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Analfissur

Ein Afterriss (Analfissur) oder eine Afterschrunde ist ein sehr schmerzhafter spaltförmiger Längseinriss bzw. ein Geschwür der Schleimhaut im Analkanal, meistens zum Steißbein hin an der hinteren Kommissur, einer nahtähnlichen Wulstbildung.

Ursache der Analfissur
Die Ursache einer Analfissur ist eine starke Dehnung des Afters bei verhärtetem Stuhl, der wegen der schmerzhaften Entleerung lange zurückgehalten und dabei entwässert wird, wobei das Anoderm einreißt. Durch den Schleimhautdefekt liegt der Schließmuskel frei und reagiert mit einer Entzündung und mit einer stark erhöhten Muskelspannung. Diese Muskelverkrampfung führt wiederum zu einer schlechteren Durchblutung des Schließmuskels, wodurch die Wundheilung verzögert wird. Der Stuhlgang ist stark schmerzhaft und die Schmerzen können für Stunden anhalten (Glassplittergefühl). Blutungen sind häufig. Nach außen bildet sich ein Hautläppchen (Mariske), dass als Vorpostenfalte bezeichnet wird und stark jucken kann. Von innen wird die Fissur von einer entzündlich gewucherten Analpapille abgedeckt, die Analpolyp genannt wird.

Therapie der Analfissur
Die Therapie besteht zunächst darin, die Schmerzen zu lindern. Eine Untersuchung ist deshalb häufig sehr erschwert oder gar nicht möglich. (Die Patienten springen vom Tisch!) Zäpfchen mit Betäubungsmittel oder Unterspritzung der Fissur mit örtlichem Narkosemittel erlauben eine vorsichtige Dehnung des Schließmuskels, die täglich erfolgt. Dazu benutzt man einen Analdehner, der mit einer Betäubungssalbe angewendet wird. Sitzbäder, die Gerbstoffe enthalten, wirken lindernd. Unter dieser Behandlung, die sechs bis acht Wochen dauern kann, heilt die Fissur ab.

Therapie der chronischen Analfissur
Bei chronischen Fissuren kann die operative Ausschneidung erforderlich werden. Dabei wird das entzündlich veränderte Gewebe der Fissur mitsamt der Mariske und dem Analpolyp entfernt und oft der Schließmuskel seitlich eingekerbt (laterale Sphinkterotomie). Der After wird aber auf jeden Fall vom Arzt gedehnt. Das entfernte Gewebe sollte auf alle Fälle vom Pathologen feingeweblich untersucht werden, insbesondere bei lange bestehenden oder wiederkehrenden Fissuren, um kein Analkarzinom zu übersehen.
Nach Abheilung sollten immer mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) andere Erkrankungen des Darms ausgeschlossen werden.

Therapie mit Botulinumtoxin
Neuerdings wird mit einer lokalen Injektion von Botulinumtoxin, dem stärksten bekannten Lähmungsgift des Bakteriums Clostridium botulinum, die Muskelspannung des Schließmuskels für mehrere Wochen gesenkt, so dass die Fissur abheilen kann.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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