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Zahnpasta

Zahnpasten sind eines der wichtigsten Hilfsmittel in der Zahnpflege. Sie bewirken mehr als nur frischen Geschmack. Die Anwendung von Zahnpasta steigert den Reinigungseffekt der Zahnbürste deutlich. Bei Zahnpasten werden durch zahlreiche, unterschiedliche Wirkstoffkombinationen und Substanz-Zusammensetzungen ganz verschiedene Wirkungen erreicht.

Die Hauptinhaltsstoffe von Zahnpasten sind:

  • Aromastoffe (Geschmacksbildner) und Bindemittel (geben der Paste Festigkeit),

  • Feuchthaltemittel (verhindern das Austrocknen der Paste),

  • Seifenstoffe (bewirken das Schäumen der Paste),

  • Putzkörper (bewirken durch unterschiedliche Körnung den Abrieb der Paste),

  • Konservierungsmittel (gewährleisten lange Haltbarkeit),

  • Farbstoffe (farbliche Abweichungen),

  • Wasser (für Konsistenz) und

  • Wirkstoffe (z.B. Fluoride, Vitamine, Kräuter).

Im Handel sind unterschiedliche Zahnreinigungsmittel. Ob Liquid, Paste, Gel, Pulver oder Salz: alle intensivieren Ihre Putzbemühungen.

Fluoridhaltige Zahnpasten
Diese Pasten enthalten organische Fluoride (Aminfluoride) und anorganische Fluoride (Natriumfluorid oder Natriummonofluorphosphat). Aminfluoride sind zu bevorzugen, da ihre Wirkung deutlich schneller (bereits nach 2 Minuten Einwirkzeit) eintritt als bei anorganischen Fluoriden. Die Fluoridart muss auf der Verpackung ausgewiesen sein.
Sie dienen der Kariesprophylaxe und werden mit großem Erfolg seit vielen Jahren eingesetzt. Der Zahnschmelz wird durch regelmäßige Anwendung wiederstandsfähiger gegen Säureeinwirkungen aus der Nahrung, bereits geschädigter Schmelz kann im Anfangsstadium remineralisiert, Zahnhalsempfindlichkeiten können reduziert werden.

Zahnpasten gegen Zahnfleisch-Entzündungen
Diese Mittel enthalten Wirkstoffe, die antibakteriell, zusammenziehend, schmerzlindernd, heilend, gewebefestigend, entzündungshemmend und die körpereigene Abwehrkraft stärkend wirken sollen. Dies sind z.B. Pflanzenextrakte wie Kamille, Salbei, Myrrhe und Echinacea. Weiterhin enthalten sie Vitaminzusätze wie Vitamin A, Aluminiumsalze zur Blutstillung und Chlorhexidin als antibakteriellen Wirkstoff, sowie unterschiedliche Phosphate zur Reduzierung der Zahnsteinbildung.

Kinder-Zahnpasten
Diese Zahnpasten sind den kindlichen Bedürfnissen sehr gut angepasst. Der Geschmack ist mild und erinnert oft an Erdbeeren oder Orangen. Die Süße der Paste wird durch künstliche Süßstoffe erzielt. Bevorzugen Sie Mittel mit Xylit-Zusatz als Süßungsmittel. Leider wird auch heute noch Zucker oder Fruktose verwendet. Freundliches Tubendesign oder Glitzersternchen im Gel sprechen Kinder an und motivieren zum Zähneputzen. Kinder-Zahnpasta sollte fluoridhaltig sein, jedoch deutlich weniger hoch konzentriert als die Erwachsener. Der Fluoridanteil sollte 0,025% nicht überschreiten. Achten Sie auf die Packungsangaben. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind keine Allergie gegen Fluoride aufweist. Wenn ja, fragen Sie Ihren Zahnarzt oder Kinderarzt nach Alternativen.

Zahnpasten gegen überempfindliche Zähne
Diese Pasten sollen möglichst schonend, ohne Substanz-Abrieb, die Zahnoberfläche säubern. Empfindliche Zahnbereiche entstehen durch an die Oberfläche ragende, offene Nervkanälchen. Diese Nervenenden reagieren mehr oder weniger heftig auf heiße und kalte, süße und saure Einflüsse. Außer einem entsprechenden Essverhalten und zahnmedizinischen Maßnahmen kann die Zahnpasta solche Empfindlichkeiten zumindest reduzieren. Im Regelfall ist die Wirkung aber nicht dauerhaft.
Diese Zahnpasten enthalten keine, oder nur sehr wenig Schleifkörper und Wirkstoffe wie Fluoride, Kaliumnitrat oder Strontiumchlorid. Diese Substanzen verschließen die Nervkanälchen an der offenen Oberfläche und desensibilisieren so die Zahnflächen.
Benutzen Sie solche Pasten 4 bis 6 Wochen, kehren Sie dann zu normaler Zahnpasta zurück. Erst so können Sie feststellen, ob die Anwendung der Spezialpaste erfolgreich war.

Zahnsalz
Zahnsalz ist gereinigtes Meersalz und bietet eine Alternative zu Zahnpasta. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Sie erhalten dieses Pulver fluoridfrei oder fluoridhaltig. Es sind keine Seifenstoffe enthalten. Diese Substanz eignet sich gut zur Zahnpflege während homöopathischer Behandlungen und bei Allergien gegen Zahnpastazusätze.

Bleaching- und Raucher-Zahnpasten
Diese Pasten wirken auf der Basis von Enzymen, Sauerstoff oder zahlreichen, groben Schleifkörpern. Grobe Schleifkörper erzielen zuerst einen guten Reinigungs- und Aufhellungseffekt, schaden aber bei regelmäßiger Anwendung der Zahnoberfläche. Die Schleifkörper lösen sich während des Putzvorganges nicht auf, sondern bleiben in ihrer Substanz erhalten und rauen die Schmelzoberfläche auf. Auf der rauen Oberfläche setzen sich immer zügiger neue Plaque- und Farbbeläge fest. Vorhandene freiliegende Schmelzbereiche können sich vertiefen und empfindliche Zahnhälse können noch empfindlicher werden.
Enzym- oder sauerstoffhaltige Pasten sind milder in ihrer Wirkung, können jedoch zu Mundschleimhautabschilferungen führen. Um einen sichtbaren Effekt zu erreichen, sollten Sie mindestens eine Tube dieser Pasten aufbrauchen. Erwarten Sie nicht zu viel von diesen Mitteln. Die Preise sind oft extrem überzogen und die Werbeversprechen recht hoch. Ausprobieren macht aber Spaß. Tipp: fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einer empfehlenswerten Marke!

Zahnpasta und Homöopathie
Während homöopathischer Behandlungen sollten Sie auf Zahnpasten mit Zusätzen von Eukalyptus, Menthol und Pfefferminze verzichten. Diese ätherischen Öle können die Wirkung homöopathischer Medikamente neutralisieren. Fragen Sie Ihren Therapeuten oder Zahnarzt nach guten Alternativen. Mentholfreie Zahnpasten unterschiedlicher Hersteller sind im Handel.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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