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Positive Emotionen

Positive Emotionen haben einen bedeutenden Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden, das Immunsystem, können die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten vermindern sowie das Leben verlängern. Jeder hat es schon mal selbst erlebt- in stressigen Zeiten, wenn alles schief geht, die eigene Stimmung gedrückt ist und man keine Zeit zur Erholung hat, fängt man sich häufiger eine Erkältung oder Grippe ein, als wenn man gut gelaunt und voller Tatendrang ist.

Eine noch relativ junge Wissenschaft, die Psychoneuroimmunologie (PNI), beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen der Psyche bzw. des Verhaltens, dem Nervensystem und dem Immunsystem und konnte nachweisen, dass es eine eindeutige Beziehung zwischen negativem Stress, Immunsystem und Krankheit gibt. Viele der Studien, die von PNI Forschern in den letzten Jahren erstellt wurden, zeigten, dass eine positive Einstellung und gesunder Optimismus auch in schwierigen Situationen eindeutig zur Erhaltung der Gesundheit beiträgt. Einige dieser Ergebnisse wurden in der englischen Zeitschrift Advances in Mind-Body Medicine Vol.17, 2001 veröffentlich.

Negative Emotionen und Stress erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten
Emotionen haben einen starken Einfluss auf das vegetative Nervensystem, das viele Körperfunktionen steuert. Dauerhafter Stress und stark negative Gefühle wie Angst, Trauer, Feindseligkeit, Wut oder Aggression steigern beispielsweise die Ausschüttung von bestimmten Hormonen wie Cortison oder lassen den Blutdruck nach oben schnellen. Das autonome Nervensystem beeinflusst außerdem das Immunsystem, dessen Aufgabe es ist, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Sind nun die Immunzellen durch psychische Belastungen geschwächt, so können sie den Ausbruch von Krankheiten nicht mehr verhindern. Viren und Bakterien treffen auf geringen Widerstand und Infektionen können schneller auftreten. Es hat sich in vielen Fällen gezeigt, dass negative Gefühle und Stress, egal ob beruflich oder privat, auf Dauer die Abwehrlage des Körpers herabsetzen und eine Krankheit begünstigen, bzw. eine Heilung verzögern kann. In der kalten Jahreszeit ist es besonders auffällig, dass einige Menschen schneller und häufiger zu Schnupfen, grippalen Infekten sowie Erkältungskrankheiten neigen als andere.

In einer Studie von Sheldon Cohen konnte nachgewiesen werden, dass sich gerade diejenigen Personen, die sich gestresst fühlten, eher und schneller mit Erkältungsviren infizierten als die psychisch ausgeglicheneren Personen. Dabei nahm die Schwere der Infektion auch mit dem Grad der Stressbelastung zu.
Auf der anderen Seite kann eine optimistische Grundeinstellung auch den Ausbruch und den Verlauf einer schweren Krankheit positiv beeinflussen. So fanden eine Forschergruppe um Shelly E. Taylor und Margret E. Kemeny in einer Studie mit Aids Patienten heraus, dass die Realisten, die über die Erkrankung und den Verlauf genaustens aufgeklärt waren, schneller der Infektion erlagen und eine bis zu 9 Monate kürzere Lebenserwartung hatten als die Optimisten, die eine eher unrealistisch positive Einstellung gegenüber ihrer Erkrankung und Heilungsaussichten hatten.

Optimismus kann das Leben verlängern
Aus den Beispielen wird deutlich, dass ein gesunder Optimismus und Lebensfreude den Körper weniger anfällig gegenüber Infektionen und Stresserscheinungen macht. Auch bei schweren Erkrankungen kann eine positive Grundeinstellung die Abwehrkräfte stärken und dem Körper helfen, mit der Erkrankung besser fertig zu werden. Eine langfristig angelegte Untersuchung an der Yale University, in der 660 Personen mit 50 Jahren über ihre Einstellung zum Alter befragt wurden, hat in der Nachuntersuchung nach 23 Jahren ergeben, dass Personen mit einer positiven Einstellung zum Alter im Durchschnitt 7 Jahre länger lebten als die negativ geprägten, unabhängig vom Gesundheitszustand oder sozialen Faktoren.

Freude kann man lernen
Trotz Wohlstand, sozialem Netzwerk von Familie und Freunde und gut ausgeprägtes Freizeitangebot fühlen sich heutzutage viele Menschen unzufrieden mit dem Job, mit sich selbst oder dem Partner, sind häufig müde, gestresst und überfordert von den täglichen Belastungen. Diese "Klagen auf hohem Niveau" nimmt oft den Optimismus und die positive Lebensfreude und wirkt sich negativ auf die Psyche und das Immunsystem aus. Nicht jede negative Emotion muss aber das Immunsystem schwächen, ferner spielen noch die individuellen Bewältigungsstrategien und die erbliche Prädisposition für bestimmte Krankheiten eine Rolle.

Neben regelmäßigen Erholungsphasen, um vom stressigen Alltag abzuschalten, gibt es noch andere Wege, die eigene Lebensfreude und Optimismus zu stärken:

  • Lächeln sie! Ein Lächeln im Gesicht regt nicht nur die eigenen Gehirnsignale an, sondern sie wirken dadurch auf ihre Mitmenschen freundlicher und bekommen mehr positiven Zuspruch, der die eigene Psyche stützt

  • Meiden Sie negative Mitmenschen, die sie mit ihrer schlechten Laune anstecken können

  • Seien sie aktiv! Körperliche Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Psyche und hilft, Stress abzubauen

  • Ergreifen sie die Initiative! Statt Entscheidungen abzuwarten oder lange hin und her zu überlegen, ist es oft besser, Dinge gleich anzugehen und zu versuchen, Probleme bald zu lösen. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Motivation.

  • Bewahren sie sich ihre Träume! Immer nur auf dem Boden der Realität zu stehen, kann ganz schön pessimistisch machen. Dinge mit einer gewissen Leichtigkeit zu betrachten und sich Träume zu bewahren, macht das Leben lebenswerter und auch einfacher, mit vielen Problemen umzugehen

  • Werden sie gelassener! Wut, Zorn und Ungeduldigkeit treibt nicht nur den Herzschlag in die Höhe und fördert die Ausschüttung körpereigener Stresshormone wie Kortison, die das Immunsystem und die Psyche beeinflussen, sondern mindert auch die Fähigkeit, sich über Dinge zu freuen und Glück zuzulassen

  • Gönnen sie sich bewusst Ruhepausen! Um vom Alltagsstress abzuschalten, braucht der Körper regelmäßig Auszeiten. Nehmen sie sich regelmäßig Zeit für sich selbst, machen sie zum Beispiel Sport, gehen in die Sauna, lesen, malen, hören Musik etc. Auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Yoga helfen Stress abzubauen und stimulieren das psychische Wohlbefinden.

  • Schreiben sie sich Sorgen von der Seele! Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen, sich konstruktiv damit auseinanderzusetzen und zu verarbeiten, hat eine positive Auswirkung auf die Psyche und das Immunsystem

  • Streicheleinheiten machen glücklich! Körperliche Berührungen und Zärtlichkeiten geben nicht nur das Gefühl von Zuneigung, stärken das Selbstwertgefühl, sondern stimulieren über die Hautrezeptoren die Ausschüttung körpereigener Endorphine, die glücklich machen. Mit einer Massage bestimmter Punkte oder Körperregionen kann dieser Effekt noch gesteigert werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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