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Ganzheitliche Fallaufnahme

Fallaufnahme (Anamnese) unter ganzheitsmedizinischen Gesichtspunkten
Sowohl die Homöopathie und die anthroposophische Medizin als anerkannte Heilverfahren wie auch die meisten anderen alternativen Behandlungsmethoden der Naturmedizin betonen schon bei der so genannten Fallaufnahme, der Anamnese, die ganzheitliche Betrachtungsweise. Daher werden viele dieser Therapierichtungen auch unter dem Begriff Ganzheitsmedizin zusammengefasst. Die Bezeichnung Komplementärmedizin ist ebenfalls gebräuchlich und deutet an, dass es sich hier um eine Ergänzung schulmedizinischer Verfahren handeln kann.

Körper, Seele und Geist des Menschen werden berücksichtigt
Die so genannte Ganzheitsmedizin berücksichtigt in allen diagnostischen und therapeutischen Bemühungen Körper, Seele und Geist des Menschen. Eine Behandlung zum Beispiel nur der Körpersymptome wird Stückwerk bleiben und kann die eigentlichen Ursachen der Erkrankung nicht klären. Neue Krankheitsausbrüche sind so jederzeit möglich. Ein Beispiel dafür ist die Migräne, bei der die Kopfschmerzen mit Schmerzmitteln vorübergehend betäubt, aber nicht wirklich behandelt werden. Je mehr Krankheitsfaktoren bekannt sind, desto größer ist die Chance, eine Erkrankung zu lindern oder zu heilen. Viele Erkrankungen beginnen erst auf seelischem und geistigem Gebiet, ehe sie sich körperlich manifestieren.

Die ganzheitliche Sichtweise wird also die Subjektivität und Individualität jedes einzelnen Menschen anerkennen. Die Ganzheitsmedizin im modernen Sinne sucht eine Synthese aus naturheilkundlichen und schulmedizinischen Behandlungsformen, um für den Patienten im Einzelfall den bestmöglichen Heilungsverlauf zu ermöglichen. Die individuelle Situation jedes einzelnen Patienten steht dabei im Vordergrund, und nach den Belangen des einzelnen Patienten muss auch behandelt und entschieden werden. Ziel ist es, mit Hilfe der unter ganzheitlichen Gesichtspunkten gewählten Behandlung die Selbstheilungskräfte zu stärken.


Details

Einzelne Aspekte der Fallaufnahme (Anamnese) unter ganzheitlichen Gesichtspunkten sind:

im schulmedizinischen Sinne

  • Symptome,

  • Familien-, Eigen- und Berufsanamnese,

  • Einsichtnahme in Fremdbefunde,

  • körperliche Untersuchung und

  • bisherige Medikamenteneinnahme

im ganzheitlichen Sinne

  • Körpersprache und -haltung,

  • Lebenseinstellung,

  • Verhalten beim Gespräch,

  • Lebensgewohnheiten,

  • Berufsleben,

  • Partnerschaft oder eheliche Beziehungen,

  • Stimmungslage,

  • Ernährung,

  • seelische Belastung

  • Hobbys

Die letzten Punkte werden vom Therapeuten entweder während des Erstgesprächs beobachtet oder auch gezielt angesprochen. Die Offenheit des Gesprächs ist dabei aus Sicht des Therapeuten von Patient zu Patient verschieden, viele sind ganz mitteilungsbedürftig, andere sind mit gezielten Fragen zu erreichen, die wenigsten sind sehr verschlossen. Jedoch geben auch diese Beobachtungen dem Behandler interessante Aufschlüsse über das Naturell des Patienten und damit Hinweise für eventuell sinnvolle Behandlungsmethoden.

Differenzierte Diagnose braucht Zeit
Wenn Sie also vorhaben, einen ganzheitlich behandelnden Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren, ist es hilfreich, sich zu den obigen Punkten vorab ein paar Gedanken zu machen. Diese Art der Fallaufnahme ist sehr zeitaufwendig, in der Regel können mindestens 1 ½ Stunden dafür angesetzt werden. Die Masse der erhaltenen Information ermöglicht dann aber auch eine sehr gute und differenzierte Diagnose. Zum Abschluss der Fallaufnahme bietet sich für denjenigen Behandler, der sie beherrscht, die Augendiagnose an, die eine hervorragende ganzheitliche Sicht auf Organe ebenso wie den Gemütszustand gibt.

Nach Abschluss der Diagnose werden naturheilkundliche Verfahren und Therapiemöglichkeiten besprochen, bei gesetzlich Krankenversicherten können jetzt auch die anfallenden Kosten sowie die Frage der Übernahme geklärt werden.

Natürlich ist eine derart ausführliche Anamnese nicht immer erforderlich, sondern richtet sich auch nach dem Krankheitsbild. So wird der Behandler bei einer Warze am Fuß nicht so ausführliche Erkundigungen einziehen müssen wie bei einer vermuteten Herzinsuffizienz. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Behandlungen nach ausführlicher Anamnese häufig sehr gut und schnell verlaufen, während bei weniger gründlicher Fallaufnahme der Behandlungsverlauf recht stockend sein kann.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 04.12.2007
 
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