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Akne vulgaris

 Die Pille hilft Frauen bei Akne vulgaris

Die Antibaby-Pille kann bei Frauen zur Therapie von Akne vulgaris eingesetzt werden
(Quelle: BananaStock)

Akne vulgaris (kurz: Akne) ist eine Erkrankung der Haut. Dabei entzünden sich die Talgdrüsen und es kommt zu Mitessern (Komedonen), Pusteln und Knoten. Akne vulgaris tritt vor allem in der Pubertät zwischen dem 14. und 25. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. In einzelnen Fällen dauert die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus an. Bei Männern zeigt sich oft auch ein schwererer Verlauf.

Welche Ursachen hat Akne vulgaris?

Die Ursachen von Akne vulgaris sind vielfältig. Meist ist eine Kombination mehrerer Faktoren für die Entstehung von Akne vulgaris verantwortlich. Durch Verhornung und Verstopfung der Talgdrüsen kann der Talg nicht mehr richtig abfließen. Es bilden sich Mitesser. Diese können nun von Bakterien besiedelt werden und sich entzünden. Je nach Art und Schwere entstehen Pusteln, seltener Knoten.

Die Hormone haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung von Akne vulgaris. Deshalb tritt sie bevorzugt in der Pubertät auf, in der die Hormonproduktion sich verändert. Aus dem selben Grund kann es auch während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder nach der Geburt bei Frauen zu Akne vulgaris kommen.

Seltener sind Reaktionen auf Medikamente oder Cremes die Ursache für Akne vulgaris. Eine genetische Veranlagung zur Entwicklung von Akne vulgaris besteht ebenfalls.

Symptome von Akne vulgaris

Akne vulgaris tritt vor allem in Bereichen auf, in denen sich besonders viele Talgdrüsenfollikel befinden - also in Gesicht, Nacken, Brust und Rücken. Je nach Schwere zeigen sich in diesen Bereichen zunächst Mitesser. Diese können sich durch Bakterien entzünden und sich zu Pickeln, Pusten und Knoten entwickeln. Die Pickel und Pusteln sind mit Eiter gefüllt, der in kleinen Bläschen an der Hautoberfläche zu sehen ist. Diese Form nennt man Akne papulopustulosa.

In schweren Fällen kommt es zu entzündlichen Knoten unter der Haut, die schmerzhaft sind und jucken. Diese Knoten treten nicht nur in den typischen Akne-Regionen, sondern auch an Armen, Beinen und Gesäß auf. Sie hinterlassen häufig Narben, die so genannten Aknenarben. Diese schwerste Form, die Akne conglobata, betrifft überwiegend Männer.

Wie wird Akne vulgaris diagnostiziert?

Die Diagnose von Akne vulgaris beinhaltet ein ausführliches Gespräch über die Krankheitsgeschichte mit dem Arzt (Anamnese) und die Inspektion der Haut. In der Regel sind diese beiden Maßnahmen ausreichend.

Im Mittelpunkt der Anamnese steht der Zeitpunkt des ersten Auftretens der Beschwerden, deren Entwicklung sowie die bisherige Behandlung. Häufig wurde vor dem Arztbesuch schon eine Reihe an frei erhältlichen Kosmetika verwendet. Mögliche Allergien oder Medikamenteneinnahme sind bei der Anamnese ebenfalls von Bedeutung. Familiäre Häufungen von Akne vulgaris und andere Hauterkrankungen sind insbesondere für die Planung der Therapie wichtig.

Der Zustand der Haut wird bei der Diagnose von Akne vulgaris genau inspiziert. So lässt sich die Erkrankung in Schweregrade einteilen, an der sich die Behandlung orientiert.

Therapie der Akne vulgaris: Cremes und Medikamente

Die Behandlung der Akne vulgaris richtet sich nach dem Schweregrad und der Entwicklungsgeschwindigkeit, Hauttyp, Geschlecht und Alter. Der seelische Leidensdruck aufgrund von äußerlich sichtbaren Mitessern und Pickeln spielt ebenso eine Rolle.

Zunächst geht es darum, Verhornungen zu entfernen, eventuelle Entzündungen zu reduzieren und gegebenenfalls die Talgproduktion zu mindern. Ist es wegen der Akne vulgaris schon zu sozialem Rückzug und Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl gekommen, steht die rasche Linderung der äußerlich sichtbaren Symptome im Vordergrund. Zur Behandlung stehen sowohl äußere (topische) als auch medikamentöse (systemische) Therapieformen zur Verfügung. Häufig wird beides miteinander kombiniert.

