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Anatomie der Brust

Die äußere Form (Anatomie) der weiblichen Brust ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Bei den meisten Frauen ist sogar die eine Brust etwas größer oder anders geformt als die andere. Das ist genetisch bedingt und nicht krankhaft. Es gibt allerdings sehr kleine, sehr große oder auch sehr unterschiedliche Brüste, die den Frauen wirkliche seelische oder körperliche Probleme verursachen, so dass manche Frauen über so genannte Schönheitsoperationen nachdenken.

Aufbau
Das Brustgewebe reicht vom Schlüsselbein bis zu den unteren Rippen und vom Brustbein bis zum äußeren Rand der Achselhöhlen. Weil die Brüste zu etwa einem Drittel aus Fettgewebe bestehen, kann sich ihre Größe verändern, wenn die Frau stark zu- oder abnimmt. Hinter der Brust liegen der große Brustmuskel und die Rippen. An der Hülle des großen Brustmuskels ist auch das eigentliche Brustgewebe durch Bänder befestigt.

Veränderungen
Brust und Brustwarzen entwickeln sich im Laufe des Lebens. Ihre Anatomie verändert sich:

  • mit der Ernährung (zunehmen, abnehmen)

  • bei Hitze und Kälte, speziell die Brustwarzen

  • bei sexueller Erregung

  • mit dem Zyklus der Frau

  • mit dem Lebensalter

  • durch Schwangerschaft

  • durch das Stillen.


Innere Anatomie der Brust

Im Innern der Brust befinden sich die Milch produzierenden Drüsenlappen und die Milchgänge. In jeder Brust befinden sich fünf bis neun unabhängige Milchgangsysteme, die jedes für sich in die Brustwarze münden. So kommt die Milch aus mehr als einer Öffnung. Die Milchgänge sind in das Brustgewebe eingebettet, das aus Bindegewebe und zu einem Drittel aus Fett besteht. Jeder Milchgang ist an seinem Ende zum Milchsäckchen erweitert. Die Abbildung zeigt diese Anatomie.

Das Gewebe
Um die Brustwarze herum gibt es glattes Muskelgewebe. Es dient dazu, dass sich die Warze aufrichtet. Das Fehlen von weiterer Muskulatur hat zur Folge, dass es nicht möglich ist, durch Muskelaufbautraining eine Vergrößerung der Brust herbeizuführen. Nur der Brustmuskel, auf dem die Brust aufliegt, wird dann größer, nicht aber die Brust selbst.
Das Gewebe ist von Blutbahnen und Nerven durchzogen. Auch das Lymphsystem des Körpers reicht in die Brust hinein. Auf diese Weise werden Abbauprodukte aus den Zellen und Krankheitserreger abtransportiert. Die für das Brustgewebe wichtigen Lymphknoten befinden sich in den Achselhöhlen, am Schlüsselbein und an den Seiten des Brustbeins. Bei einer Krebserkrankung können über die Lymphgefäße auch bösartige Zellen verschleppt werden. Die zwischengeschalteten Lymphknoten wirken dabei als Filter und können einzelne Zellen abfangen .Normalerweise sind Lymphknoten höchstens erbsengroß, weich und nicht tastbar. Bei Entzündungen und auch bei bösartigen Erkrankungen können sie anschwellen und hart werden.

Wie es sich anfühlt
Insgesamt ist das Brustgewebe fest und gummiähnlich. Durch die Fetteinlagerungen sind die Brüste elastisch. Doch es gibt individuelle Unterschiede. So fühlt sich das Brustgewebe mancher Frauen immer eher klumpig an (knotige Brüste), bei anderen sind die Brüste immer sehr weich.
Außerdem gibt es zahlreiche Veränderungen in den Brüsten, von denen die meisten nichts mit einer Erkrankung zu tun haben. Je nach Zyklusstand verändert sich das Gewebe, wird fester oder weicher und auch druckempfindlich. Mit zunehmendem Alter wird die Brust weicher und schlaffer. Sorgen sollten Sie sich machen, wenn plötzlich eine Veränderung auftritt, die nicht wieder verschwindet. Das könnte ein Anzeichen für eine Brusterkrankung sein und sollte ärztlich kontrolliert werden.


Die weibliche Brust sitzt auf dem großen Brustmuskel. Sie reicht vom Brustbein bis in die Achselhöhle und sie liegt über der 2.-7. Rippe.


Die weibliche Brust besteht aus Fett- und Bindegewebe, in das die Milchdrüsen und die Milchgänge eingebettet sind. Die Milchgänge münden in die Brustwarze. Sie sind in der Nähe der Brustwarze etwas geweitet, was das Saugen erleichtert. Diese Erweiterungen heißen Milchsäckchen.

Außer den Milchgängen münden auch Talgdrüsen in die Brustwarze. Sie spielen eine Rolle bei der körpereigenen Pflege der Brust.


