Tipp

Weisheitszähne

Die Weisheitszähne brechen zwischen dem 16ten und 20sten Lebensjahr im Ober- und Unterkiefer durch (siehe Bild 1). Bei vielen Menschen ist aber meist kein ausreichender Platz im Kiefer, damit sich die Weisheitszähne korrekt in die Zahnreihe einstellen können. Darum kann es zu verschiedenen Formen der Durchbruchsstörung oder Verlagerung der Weisheitszähne kommen.

Weisheitszähne können

  • völlig im Knochen eingelagert sein,

  • teilweise in die Mundhöhle durchgebrochen sein oder

  • völlig in die Mundhöhle durchgebrochen und hierbei verlagert sein (siehe Bild 2).

Diese nicht oder nur unvollständig durchgebrochenen Weisheitszähne können zu einer Reihe von Beschwerden und Erkrankungen führen.

Beschwerden
Häufig entstehen Entzündungen, die sich bis zu der Bildung von Abszessen ausweiten können. Dies wird besonders häufig beobachtet bei Weisheitszähnen, die noch unter der Schleimhaut liegen oder nur zum Teil durchgebrochenen sind.

In anderen Fällen kommt es zu Bildungen von Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) um die Krone des Weisheitszahnes, die sich auch entzünden können.

Da die durchbrechenden Weisheitszähne sich häufig Platz verschaffen wollen, kann es zu einer Schädigung des benachbarten Zahnes kommen. Möglich ist auch die Verschiebung einer ganzen Zahnreihe. Dadurch können Ergebnisse vorheriger kieferorthopädischer Behandlungen gefährdet werden.

Weisheitszähne stehen auch häufig im Verdacht, Allgemeinerkrankungen (Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler, Rheumatische Erkrankungen) und Gesichtsschmerzen zu verursachen bzw. zu verschlimmern.

Untersuchung und Diagnose
In den meisten Fällen genügt neben der gründlichen Zahnuntersuchung die Anfertigung eines Panoramabildes (Darstellung des gesamten Ober- oder Unterkiefers). Mit solch einer Röntgenaufnahme kann die Lage der Weisheitszähne im Kiefer bestimmt werden. Darüber hinaus erhält man detaillierte Informationen über die benachbarten anatomischen Strukturen (Nerven, Kieferhöhle, Nachbarzähne), die bei der Entfernung der Weisheitszähne natürlich geschont werden sollen.


Entfernung von Weisheitszähnen

Viele Weisheitszähne (sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer) können in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) entfernt werden. In bestimmten Fällen (zum Beispiel bei der Entfernung mehrerer Weisheitszähne oder bei stark verlagerten Weisheitszähnen) kann auch eine Vollnarkose sinnvoll sein.

Ziehen des Zahns
In einem kleinen chirurgischen Eingriff wird zunächst die Schleimhaut im Bereich des Weisheitszahnes vom Knochen gelöst. Dann wird der Weisheitszahn mit einem Bohrer durch das Abtragen von Knochen freigelegt. Er kann anschließend unkompliziert mit einer Zange oder einem Hebel entfernt werden. Das Zahnbett wird gesäubert und eventuell entzündetes Weichgewebe entfernt. In der Regel wird die Wunde anschließend durch Nähte verschlossen.

Nach dem Eingriff
Nach dem Ziehen des Zahns gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten:

  • Sobald die Betäubung nachlässt, kann die Wunde schmerzen. Dann sollten Sie die mitgegebenen oder verschriebenen Schmerzmittel einnehmen.

  • Sie sollten nichts essen, solange die Betäubung anhält.

  • In den ersten Tagen nach der Operation können Schwierigkeiten bei der Mundöffnung, Schluckbeschwerden und vermehrter Speichelfluss auftreten. Der Speichel kann leicht rötlich verfärbt sein. Diese Beschwerden sind nicht bedrohlich und verschwinden nach einigen Tagen.

  • Es empfiehlt sich, in den ersten Tagen nach der Operation die Wangen und das Gesicht mit feuchtkalten Umschlägen zu kühlen.

  • Um die Wundheilung zu fördern, sollten Sie in den ersten Tagen nach der Operation vollständig auf Nikotin verzichten.

  • Mundspülungen sollten erst nach 24 Stunden und dann vorsichtig vorgenommen werden.

  • Flüssige und weiche Kost haben sich in den ersten Tagen nach dem Eingriff bestens bewährt.

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg http://www.dr-dr-stefan-berg.de

 

Autor: Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Berg 
Letzte Änderung am: 10.12.2007
 
Tipp