Cremes, Salben und Lösungen gegen Akne vulgaris

Eine Reihe von Wirkstoffen kann bei der äußerlichen Therapie von Akne vulgaris angewendet werden. Um Verhornungen aufzulösen und die Hautoberfläche zu glätten, eignen sich antikomedogene und keratolytische Substanzen. Dazu gehören Azelain- und Salizylsäure, Tretinoin und Isotretinoin. Um die weitere Ausbreitung von Entzündungen zu bremsen und bestehende zu minimieren, eignen sich antimikrobielle Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Azelainsäure, Zink, Desinfizientien und äußerlich anzuwendende Antibiotika. Diese werden als Lösung über vier bis sechs Wochen hinweg angewendet, um Resistenzen zu vermeiden. Dafür eignet sich auch die Kombination von Antibiotikumlösung, Benzoylperoxid, Azelainsäure und Zink. Sie wird sechs bis acht Wochen lang angewendet und wirkt der Resistenzbildung entgegen.

Medikamente gegen Akne vulgaris

Bei hartnäckigem Verlauf von Akne vulgaris sowie in schweren Fällen werden Antibiotika als Medikamente eingenommen: Tetrazykline, Clindamycine oder Trimethoprime hemmen die Bakterienbildung. Die Einnahme von Antibiotika ist gelegentlich auch mit Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Störungen, allergischen Reaktionen oder Leberschäden verbunden. Da Antibiotika außerdem die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln (Antibaby-Pille) vermindern können, ist es ratsam, während der Behandlung auf zusätzliche Verhütungsmittel zurückzugreifen. Der Wirkstoff Isotretinoin wirkt direkt auf die Talgdrüsen, indem er sie verengt und die Talgproduktion vermindert.

Antiandrogene oder Östrogene können bei Frauen angewendet werden. Ein Überschuss an männlichen Sexualhormonen kann zur Entstehung von Akne vulgaris beitragen. Antiandrogene hemmen deren Produktion. Das Hormon Östrogen ist in der Antibaby-Pille enthalten, deshalb wird zur Therapie von Akne vulgaris bei Frauen häufig die Antibaby-Pille verschrieben. Für übergewichtige und rauchende Frauen eignet sich die Antibaby-Pille nicht, da sie das Thrombose-Risiko erhöht.

Die regelmäßige Reinigung der Haut ist bei Akne vulgaris sehr wichtig. Es ist ratsam, hierfür pH-neutrale Waschgels zu verwenden, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.

Verlauf: Akne vulgaris heilt meistens nach der Pubertät ab

In den meisten Fällen heilt Akne vulgaris nach dem Ende der Pubertät von alleine ab. Nur in selten Fällen bleibt sie auch darüber hinaus bestehen. Man spricht dann von einer persistierenden Akne. Sie kann bis zum 40. Lebensjahr anhalten. Die leichteren Formen von Akne vulgaris heilen in der Regel ohne Narben ab. Es ist ratsam, entzündete Pusteln nicht selbst auszudrücken, da sie sich die Entzündung ausbreiten kann. Außerdem besteht das Risiko von Narbenbildung.

Kann man Akne vulgaris vorbeugen?

Man kann Akne vulgaris nicht direkt vorbeugen. Bislang konnte auch noch kein Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und der Entstehung von Akne vulgaris belegt werden. Um eine Verschlimmerung zu vermeiden, empfiehlt sich generell die Anwendung von Kosmetikprodukten, die nicht komedogen sind. Dieser Hinweis findet sich bei diesen Produkten auch auf der Verpackung. Sie sind frei von Wirkstoffen, die die Talgdrüsen zusätzlich verstopfen und so zur Entstehung von Mitessern beitragen können.

Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Dann wenden Sie sich doch an die Experten der Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie: Akne und ihre Subtypen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/017 (Stand: Juli 1998)
Rassner, G. (Hrsg.): Dermatologie. Elsevier, München 2007
Schnaps, K.-P., Kessler, O., Fetzner, U.: Dermatologie, Augenheilkunde, HNO. Springer, Heidelberg 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 07.10.2008
 
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