in der Familie Inter0705 • 11.04.2012 [22:33]

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