Brustwarzen

Brustwarzen bilden die Spitzen der Brüste. Die Ausführungsgänge der Drüsenlappen münden in die Brustwarzen. Die Brustwarzen können Milch und Talg absondern und sind von einem Hof aus dunklerer, also stärker pigmentierter Haut umgeben. Auf dem Warzenhof (lateinisch: areola mammae) befinden sich kleine Erhebungen, die Montgomery-Drüsen. Es können dort auch einzelne Haare wachsen. Die Farbe der Brustwarzen (lateinisch: papillae mammae) und des Hofes hängt mit der Hautfarbe der Frau zusammen.

Funktionsweise
Normalerweise sind die Brustwarzen flach und heben sich kaum über die umliegende Brustoberfläche. Wenn sie angeregt werden, zum Beispiel durch Kälte, durch raue Kleidung, durch Berührung oder beim Stillen, auch bei allgemeiner sexueller Erregung, dann richten sich die Brustwarzen mit Hilfe der darin befindlichen glatten Muskulatur auf. Im Warzenhof und in der Brustwarze selbst befinden sich sehr viele Nervenenden, so dass dieser Bereich sehr empfindlich auf Berührungen reagiert. Viele Frauen genießen die Stimulierung der Brustwarzen beim Sex, aber an manchen Tagen des Zyklus können diese so empfindlich sein, dass Berührungen als unangenehm empfunden werden. Wie auch die gesamte Brust können sich die Brustwarzen nach dem Stillen dauerhaft vergrößern oder verändern.


Hormone

Hormone sind chemische Botenstoffe, die die Arbeit der weiblichen Brust und aller anderen Organe des Körpers beeinflussen. Sie werden in unterschiedlichen Drüsen im Körper gebildet, zum Beispiel in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), in der Schilddrüse, den Hoden und Eierstöcken und an einigen anderen Orten. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Hormone, die sehr verschiedene Funktionen haben. Für die Brust, den geschlechtstypischen weiblichen Körperbau und den weiblichen Zyklus sind Geschlechtshormone zuständig.

Veränderungen in der Brust
Im Laufe des weiblichen Zyklus beeinflussen die Hormone auch die Brust. So nimmt während der Östrogenproduktion das Milchganggewebe in der Brust zu. Wenn das Progesteron gebildet wird, wachsen die Milchdrüsen, und wenn keine Befruchtung eintritt und der Progesteronspiegel wieder sinkt, bilden sich Milchdrüsen und Milchganggewebe wieder zurück. Deshalb ist die Brust kurz nach der Regelblutung weich. Im Laufe des Zyklus kann sie sich stellenweise etwas verhärten. Dann spüren Sie vielleicht Knoten und Ungleichmäßigkeiten, die sich aber wieder zurückbilden. Wenn Sie Ihre Brust selbst untersuchen, dann wählen Sie deshalb nicht einen Tag gegen Ende Ihres Zyklus. Dann treten möglicherweise sowieso Verhärtungen auf, die sich aber wieder zurück bilden. Kommentar einer Frauenärztin: Da machen Sie sich nur verrückt!
Gegen Ende des Zyklus kann die Brust anschwellen, empfindlicher werden und auch ein wenig schmerzen. Mit der Regelblutung verschwinden diese Veränderungen wieder.

Schwangerschaft
Wird die Eizelle befruchtet und eine Schwangerschaft tritt ein, dann werden in der Hirnanhangdrüse weitere Hormone gebildet. Für die Milchbildung wichtig sind Prolaktin und Oxytocin .
Wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, können die Brüste spannen und die Brustwarzen übermäßig empfindlich werden. Manche Frauen erkennen an solchen Beschwerden schon früh, dass sie schwanger sind. Der Warzenvorhof wird dunkler. Auch die Brustwarze und die Montgomery-Drüsen im Warzenhof werden größer und richten sich auf. Die Brüste werden insgesamt fester und größer. Diese Veränderungen gehen nach einer Schwangerschaft nur teilweise wieder zurück. Manchmal wird die Brust wieder so klein wie zuvor, oft bleibt sie auch groß. Fest bleibt sie meistens nicht.

Weitere Hormone, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft erzeugt werden, werden im Kapitel Schwangerschaftshormone beschrieben.


Entwicklung der Brust beim Kind

Die frühkindliche Entwicklung der Brust
Die Entwicklung der Brust beginnt bereits im Mutterleib. Schon ein weiblicher Embryo im Alter von sechs Wochen entwickelt Brustgewebe. Dieses sitzt entlang zweier so genannter Milchleisten, die sich im Laufe der weiteren Entwicklung wieder zurückbilden. Nur im Bereich des Brustkorbs wächst das Brustgewebe dann weiter. Milchleisten finden sich auch bei anderen Säugetieren, zum Beispiel bei Hunden oder Katzen. Sie sind mit Zitzen besetzt.

Der Embryo enthält mit dem Blut der Mutter auch mütterliche Hormone. In 80 bis 90 Prozent der Fälle führt das dazu, dass die Brust neugeborener Mädchen eine milchähnliche Flüssigkeit absondert. Diese so genannte Hexenmilch versiegt nach einiger Zeit, wenn das Kind keine Hormone mehr erhält.

Die Abbildung rechts zeigt die kindliche Brust von vorne (oben) und von der Seite.

Die Brust in der Pubertät
Wenn die Pubertät beginnt, setzt sich die Entwicklung fort. Die Brüste beginnen zu wachsen. Das kann jucken oder auch ein wenig schmerzen. In jedem Fall ist es für das Kind, das nun sichtlich zur Frau wird, ein einschneidendes Erlebnis. Ältere Frauen erinnern sich noch nach Jahrzehnten daran.

Bei Jungen kommt manchmal eine Gynäkomastie vor. Das bedeutet, dass der Junge aufgrund der hormonellen Umstellung weibliche Brüste bekommt. Das ist fast immer eine sehr unangenehme Erfahrung für den Jungen. Gewöhnlich bildet sich die Brust aber nach ein oder zwei Jahren zurück.

Die Abbildung links zeigt die Brust in der Pubertät, von vorne und von der Seite.






Entwicklung der erwachsenen Brust

Maturität
Wenn eine Frau erwachsen wird (Maturität) und einen regelmäßigen Zyklus hat, verändert sich auch die Brust regelmäßig. An diesem Punkt der Entwicklung treten regelmäßige Veränderungen im weiblichen Körper auf. Zusammen mit der Gebärmutter bereitet sich die Brust auf eine Schwangerschaft vor. Diese Entwicklung findet jeden Monat aufs Neue statt. Die Drüsenläppchen wachsen und das Milchganggewebe wird ebenfalls größer. Das kann zu einem Anschwellen, zu Schmerzen und erhöhter Empfindlichkeit in der Brust führen. Wie stark und wie spürbar diese Veränderungen sind, ist individuell sehr verschieden. Wird die Frau nicht schwanger, gehen diese Veränderungen wieder zurück. Verantwortlich für diese zyklischen Veränderungen sind Hormone.

Schwangerschaft (Gestation)
Wird die Frau schwanger (Gestation), werden die Brüste schnell größer und auch fester. Die Montgomery-Drüsen im Warzenhof werden dunkler und stehen mehr hervor. Auch der Warzenhof wird dunkler. Die Brustwarze wird größer und richtet sich auf. Die Frau kann ein Spannungsgefühl und ungewöhnliche Schmerzen wahrnehmen. Damit kündigt sich bereits die Schwangerschaft an, noch ehe auffällt, dass die Regel ausbleibt. Diese Entwicklung der Brust wird von manchen Frauen bereits als Anzeichen einer Schwangerschaft wahrgenommen.

Milchbildung (Laktation)
Nach der Geburt eines Kindes sorgen die Hormone dafür, dass die Brustdrüsen mit der Milchproduktion (Laktation) beginnen. Dann übernimmt die Brust ihre eigentliche Aufgabe: die Ernährung des Säuglings. Nach dem Abstillen bilden sich die Brüste wieder zurück. Mit dem normalen hormonellen Zyklus der Frau setzen auch die regelmäßigen Veränderungen der Brust wieder ein. Die Entwicklung setzt sich fort, bis die Menopause eintritt.

 


Die Brust während der Wechseljahre

Während der Wechseljahre ( Klimakterium ) nimmt die Produktion der Hormone ab und die Monatsblutung wird unregelmäßig und bleibt schließlich ganz aus. Die letzte Regelblutung wird Menopause genannt. Die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, ist nun nicht mehr gegeben. Dem entsprechend verändert sich auch die Brust, denn ihre Fähigkeit, Milch zu produzieren, wird nun nicht mehr benötigt. Das Drüsengewebe in der Brust bildet sich zurück. Die Brust verliert an Festigkeit und wird schlaff.

Die Wechseljahre beginnen etwa um das 50. Lebensjahr. Die Umstellung des Körpers auf die neue hormonelle Situation ist häufig mit Beschwerden verbunden. Das können Hitzewallungen sein, Stimmungsschwankungen oder einiges andere. Wenn eine Frau Hormone einnimmt, um diese Beschwerden zu lindern, dann wirkt sich das auch auf die Entwicklung der Brust aus: Diese bleibt relativ fest, und sie verändert sich wie bisher regelmäßig mit dem Zyklus. Das liegt daran, dass dem Körper mit den Hormonen vorgetäuscht wird, er befinde sich noch in der fruchtbaren Phase.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.01.2008
 
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